***

Alle Beiträge von lioninside

Die Garmin Virb im Intensiv-Test auf dem Mountain-Bike

von lioninside, Kategorie Neuheiten am 4. April 2014

Ich habe die Garmin Virb während zwei Wochen auf Gran Canaria getestet (hier der Reisebericht). Wir waren 6 – 8 Stunden pro Tag auf dem Bike (Niner Jet, 29’’) unterwegs und ich erstellte von jeder Tages-Tour ein 1-2 Minuten Video, bestehend aus 30 – 60 Mini-Sequenzen. Lange Aufnahmen über weite Fahrstrecken habe ich nicht gemacht, da diese schnell zur Tortur für die Zuschauer werden.

Technische Reviews zur Kamera gibt es bereits zuhauf. Ich will daher spezifisch auf deren Tauglichkeit für lange Crosscountry-Touren eingehen.

Befestigung und Perspektive
Ich nutzte primär die stabile Lenkerhalterung als Befestigung der Kamera. Die Position am Lenker erlaubt es während der Fahrt schnell den Aufnahme-Modus zu aktivieren. Zudem dämpft die Federgabel die härtesten Schläge elegant aus.
Ist man in einer Gruppe unterwegs bietet die Perspektive vom Lenker aus sehr spannende und abwechslungsreiche Bilder. Fährt man alleine, fehlt der für mich nötige visuelle Bezug zum Mountainbike. Eine Befestigung der Kamera z.B. an der Brust ist in diesem Fall wohl besser, da der Lenker im Bild ist.
Die Helm-Halterung nutzte ich nicht, da die Kamera mit 235g nicht leicht ist und ich keine Vorteile gegenüber der Positionierung am Lenker erkannte.

Ergänzend fixierte ich die Virb an einem ausziehbaren Rohrstativ, welches ich am Rucksack befestigte. Das Resultat ist hier zu sehen.

Die Halterung mit Klick-Mechanik für die Kamera ist sehr stabil und auch mit Handschuhen problemlos bedienbar.

Bedienung
Die Bedienung der Kamera war für meine Verwendung perfekt. Mittels eines sehr grossen Schiebeschalters seitlich am Gehäuse lässt sich der Aufnahme-Modus der Kamera aktivieren. Schiebt man den Schalter zurück, schreibt die Kamera die aufgezeichneten Daten auf die Micro-SD Karte und schaltet sich automatisch aus.
Diese äusserst einfache und gut sichtbare Bedienung ermöglichte es mir sehr kurze Clips aufzunehmen: Zack: Schalter nach vorne, 10 Sekunden aufzeichnen, zack: Schalter nach hinten, fertig. Diese Bedienung ist für mich ein sehr grosses Plus gegenüber den Produkten der Mitbewerber.

Mit der Menüführung auf der Kamera selber konnte ich mich hingegen nicht anfreunden. Auch ist das Display sehr klein.
Ich nutzte daher ausschliesslich die Mobile-App um z.B. die Videoqualität oder die Framerate der Kamera zu ändern. Die Verbindung mit der App via WLan funktioniert tadellos.

Qualität
Die Videoqualität ist meines Erachtens gut, das Weitwinkel-Objektiv hat für den Einsatz auf dem Bike einen guten Winkel und der Bildstabilisator leistet gute Arbeit.
Die Möglichkeit während dem Filmen Fotos zu schiessen, fand ich bei der Produkt-Ausschreibung sehr attraktiv. Bei den Fotos fällt aber die Kern-Funktion der Kamera auf: Filmen.
Die Foto-Qualität ist vergleichbar mit Smartphone-Fotos, aber nicht mit jener meiner 100 EUR Canon Kamera.
Vergleiche der Video- und Fotoqualität der Virb mit Produkten wie GoPro findet man auf Youtube.

Design und Robustheit
Das Design der Kamera ist meines Erachtens sehr gelungen. Auf dem Lenker befestigt, sieht die Virb cool und bedeutend wertiger als beispielsweise die GoPro aus.
Stürze und Regen hatten wir zum Glück kaum, die Kamera fühlt sich aber sehr solide an und soll bis 1 Meter wasserdicht sein. Ob dies zutrifft werde ich in 3-4 Monaten sagen können.

Probleme
Die Software hat wie erwartet noch Bugs, wird aber regelmässig upgedated.
Schiebt man beispielsweise den Aufnahme-Schiebeschalter schnell hin und her, stürzt die Kamera ab. Zudem macht die Software Probleme, wenn man die Aufnahme via Smartphone aktiviert und so einen Konflikt mit dem Zustand des Aufnahme-Schiebeschalters auslöst (dieser bleibt dann natürlich in der „off“-Position, obwohl die Kamera aufzeichnet).

Ich hatte im Durchschnitt 2-3 Software-Abstürze pro Tag. Die Kamera friert aus unbekannten Gründen während dem Recorden ein und lässt sich nur mit langem Drücken der On/Off Taste rebooten.
Das grösste Problem dabei ist, dass damit der Schreib-Prozess unterbrochen wird, d.h. die laufende Aufnahme ist futsch.
Optimaler wäre, wenn die Kamera bereits während der Aufnahme mit dem Beschreiben der SD-Karte beginnen würde und nicht erst, wenn die Aufnahme beendet wurde.

Ein weiteres Problem ist die technisch bedingte Verzögerung beim Einschalten: Schiebt man den Aufnahme-Schiebeschalter nach vorne muss die Kamera die Software starten. Dies verzögert die Aufnahme um etwas mehr als 15s. Je nach Trail kann das durchaus entscheidend sein.

Fazit
Ich wechselte vor ein paar Jahren von der Film- zurück in die Fotoecke. Dies nachdem sich zig Gigabyte unbearbeitetes Videomaterial auf meinem Computer anhäufte.
Ausgerüstet mit einer stabilen und günstigen Canon Kamera konnte ich an Rennen und auf Touren schnell und einfach gute Fotos schiessen und kurze Filme aufzeichnen.
Entsprechend bin ich den „Helmkameras“ gegenüber skeptisch eingestellt.
Die Virb brachte mich zurück und weckte sogar das Bedürfnis nach einer zweiten Kamera, welche z.B. unten am Sattel befestigt ist.

Die Virb punktet bei mir primär mit zwei Dingen:
• Schnelles und einfaches Ein- und Ausschalten: Dies motiviert viele kurze Clips aufzunehmen, was die Nachbearbeitung zuhause massiv verkürzt.
• Das Design: Am Lenker montiert, wirkt die Kamera nicht wie ein Stück billigen Plastik, sondern beinahe ästhetisch.

Beispiele:
Beispiel eines Videos von Gran Canaria (tägliche Nachbearbeitung ca. 2-3h): http://www.youtube.com/watch?v=gVHRnlbDmAs

Bei Fragen: clemens@bartlome.com

Produktlink zu Amazon

Processing your request, Please wait....
| Keine Kommentare »

Mountainbiken auf Gran Canaria

von lioninside, Kategorie Reise am 12. März 2014

Wir sind auf dem Rückflug nach Zürich. Hinter uns liegen 14 Tage Mountainbike-Training auf Gran Canaria.
Es war bereits das dritte Mal, dass wir das eher unbekannte Bike-Paradies rockten. Unzählige Trails unterschiedlichsten Schwierigkeitsgrades, wunderschöne Überlandstrassen, schnelle Verbindungsstrecken auf dem Asphalt und die für die Insel typischen „Wanderungen“ haben wir in den Beinen.

Für alle, die nach einer anspruchsvollen Umgebung für intensives Biken suchen, hier ein paar Tipps:

Wetter:
Das Wetter auf der Insel ist sehr lokal: Es ist möglich, dass auf der Südseite die Sonne scheint und ein paar Kilometer weiter nördlich regnet und windet es.
Wer den kompromisslosen Sommer sucht, bleibt am besten in der Umgebung Maspalomas (Faro, Playa des Ingles). In dieser Region scheint die Sonne, auch wenn es auf der restlichen Insel regnet (Video).

Routen:
Wir kennen die Insel in der Zwischenzeit sehr gut und erarbeiteten uns über die letzten Jahre sehr schöne Routen. Damit konnten wir die „Rideable“ Quote von anfangs 50% auf ca. 70% – 85% reduzieren (bei 60km sind das ca. 48km fahren und 12km bzw. 2h gehen).
Dennoch: Wer zwischendurch nicht schieben mag, sollte eher auf’s Rennrad wechseln. Gerade die schönsten Abschnitte sind teils nur mit „Wanderungen“ über ein paar hundert Höhenmeter erreichbar.
Die Insel bietet bezüglich des Terrains alles was das Mountainbiker-Herz begehrt: steinige Trails, schnelle Downhills auf Schotterpisten, extrem steile Aufstiege auf Lavastein und und und.
Die besten Routen beginnen auf ca. 800 Metern über Meer. Unterhalb dieser Grenze sind die Wege schwieriger zu finden und gerade im Norden oftmals stark verwachsen oder ausgewaschen.

Karte und Orientierung:
Dieses Jahr fuhren wir zum ersten Mal ausschliesslich nach GPS. Ich plante vorab die Routen mit Google Earth, zeichnete einen genauen GPS-Track und ladete diesen auf meinen Garmin Edge 810.
Mit dieser Planung gewannen wir während den Touren sehr viel Zeit und konnten flüssig fahren. Die offiziellen Landkarten der Insel sind sehr dürftig und die Wegweiser im Gelände scheinen schon fast zufällig gesetzt. Ein Pfad, der auf dem Satellitenbild zu sehen, ist die einzige Garantie, dass es diesen wirklich gibt.

Material:
Wir bringen unsere 29er-Bikes (Niner und Pivot) jeweils selber mit. Es ist aber problemlos möglich gute Bikes zu mieten.
Mit einem Fully ist man sicher gut bedient, das Mehrgewicht ist bei den „Wanderungen“aber durchaus zu spüren.
Im Februar sollte man Frühlings-Bekleidung mitbringen und sich auf windige Kanten einstellen: Trikot, Ärmlinge, Halstuch (!), eine warme Schicht wie z.B. Windstopper und eine leichte Regenjacke. Nach den Touren ist eine leichte Daunenjacke und ggf. ein Schal zu empfehlen, die Hotels und Appartements haben meist keine Heizung.

Übernachtung:
Da wir ohne Mietauto unterwegs sind, suchen wir uns jeweils eine Location in den Bergen, um möglichst nah an den Routen zu sein. Die Anzahl Hotels bzw. Ruals ist überschaubar und auf TripAdvisor etc. gut vertreten.

Wir wählten dieses Jahr als Basecamp „Tejeda“. Die kleine Ortschaft liegt auf der Nord-Süd Schneise der Insel und ist ein empfehlenswerter Ausgangspunkt für anspruchsvolle Mountainbike-Routen.
Das Dorf bietet eine fantastische Aussicht, zudem hat es einen SPAR-Laden und Restaurants.

Die geografische Lage ist leider ein paar Kilometer zu weit nördlich. In der Nacht kühlt es daher im Februar merklich ab und der Südeinfluss ist nicht ganz so stark.
Bei Regen lohnt es sich daher die Webcam’s im Süden zu checken oder einfach loszufahren. Nach 30min Fahrt Richtung Ayakata strahlt bestimmt die Sonne.

Plant man ein Auto zu mieten, lohnt es sich im südlichen und immer sonnigen Teil der Insel zu nächtigen und die Routen mit dem Auto anzufahren.

ÖV:
Der ÖV (Bus) existiert, ist aber sehr dürftig was die Fahrplandichte betrifft. Zudem darf man das Bike nicht in den Bus nehmen.

Fazit:
Wer es gerne intensiv und steil fährt und im mitteleuropäischen Winter den Sommer sucht ist auf Gran Canaria bestens bedient. Wer Letzteres bevorzugt und nur zwei, drei einfache Touren in der Küstengegend fahren will ebenfalls.
Sucht man ein Gebiet für mittelschwere Touren mit einer „Rideable“ Quote von 90%-100% sollte die Insel eher verhalten angehen.

Wer sich einen kurzen Eindruck verschaffen will, findet hier ein paar 1-2 minütige Videos.

Bei Fragen ein Email an clemens@bartlome.com.

Viel Spass!

Processing your request, Please wait....
| 1 Kommentar »

28′000 Höhenmeter in 8 Tagen

von lioninside, Kategorie Rennen am 20. September 2013

Rennbericht IRONBike 2013

Tag 8, kurz nach drei Uhr: Zusammen mit drei Fahrern aus Italien überquere ich die Hauptstrasse bei Mollieres. Hinter uns liegt ein anspruchsvoller Downhill über die planierten Skipisten von Sestriere.
Der Helfer am Strecken-Posten ruft uns laut “Chaberton” zu und zeigt mit seiner Hand auf einen mächtigen Felsbrocken rund 10km vor uns.

3131 Meter ist der markante Berg hoch – und wir befinden uns nach der steinigen Abfahrt gerade mal auf 1’280 Meter über Meer. „Work to be done“ denke ich mir und versuche einen Krampf im Unterarm zu lösen.

IMG_3433

223 Tage vorher füllten mein Bruder und ich die Anmeldung für das IRONBike aus. Das Mountainbike-Rennen gehört laut Veranstalter zu den härtesten Stage Races der Welt und findet bereits zum zwanzigsten Mal statt.

Nach unserer Teilnahme am prestigeträchtigen „Cape Epic“ im 2012 suchten wir eine Steigerung und das IRONBike schien uns diese zu bieten.

Die neun Etappen führten durch das felsige Piemont und waren wahrhaftig unbarmherzig: Bis zu 12 Stunden waren wir pro Tag unterwegs, stiegen zwischen 3′000 – 4′000 Höhenmeter auf und kämpften gegen Regen, Hagel und Hitze. Die Streckenabschnitte waren teils gerade mal 50% “rideable” (fahrbar). Die restlichen Kilometer trugen und schoben wir das Bike auf alpinen Pfaden den Berg hoch – und sehr oft auch wieder runter.

Mein Bruder und ich rutschten vor knapp zwei Jahren mehr durch einen Zufall in die Stage Race- bzw. MTB-Szene. Das Spannende an solchen Rennen ist, dass Körper und Geist gleichermassen gefordert werden. Mit schnellen Beinen kommt man zwar gut den Berg hinauf, spätestens nach drei Tagen reicht das aber nicht mehr aus. Das nasse Zelt am Morgen, die lauwarme Pasta zum Frühstück, die mechanischen Probleme am Bike, die eintönige Energieriegel-Verpflegung, die immer stärker werdende Müdigkeit, nicht-fahrbare Wanderwege und und und – das alles gehört dazu.

Zudem gilt es strikt eine zurechtgelegte Strategie zu verfolgen und die Kräfte akribisch einzuteilen. Wer am ersten Tag schon voll rein rennt, hat wenig Chance Finisher zu werden. Mitunter neben technischen Problemen wohl der häufigste Grund aufzugeben.

Gesund über die Ziellinie zu fahren ist denn auch für uns das oberste Ziel.

Entsprechend lassen wir uns in den ersten Tagen jeweils zurückfallen, versuchen Energie zu sparen und das Material zu schonen. Das ist nicht immer so einfach, da gerade zu Beginn die Beine frisch und die Nervosität im Feld hoch sind.

IMG_1387

Am IRONBike reichte die Strategie leider nicht. Mein Bruder kämpfte mit mächtigen Blutergüssen an den Füssen und musste Mitte Woche aufgeben. Ich fuhr alleine weiter und wurde einen Tag vor Schluss, zusammen mit 23 Ridern, Opfer eines Fehlentscheids des Racedirectors.

Aber auch das gehört dazu. Die Professionalisierung gelang erst einer Handvoll Rennen, was auch Vorteile hat.

IMG_1375

Hier ein paar Antworten auf Fragen, die mir immer mal wieder gestellt werden:

Wir bereitet man sich auf ein solches Race vor?

Wir trainieren rund 10 – 15h pro Woche (wir arbeiten beide 100%). Im Winter mache ich v.a. Indoor-Cycling und gehe ins RVZ Kondi-Training, im Frühling fahre ich längere Touren mit dem Rennvelo und auf dem MTB.

Am Rennen selber ist dann 50% Kopfsache. Wie ich das trainieren kann, habe ich noch nicht herausgefunden.

Wir hält man 12h auf dem Mountainbike aus?

Eigentlich relativ gut. Man muss lernen bzw. akzeptieren, dass man während dieser Zeit verschiedenste Gemütszustände hat. Man fühlt sich am Vormittag beispielsweise während zwei Stunden sehr fit, nach dem Mittag für eine Stunde hundemüde, hat plötzlich Hunger etc. Während 12h kann man unmöglich in Top-Form sein. Nach jedem Tief folgt aber meistens wieder ein Hoch.

Wie ernährt man sich?

Grundsätzlich heisst die Regel: “Immer essen, wenn man essen kann”.

Am IRONBike bestand die Hauptnahrung aus Pasta (am Cape Epic ist das bedeutend abwechslungsreicher). Während des Tages ergänzt man mit bewährten Energieriegeln und ggf. Bananen. Ich brauche mit 7l – 12l Wasser verhältnismässig sehr viel Flüssigkeit.

Was werden für Bikes gefahren?

Das ist sehr unterschiedlich. Mit einem Bike, auf dem man sich wohl fühlt, ist man schon auf dem richtigen Weg. Bei einem Rennen wie dem IRONBike ist ein Carbon Rahmen sicher von Vorteil (wir trugen unsere Alu-Rahmen die Berge hoch). Was sich sicher lohnt ist ein relativ neues Bike zu fahren. Schäden sind sehr, sehr nervig. Zudem fahren wir Tubeless.

Welches ist das nächste Race?

Mein Bruder geht zum zweiten Mal ans JoBerg2c in Südafrika. Ich liebäugle mit dem RAAM.

Die Antwort auf die Aussage „das würde ich nie durchhalten“ lautet übrigens „aber sicher – man muss nur wollen“. Die grösste Schwierigkeit ist sich nach dem Race wieder an die Stadt und den Verkehr zu gewöhnen ;)

Keep it up!

Processing your request, Please wait....
| 2 Kommentare »

Noch 4 Tage bis zum Iron Bike

von lioninside, Kategorie Rennen am 16. Juli 2013

Unbenannt-12

Noch 4 Tage bis zum Iron Bike! So langsam steigt die Nervosität.

Der allgemeine Gefühlszustand ist zur Zeit bei beiden gut. Dank dem sehr netten aber äusserst bescheidenen Informationsfluss seitens Organisation können wir uns nur überraschen lassen. Und das ist gut so.
Einzig, dass der Prolog in „Limone“ bei Nacht stattfindet ist durchgedrungen. Die Schweinwerfer sind geladen und ready.

Die letzten Tage haben wir das Material gecheckt und die fehlenden Utensilien organisiert. Dazu gehört u.a. eine Rettungsdecke und eine Trillerpfeife für die eigene Rettung.

Das Iron Bike da etwas pragmatischer als das Cape Epic. Auch Zelt, Mättli, Geschrirr etc. muss jedes Team selber mitbringen – und das ist durchaus eine erst zu nehmende Umstellung. Nach 4’000 erklommenen Höhenmeter das Zelt im Schnee aufzustellen, braucht Ressourcen – und warme Kleider. Schneehosen, solide Wanderschuhe, Handschuhe und Mütze für das Camp liegen schon mal bereit. Für unterwegs setze ich auf Arm- und Beinlinge, lange Handschuhe und Isolayer.

Die letzten Trainingstage verbrachte ich primär auf dem Spinning Bike. Indoor Training ist für mich der „sichere Hafen“. Da weiss ich genau was zu tun ist, kann den Kopf ausschalten und mein Programm abtrampeln.
Seit dem Sonntag habe ich nun das Training massiv reduziert – schliesslich will ich 120% ausgeruht an den Start. Das EKG und der absolvierte Medical Check bestätigten zudem, dass die Grundvoraussetzungen gegeben sind.

Noch etwas unklar ist, wie ich die Berichterstattung machen kann. In Italien gibt es keine unlimitierten Telefonpläne und ob das Wlan an den Locations, dann wirklich funktioniert, wird sich noch herausstellen. Sobald die Verbindung steht und ich noch sprechen kann, werde ich hier natürlich möglichst Live berichten und die Tracks sharen.
Eine professionelle Berichterstattung macht übrigens Rai 3 jeweils um 19:00.

Processing your request, Please wait....
| Keine Kommentare »

Indoor Cycling

von lioninside, Kategorie Training/Fitness am 18. Juni 2013

IMG_0534

Draussen ist endlich Sommer und ich schreibe über Indoor Cycling. Das mag zugegeben etwas merkwürdig erscheinen.

„Wie kannst du jetzt indoor trainieren?“ höre ich diese Tage oft – aber nicht nur im Sommer.

„Indoor“ verbinden viele mit Qual und als mühselige Trainingsalternative bei Regen oder Schnee.
Zugegeben, als im mich auf’s Cape Epic vorbereitete und unzählige Stunden auf dem Spinning-Bike abstrampelte, kämpfte ich auch gegen das eher eintönige „Umfeld“.

Dies ist aber auch schon das erste Argument sein Training mit Indoor zu ergänzen: Mentales Training. Ein Kollege von mir trainiert absichtlich 2cm vor der weissen Wand. Das ist natürlich etwas extrem. Aber auch mit etwas mehr Raum ist die Ablenkung “schwach” genug um die mentale Stärke zu erweitern.

Das Herz bzw. dessen Frequenz spielt aber natürlich die Hautprolle beim Indoor Cycling. Sehr einfach kann der Puls gezielt an die obere Grenze getrieben und die aktive Erholung geübt werden.
Ich weiss bspw. sehr genau wann ich mich „verheize“ und wie lange ich brauche um den Puls zurück auf 145 zu holen. Aber auch eine regelmässige Trittfrequenz kann auf dem stationären Bike sehr effizient trainiert werden.

Hier ein paar allgemeine Tipps für Einsteiger:

1.Ein Spinning-Bike ist kein „Hometrainer“. Und: Qualität zahlt sich aus. Bei einem vernünftigen Training werden grosse Kräfte auf den Rahmen übertragen, welchen dieser standhalten muss.

2. Die Messgrösse bei Spinning bzw. Indoor Cycling ist die Herzfrequenz (und nicht Watt). Ich empfehle daher mit einer Pulsuhr zu trainieren und eine max. Pulstest zu machen.

3. Ein Training setzt sich auch Intervallen zusammen. Ein Intervall hat eine Trittfrequenz und eine prozentuale Angabe der Herzfrequenz. Diese basieren auf dem maximalen Puls. Ein 80% Intervall heisst folglich 80% vom max. Puls.

4. Jedes Intervall ist ein Soundtrack und der Rhythmus dieses gibt die Trittfrequenz vor. Eine gute Playlist ist daher ein wesentlicher Bestandteil des Trainings.

5.Vor dem Training lohnt es sich ein Trainingsprofil zu erstellen. Auf einem Blatt Papier zeichnet man bei einem 45’ Training 9 Abschnitte. Jeder Abschnitt ist ein Intervall und zu jedem schreibt man die angestrebte Intensität mit Prozent oder den Farben grün, orange, rot. Im nächsten Schritt gibt man die Steigung pro Intervall an. Dies definiert die Trittfrequenz von 60 – ca. 108. Der letzte Schritt ist die Auswahl der Tracks. Auf cardioplalists.com habe ich eine paar Beispiele inkl. Playlists aufgeführt.

Für den Einstieg lohnt es sich Lektionen zu besuchen und dies wenn möglich bei unterschiedliche Instruktoren. Die Unterschiede sind meist gewaltig.

Viel Spass

Processing your request, Please wait....
| Keine Kommentare »

HIIT

von lioninside, Kategorie Training/Fitness am 3. Juni 2013

Trainingsmethoden kommen und gehen. Das High Intensity Interval Training kurz “HIIT” gehört sicher auch dazu.

Letztendlich geht es aber darum heraus zu finden was für den eigenen Körper gut ist und einen Trainingseffekt auslöst. Für mit ist HIIT in diesem Sinne eine gute Abwechslung zum “normalen” Intervall-Training. Ich muss aber zugeben, dass es manchmal etwas Überwindung braucht ein HIIT zu starten. Das gehört dazu.

Auf dem Cardio Cycling Bike bevorzuge ist ein 20/40 Intervall sprich 20s trampeln was das Zeug hält und anschliessend 40s Erholung. Natürlich gibt eine Reihe weitere Einteilungen und Empfehlungen.

Ein HIIT ist nicht nur trampelnd möglich! Boxjump, Springseil oder Treppensteigen sind ebenfalls wirksame Übungen. Letzteres gehört bei mir zu den präferierten Methoden. Ich wohne im sechsten Stock, die perfekte Höhe für ein sehr intensives Intervall. Von unten bis nach oben habe ich rund 30s wobei alles erlaubt ist – ausser natürlich den Lift zu nehmen. Oben angekommen fahre ich nach unten und erhole mich. In der vierten Runde folgt der Zusammenbruch auf der Treppe – in der Hoffnung, dass niemand entgegen kommt ;)

Was sind eure Erfahrungen mit HIIT?

hiit

Processing your request, Please wait....
| Keine Kommentare »

Trainingscamp 2014 auf Gran Canaria

von lioninside, Kategorie Reise am 31. Mai 2013

Das Winter-Trainingscamp 2014 liegt noch in weiter Ferne, mit der Organisation rechtzeitig zu beginnen zahlt sich aber aus. Zumal die Flüge und Hotels aktuell bedeutend günstiger sind und die Auswahl an Unterkünften grösser.

Wir reisen Ende Februar erneut nach Gran Canaria. Die Insel ist zu dieser Jahreszeit nicht nur bezüglich Wetter die perfekte Location sondern überzeugt mit einer abwechslungsreichen Landschaft und anspruchsvollen Touren. Letzter müssen zwar etwas gesucht bzw. recherchiert werden, da die Beschilderung der Wege nur in den seltensten Fällen die Orientierung unterstützt.

Die Insel ist sehr felsig und steil wobei sich der Süden stark vom Norden unterscheidet. Der Norden ist bedeutend grüner als der Süden und es kann durchaus einen Tag lang regen. Dies ist im Süden äusserst selten der Fall.

Wir bevorzugen als Ausgangspunkt für unsere Touren die Berggegend im nördlichen Teil und wohnen jeweils in einem sog. Rual. Das sind einfache, kleine Herbergen mit 5 – 15 Zimmer.
Vor zwei Jahren wagten wir uns in eines der riesen Ressorts. Dies würde ich trotz den Annehmlichkeiten wie Pool etc. nicht empfehlen. Die Komplexe stehen zudem an der Küste und dies ist ein merklich schlechter Ausgangspunkt. Auch windet es oft sehr stark.

Dieses Jahr wohnten wir im Poshada Rural in Fontanales. Für nächstes Jahr haben wir in Cruz de Tejeda ein Appartement gebucht (Hotel Fondadelatea). Das Rual Poshada liegt ziemlich abgelegen, da wir aber jeweils 6h – 8h pro Tag biken, spielt das für uns keine Rolle. Das Abendprogramm heisst jeweils Duschen, Essen, Schlafen. Mehr kann man da oben auch nicht wirklich machen – ausser natürlich wandern.
Der Besitzer des Rual ist sehr gastfreundlich, holte uns am Flughafen ab (für 50 EUR) – und er besitzt eine Pressluft, was für Tubeless Fahrer Gold wert ist.
Überhaupt lohnt es sich vorgängig bei den jeweiligen Besitzer zu melden und Fragen etc. zu klären. Dies haben wir auch für unseren Aufenthalt im 2014 gemacht und erfuhren so von dem noch nicht eröffneten Appartement, welches wir nun gebucht haben.

Die Bike-Touren stellen wir uns jeweils am Vorabend anhand der eher primitiven Wanderkarte und Google Earth zusammen. Wie beschrieben, ist es nicht immer einfach den Weg im Gelände zu finden. Zudem sind Wanderwege schnell mal nicht mehr “rideable”. Da wir es uns gewohnt sind das Bike auch mal 2h einen steinigen Weg hinauf zu tragen bzw. zu stossen, ist dies nicht weiter schlimm sondern Training ;)

Wer jedoch fahren will, sollte Wanderwege tendenziell meiden bzw. auf Google Earth vorab genau anschauen.
Ich werde bis im Winter hier sicher mal noch ein paar schöne Touren zusammenstellen und sharen.

Wir bringen jeweils unsere eigenen Bikes mit (Mieten ist möglich). Mit Air Berlin funktioniert das ganz gut muss jedoch angemeldet werden. Das gilt ebenso für „Edelweiss“. Die Kosten sind jedes Jahr anders.
Für Ersatzteile und Reparaturen steuert man am besten den Shop “Free Motion” an. Das ist ein von Deutschen geführtes Unternehmen welches übrigens auch geführte Touren anbietet.

Ich fahre im Februar mit kurzen Bibs und Kurzarm-Trikots. Nach Sonnenuntergang wird’s sehr schnell sehr kalt und stockdunkel. Es lohnt sich daher eine Jacke und min. ein Rücklicht mitzunehmen. Zudem empfiehlt es sich Tubeless zu fahren. Nach einem Sturz in einen Kaktus zieht man locker 10 Stacheln aus dem Reifen.

Weitere Infos findet ihr in unserem Reisebericht 2013.
Bei Fragen gerne kommentieren. Ev. organisieren wir im Frühling auch ein geführtes Trainingscamp sofern wir genügen Leute zusammen bringen.

o92o1_1280

Processing your request, Please wait....
| Keine Kommentare »