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Etappe 4 – Durch British Columbia nach Vancouver

Geschrieben von perBikedurchNordamerika am 29. Oktober 2013 | Abgelegt unter Allgemein

19 Tage | 1438,7km | Fahrzeit: 91h 17min | 34977 kcal | 16876 Höhenmeter

Nach dem spektakulären Steward-Cassiar Highway fuhren wir weiter Richtung Süden, über Smithers, Burns Lake, Prince George, Whistler und Vancouver Island. Bereits an der Kreuzung des Steward-Cassiar-Highways mit dem Highway 16 merkte man: Der Verkehr hatte zugenommen! Meist zweispurig führt der Highway 16 bis nach Prince George. Wildnis ade! Jede Menge Trucks und wenig Seitenstreifen, wahrlich nicht der richtige Ort für einen Fahrradfahrer! Die LKWs überholen einen mit hoher Geschwindigkeit und oft ohne Sicherheitsabstand, ihnen scheint die Straße wohl zu gehören! Bergauf gab es teilweise gar keinen Seitenstreifen, weshalb das ein oder andere Überholmanöver für uns sehr gefährlich wurde. Nach Prince George ging es weiter auf dem Highway 97, selbes Spiel wie auf dem Highway 16.

Hwy16-hungry-hill-2

Hinter Quesnel konnten wir zumindest für zwei Tage dem Verkehr entgehen, denn es gab eine kleine Seitenstraße parallel zum Highway. Ansonsten fühlten wir uns bis zum Highway 99 eher wie auf der deutschen Autobahn. Für alle die eine solche Tour planen: Es gibt eine wahrlich schönere Alternative und die heißt Fähre! Von Prince Rupert aus kann man die Fähre nach Vancouver Island nehmen. Wir hörten von Gletschern, wunderschönen Küstenlandschaften und sogar dass man von der Fähre meist Wale beobachten kann! Also, wir nehmen das nächste Mal auf jeden Fall die Fähre! Die Highways 16 und 97 sind per Fahrrad wirklich nicht zu empfehlen.

Hwy97-Die-Abkürzung-die-keine-war

Sollte sich jemand doch für die Highway-Variante (ob per Rad oder mit anderen Transportmitteln) entscheiden: unbedingt in Smithers anhalten und einen Tag auf dem Hudson Bay Mountain einplanen! Smithers ist ein mittelgroßer Ort, in dem vor allem im Winter der Skibetrieb auf Hochtouren läuft. Aber auch im Sommer kann man dort gut wandern und Mountainbiken. Wir machten einen kleinen Tagesausflug zum Kratersee, der sich kurz über der Baumgrenze befindet. Von dort hat man einen fantastischen Blick auf die umliegenden Berge und nach der actionreichen Fahrt nach unten auf unseren Liteville Bikes, gönnten wir uns ein kaltes Bier in der Stadt.

Mountainbiking-Smithers

Der zweite Ort, an dem man unbedingt stoppen sollte ist die Gegend rund um Whistler, wo 2010 die Winterspiele von Vancouver stattfanden. Der Ort wurde dadurch weltweit berühmt und ist nun belagert von Touristen. Wir fuhren noch ein kleines Stückchen weiter bis nach Squamish. Von dort unternahmen wir einen 2-Tagesausflug zu einer kleinen Hütte in den Bergen, am Elfin Lake. Das ist sowohl für Wanderer als auch für Mountainbiker ein traumhafter Ausflug. Wir übernachteten in einer Hütte am Elfin Lake und bezahlten dafür 15$ pro Person. Dafür gab es einen Butanherd dort. Gewohnt an die Hütten in Europa, hatten wir jedoch Matratzen erwartet. Doch dort angekommen, merkten wir, dass es hier wohl keine Matratzen gab sondern nur ein Holzbrett. Und was ist der Vorteil daran? Man verpasst auf jeden Fall nicht den Sonnenaufgang früh morgens! Die Hütte liegt auf ca. 1550 Höhenmetern und wir hatten eine nette Abfahrt über 1500 Höhenmeter bis nach Squamish, das in etwa auf Meereshöhe liegt.

Weiter geht es nun an der Westküste entlang dem Highway 101 nach San Francisco.

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Squamish-4

Squamish-3

Hwy16-Helena-Lake-Recreational-Site

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Etappe 3 – Der Steward-Cassiar-Highway, eine bärige Strecke!

Geschrieben von perBikedurchNordamerika am 17. September 2013 | Abgelegt unter Allgemein

10 Tage / 897,7km / 54:54 / 20365kcal / 9112 Höhenmeter

Steward-Cassiar-Hwy-1

Kurz vor Watson Lake bogen wir vom Alaska Highway ab in Richtung Süden. Der Steward-Cassiar Highway führt vom Alaska Highway, durch British Columbia bis nach Kitwanga, BC. Den breiten und gut ausgebauten Alaska Highway mit viel Verkehr gewohnt, waren wir überrascht über die schmale und kurvenreiche Straße des Steward-Cassiar Highways. Insgesamt schmäler, kein Seitenstreifen, keine Straßenmarkierungen, mit wenig Verkehr und mitten durch den Wald erinnerte uns die Straße eher an eine Dorfstraße daheim als an einen Highway. Doch genau das wollten wir und so freuten wir uns auf 900km auf dieser einsamen Straße!

Steward-Cassiar-Hwy-2

Die ersten beiden Tage fuhren wir durch ein Waldbrandgebiet, dort standen nur noch verbrannte Baumstumpfen. Kein einziges Tier sahen wir und es war sehr ruhig und ein bisschen gespenstisch. Später erzählte man uns, dass der Wald 6Monate lang brannte und nur heftiger Regen konnte ihn löschen. Doch zu unserer Freude sahen wir schon wieder kleine, 5-10cm hohe Bäume wachsen. Wenig später trafen wir auf Goldsucher und wir fragten kurzerhand nach einem Interview, das wir dann auch bekamen. Schon seit 30 Jahren suchte die Familie hier nach Gold und das Prinzip hat sich seit dem Goldrausch nicht geändert, nur die Hilfsmittel sind andere geworden. Statt wie früher mit einer Goldpfanne wäscht man heute das Gold mit einem „Shaker“, einer riesigen Maschine. Im einsetzenden Regen fuhren wir weiter gen Süden und trafen ziemlich bald auf den Ort Jade City. Dort wird im umliegenden Gebirge Jade abgebaut und es gibt ein kleines Geschäft mit Jadeschmuck. Dort stellten wir uns vom Regen unter und bekamen eine heiße Tasse Kaffee. Als der Regen nicht aufhörte beschlossen wir dort zu bleiben, denn man konnte nebenan kostenlos zelten. Nach Jade City wurde das Wetter dann besser und es blieb sonnig, der Gegenwind blieb die meiste Zeit. Die Hauptwindrichtung im Spätsommer in British Columbia ist von Süd nach Nord, das gilt es bei der Planung einer Fahrradtour am Steward-Cassiar-Highway zu beachten.

Seward-Cassiar-Forest-Fire-2

Steward-Cassiar-Forest-Fire-3

Steward-Cassiar-Forest-Fire-1

An der Meziadin Junction angekommen, stand ein kleiner Tagesausflug nach Steward, British Columbia und Hyder, Alaska an. Der Highway nach Hyder nennt man hier auch den „Glacier Highway“. Man fährt mitten durch ein riesiges Gebirge mit eisblauen Gletschern. Einer davon ist der „Bear Glacier“. Er liegt auf ca. halber Strecke zwischen Meziadin Junction und Steward und fließt direkt neben der Straße in einen kleinen Gletschersee. Hinter Hyder kann man noch den „Salmon Glacier“ besichtigen. Eine Forststraße führt zum Gletscher hinauf und man hat einen wunderbaren Blick über diesen immensen Gletscher. Wirklich sehenswert! Die letzte Attraktion in Hyder ist der „Fish Creek“. Dort beenden im Spätsommer die Lachse ihre lange Reise vom Ozean um dort zu laichen. Eine Brücke führt mehrmals über diesen Bach und ist der perfekte Spot um Grizzlies beim Fischen nach Lachsen zu beobachten. Leider waren an diesem Tag keine Bären im Creek gesehen worden.

Trip-to-Steward-Bear-Glacier

Trip-to-Steward-Glaciers-along-the-way

Trip-to-Steward-Ice-along-the-way

Trip-to-Steward-Salmon-Glacier

Was man noch wissen muss: Die Chance hier auf Schwarzbären zu treffen liegt bei fast 100%. Im Umkreis von ca. 200km um die Meziadin Junction sahen wir in 2 Tagen insgesamt 16 Schwarzbären auf dem Highway! Meistens standen sie direkt am Straßenrand und fraßen Blaubeeren. Sobald sie uns entdeckten flohen manche ins Gebüsch, andere warteten ein wenig ab und gingen dann ganz gemächlich über die Straße. Es ist atemberaubend diese Tiere in freier Wildbahn zu erleben, insbesondere aus der Nähe und vom Fahrrad aus. Da wir als Fahrradfahrer verwundbarer sind als in einem Auto, galt für uns besondere Vorsicht im Land der Bären! Wir haben uns vor der Tour im Internet gut informiert und einige Verhaltensregeln aufgestellt:

Die Regel Nummer Eins für uns war „Lass den Bären wissen, dass du da bist“! Diese Regel gilt sowohl für Fahrradfahrer als auch für Wanderer. Entdeckten wir einen Bären im Gebüsch bevor es uns sah, versuchten wir mit Lärm auf uns aufmerksam zu machen. Dazu benutzen wir entweder unsere Stimme oder den Leerlauf unseres Fahrrads. Manche stellten sich dann auf die Hinterbeine. Das ist nicht etwa ein Zeichen von Aggressivität, wie man vielleicht meinen würde. In Wirklichkeit steht ein Bär auf, um besser zu sehen.

Steward-Cassiar-Bears-1

Die zweite wichtige Regel für uns war, niemals zu rennen. Egal wie nah ein Bär ist, sollte man nicht schreiend vor ihm weglaufen, denn dann sieht er dich als Beute. Vielmehr heißt es Ruhe bewahren und langsam Abstand gewinnen. Wir erlebten eine Situation, in der ein Schwarzbär uns sehr nahe war. Wir standen auf dem Seitenstreifen, als plötzlich auf der anderen Straßenseite ein großer Schwarzbär aus dem Gebüsch kam und 5 Meter vor uns stehen blieb. Wir blieben regungslos stehen. Zuerst widmete er sich wieder den Beeren, doch dann machte er ein paar Schritte in unsere Richtung. Wir beschlossen lieber Abstand zu gewinnen und schoben unsere Räder langsam davon, immer ein Auge auf den Bären gerichtet und ihn beobachtend. Damit verschwand er auch wieder im Gebüsch. Die meisten anderen Bären sahen wir schon weit vorher und stoppten, sobald sie uns entdeckten, ließen Abstand und warteten bis sie wieder verschwunden waren. Bei all unseren Begegnungen  mit Bären unterm Fahren, hielten wir uns an diese Regeln und keiner der Bären zeigte eine aggressive Verhaltensweise. Selbst eine Bärenmama mit drei Jungen konnten wir aus einiger Entfernung ca. eine Stunde lang beobachten.

Steward-Cassiar-Bears-3

Steward-Cassiar-Bears-4-bear-family

Was das Zelten in dieser Gegend betrifft, hielten wir uns an die wohl wichtigste Regel: kein Essen, Trinken oder Hygieneartikel im Zelt! Sicher in unserer Bärenbox verstaut, deponierten wir unser Essen ca. 300m weg vom Zelt. Bisher hat die Box noch keine Kratzspuren von Bären ;) .

Steward-Cassiar-Camping-1

Wenn man sich an diese Regeln hält, dem Bären mit Respekt begegnet und ihm genügend Raum gibt, werden diese atemberaubenden Begegnungen zu einem unvergesslichen Erlebnis im positiven Sinne! Man darf niemals vergessen, dass wir in ihren Lebensraum eindringen und nicht umgekehrt. Und einige Verhaltensweisen, wie das Beschützen der eigenen Kinder vor Fremden finden wir doch in uns selbst meistens wieder!

Steward-Cassiar-Bears-2

Nichts desto trotz, ein Bärenspray zur Verteidigung hatten wir dabei und immer griffbereit in unserem Getränkehalter, doch bisher mussten wir es noch nicht einsetzen und hoffen für uns und die Bären, dass es niemals dazu kommt!

Steward-Cassiar-Camping-2

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Etappe 2 – Der Alaska Highway , Fairbanks – Watson Lake

Geschrieben von perBikedurchNordamerika am 2. September 2013 | Abgelegt unter Allgemein

15 Tage / 1496,24km / Fahrtzeit: 84:18 / 32578 kcal / 11172 Höhenmeter

Yukon, Alaska Highway 4

Nachdem wir uns von den Strapazen des Dalton Highway in Fairbanks erholt hatten, ging es mit neuem Dämpfer und neuer Motivation weiter zum Alaska Highway. Der Alaska Highway zieht sich von Dawson Creek, Nordwest-Territorium 2237km lang nach Delta Junction, Alaska ca. 160km süd-östlich von Fairbanks. Eine durchgehend geteerte Straße erwartete uns.

Yukon, Alaska Highway 1

Zuerst mussten wir aber von Fairbanks nach Delta Junction über den Richardson Highway, der recht gut befahren war und daher mit dem Fahrrad eher nicht so schön zu fahren. Dafür war es aber flach, das hatten wir ja seit Deadhorse nicht mehr! Auf dem Weg nach Delta wurde es mal eben weihnachtlich in North Pole. Hier steht sogar ein Santa Clause Haus mit einer immensen Statue von Santa. Ziemlich verrückt. Hinter Delta Junction begann dann der Alaska Highway. Zuerst ging es kilometerlang flach gerade aus. Der Verkehr nahm mit der Zeit auch langsam ab und die geliebten Berge und Anstiege wurden hinter Tok dafür wieder mehr. In Tok gönnten wir uns ein Motel, da es seit zwei Tagen geregnet hatte und alles pitschnass war. Das sollte nicht der letzte Regen gewesen sein! Nach fünf Tagen erreichten wir die Grenze zu Kanada und überquerten sie in Beaver Creek,  Yukon.

Alaska, Border to Yukon

In Beaver Creek verließ uns das sonnige Wetter dann für einige Zeit und ohne die Sonne wurde es dort ziemlich schnell kalt. Was uns auf dem Alaska Highway aber weit mehr zu schaffen machte, war der ständige Gegenwind. Insgesamt hatten wir an den meisten Tagen heftigen Gegenwind, wir können uns an zwei Tage mit Rückenwind oder ohne Wind erinnern. Eine Herausforderung für Kondition, Nerven und manchmal auch für die Beziehung. Die andere Herausforderung für die Motivation: eine Landschaft, die sich 1500km lang nicht verändert! Meist fuhren wir über hügelige, mit Wald bewachsene Landschaften.

Alaska, Lake View Campground

Die Hauptstadt von Yukon, Whitehorse erreichten wir am 10. Tag. Wir fuhren von Haines Junction die 160km nach Whitehorse komplett durch und erreichten Whitehorse erst im Dunkeln. Einer der beiden Tage mit Rückenwind machte es möglich.

Auf dem Weg von Haines Junction nach Whitehorse, endlich die erste und lang ersehnte Begegnung mit einem Bären! Ein entgegenkommender Autofahrer warnte uns 2km vorher vor einem Grizzly, der direkt an der Straße steht. Schnell die Kameras bereit gemacht, Bärenspray gezückt und entsichert und los ging es. Nach kurzer Zeit schon entdeckten wir den Bären auf unserer Straßenseite, fleißig am Beeren fressen. Wir hielten an und wechselten die Straßenseite, um mehr Abstand zu bekommen, den Bären immer aus den Augenwinkeln beobachtend. Schnell hatte der Bär auch uns entdeckt, schaute zu uns rüber und stellte sich auf seine Hinterpfoten, um besser sehen zu können. Uns stockte der Atem, wie groß er dabei wirkte! Schnell fand er aber die Beeren wieder weitaus interessanter als uns. Da der Rückenwind zwischenzeitlich in Gegenwind umgeschwenkt hatte, mussten wir irgendwie an dem Bären vorbei. Im Ernstfall hätte unser Bärenspray sonst wohl mehr an uns selber gewirkt als an dem Bären. Wir entschieden uns auf zwei Autos zu warten, die wir in der Ferne entdeckten. Sie hielten direkt neben dem Bären und somit zwischen uns und dem Grizzly. Das verschaffte uns ein bisschen Sicherheit und wir fuhren vorbei. Weiter vorne hielten wir dann an um Fotos zu machen. Entgegen allen Befürchtungen, interessierten die Menschen und Autos den Bären überhaupt nicht, er fraß ganz friedlich vor sich hin. Nicht ein einziges Zeichen von Aggressivität konnten wir ausmachen. Irgendwann überquerte er einfach die Straße und verschwand im Wald. Ein unglaubliches Erlebnis!

Yukon, Alaska Highway 7, Grizzly Bear

In Whitehorse gönnten wir uns nach diesem ereignisreichen Tag eine Pause. Wir schlenderten durch die Stadt,  besuchten das Museum und tranken in einem urigen Restaurant namens „Gold Rush“ ein Bier. Das älteste Haus in Whitehorse ist übrigens um 1900 erbaut und steht heute noch.

Weiter ging es dann zur letzten Etappe auf dem Alaska Highway, nach Watson Lake. Watson Lake erreichten wir nach weiteren fünf Tagen Fahrt in der gewohnten Landschaft. Wir übernachteten kurz vor Watson Lake auf einem Campingplatz, an dem wir wieder mal nach 160km im Dunkeln ankamen. Dort lud uns ein Pärchen aus Saskatchewan auf ein Gläschen Wein ein und wir konnten bei ihnen unser Zelt aufbauen. Diese Nacht war wieder wolkenlos und noch nie hatten wir so viele Sterne gesehen!

Yukon, stars in Watson Lake

In Watson Lake selbst ist die größte Attraktion der „Sign Post Forest“, ein Schilderpark mit Ortsschildern und Kennzeichen aus aller Welt. 1942 hatte hier der U.S. Army G.I. Carl K. Lindley beim Bau des Alaska Highway vor lauter Heimweh ein Schild mit der Entfernung zu seiner Heimatstadt auf gehangen und es in Richtung Heimat zeigen lassen. Leute aus aller Welt mache es ihm seither nach und so hängen hier mittlerweile über 72.000 Schilder. Wie originale Ortsschilder wie z.B. von München oder Aachen dorthin kommen und an welchem Ortseingang diese jetzt wohl fehlen!?

Yukon, Watson Lake Sign Post Forest 1

Nun warten der Steward-Cassiar Highway und British Columbia auf uns. Wir sind gespannt, was wir hiervon berichten können!

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Etappe 1: Der Dalton Highway – von Prudhoe Bay nach Fairbanks

Geschrieben von perBikedurchNordamerika am 14. August 2013 | Abgelegt unter Allgemein

10 Tage / 785km / Fahrzeit: 61h 22min / 15283 kcal / 9495 Höhenmeter

Deadhorse

Deadhorse, Prudhoe Bay liegt im Norden Alaskas am Polarmeer. Hier wurde in der 70er Jahren ein riesiges Ölfeld entdeckt und daraufhin eine Pipeline von Deadhorse bis nach Valdez im Süden Alaskas gebaut. Die einzige Versorgungsstraße nach Deadhorse ist der Dalton Highway (von den Einheimischen auch „the Haul Road“ (Versorgungsstraße genannt), eine Kiesstraße von Fairbanks nach Deadhorse mitten durchs Nichts. Die Straße folgt hauptsächlich der Pipeline und geht damit quer übers Gebirge und nicht etwa durch Täler.

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Gegen 17 Uhr abends am 1. August 2013 fuhren wir dann von Deadhorse los in Richtung Süden. Zu dieser Jahreszeit ist es oberhalb des Polarkreises noch 24 Stunden hell und so konnten wir bis spät in die Nacht fahren. Direkt hinter Deadhorse trafen wir auf einen anderen Fahrradfahrer aus Argentinien. Er wollte nach Argentinien zurücktrampen. Na dann mal Daumen hoch! Gerne hätten wir noch mehr geplaudert, aber die Schaar an Mücken um uns herum zwang uns mehr oder weniger zum Aufbruch. Noch nie hatten wir so viele Mücken auf einmal um uns herum gesehen! Die ersten 160km waren meist flach und wir kamen gut voran als wir plötzlich einige Tiere vor uns entdeckten. Es waren so um die 10 Stück und wir konnten aus der Ferne nicht erkennen ob es Bären waren. Da wir aber wussten, dass Bären eigentlich immer allein unterwegs sind holten wir unser Teleobjektiv raus und erkannten eine Herde Büffel. Nach einer kurzen Fotosession, in der uns die Mücken wieder mal verrückt machten ging es weiter und gegen 12 Uhr suchten wir uns einen Platz zum Zelten. Nach gründlicher Inspektion auf Bärenspuren schlugen wir unser Zelt in einer kleinen Parkbucht neben dem Highway auf. Die Bärenbox mit unserem Essen versteckten wir einen Kilometer weiter im Gebüsch. Je weiter weg desto besser, die Angst vor Bären war doch present. Am nächsten Tag ging es dann weiter, bis sich gegen Mittag die Landschaft veränderte. Die Straße schlängelte sich nun einige mit Gras bewachsene Hügel rauf und runter. Man hätte meinen können wir sind in den schottischen Highlands. Die Anstiege waren zwar kurz aber steil, meist um die 9-10% Steigung. Was wir nicht ahnten: Das sollte bis Fairbanks so bleiben!

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Auch am dritten Tag ging es bergig und auf Schotter weiter. Die Trucks wirbelten mächtig Sand und Staub auf. Im Laufe des Tages hieß es dann für uns rauf auf den Pick up. 27 Kilometer Baustelle, da durfte wir mit unseren Fahrrädern nicht durch. Also wurden unsere Räder auf die Ladefläche des Pilotautos, welches die Trucks sicher durch die Baustelle führt verladen. Die Fahrerin erzählte uns von einem Campingplatz direkt hinter der Baustelle. Dort bauten wir unser Zelt direkt neben einem kleinen Gebirgsbach auf und stärkten uns für den nächsten Tag: Atigun Pass.

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Heftiger Gegenwind machte uns am nächsten Tag zu schaffen, sodass die Durchschnittsgeschwindigkeit nur ca. 9-10 km/h betrug und wir nur schleppend vorankamen. Abends erreichten wir den Atigun Pass, einen 1415 m hohen Gebirgspass in der Gebirgskette Brooks Range. Trotz ungeteerter, matschiger Straße, meterhohem Schnee im Winter und bis zu 12% Steigung passieren regelmäßig Trucks mit bis zu 40 Tonnen diesen Pass. Hinter dem Pass übernachteten wir neben einem kleinen Flughafen für Buschflugzeuge, dem Chandalar Shelf Airport. Bereits beim Zeltaufbau begann es zu regnen.

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Der nächste Morgen. Immer noch prasselten Regentropfen auf unser Zeltdach und wir entschlossen uns erstmal auf besseres Wetter zu warten. Gegen Mittag hörte es größtenteils auf zu regnen und wir fuhren los. Der Highway war zu einer Matschpiste geworden und bereits nach wenigen Metern waren wir von oben bis unten mit Schlamm bedeckt. Das Fahrrad hatte eine neue Farbe, matschbraun, und auch wir haben uns perfekt dem Farbton der Straße angepasst. Irgendwann waren die Zahnräder so mit Schlamm bedeckt, dass wir nicht mehr schalten konnten. Daher mussten wir erstmal unsere Fahrräder vom gröbsten Dreck befreien, denn immer noch gab es viele steile Anstiege zu bewältigen. Nach ca. 50km, dann endlich die Erlösung: eine frisch geteerte Straße!

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Nach einer kurzen Fahrt im Pilotauto durch die Baustelle, folgte eine angenehme Fahrt über den frisch geteerten Highway, größtenteils bergab oder flach. Endlich kamen wir mal schneller vorwärts! Kurze Zeit später, wir fuhren gerade einen Hang hinunter, entdeckten wir weit vor uns etwas Dunkles auf der Straße umherlaufen. Wir dachten sofort an einen Bären und zückten schon unser Bärenspray, denn wer sollte hier sonst mitten in der Wildnis zu Fuß die Straße überqueren, weit ab von jeglicher Zivilisation. Langsam und den potentiellen Bären immer im Blickfeld fuhren wir weiter. Wir sahen einen Truck vorbeifahren ohne dass sich das Lebewesen bewegte. Das war nicht normal für ein Tier und wir erkannten wenig später wieder einmal eine Radfahrerin. Auch sie hielt uns zuerst für zwei Bären. Wir unterhielten uns mit ihr, als plötzlich wie aus dem Nichts ein Regenschauer auf uns niederprasselte, den wir so noch nie erlebt hatten. Innerhalb von Sekunden waren wir pitschnass und unsere Räder wieder sauber. 500 Meter weiter schien wieder die Sonne. Abends erreichten wir dann den Truck Stop Coldfoot, wo wir unseren Teller am Buffet voll machten und für $15 (!!!) eine warme Dusche bekamen.

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Am sechsten Tag erreichten wir den Polarkreis. Ab hier gibt es keine Mitternachtssonne mehr. Dennoch war es bis ca. 12 Uhr abends recht hell. Außer dem Schild gibt es aber sonst nichts außer Berge und Wälder. Nebenan war ein kleiner Rastplatz mit ein paar Tischen und einer Feuerstelle. Hier übernachteten wir und trafen wieder auf unsere italienischen Freunde, zwei Radfahrer die wir bereits in Deadhorse und Cold Foot getroffen hatten. Am nächsten Morgen, wir machten gerade unsere Räder startklar kam ein kleiner Tourbus mit Touristen. Ein roter Teppich wurde vor dem Schild ausgebreitet und jeder machte natürlich das typische Foto. Ob der mitgebrachte Kuchen am Polarkreis wirklich anders geschmeckt hat, man weiß es nicht. Wir sind dann auch bald aufgebrochen, da wir abends den Fluss Yukon erreichen wollten. In Coldfoot hatte uns ein Einheimischer verraten, dass die Strecke nach dem Polarkreis von den Truckern auch der „Rollercoaster“ (Achterbahn) genannt wird.

DSC_0731

Und ja es war buchstäblich eine Achterbahn, auch der Gefühle. Die Straße verläuft mitten durch die Berge, aber nicht etwa auf einem gleichbleibenden Level, sondern einfach über jeden Berg gerade drüber. Man fährt einen Kilometer steil bergauf und kurz danach wieder 2 Kilometer bergab, nur um dann wieder alles beim nächsten Hügel bergauf zu fahren. Die Steigungen waren dabei meist wieder zwischen 8% und 11%. Das zehrt an Kondition und Nerven! Einer dieser Berge hieß „Beaver Slide“ (Biberrutsche) und wir benötigten 1,5 Stunden für den Anstieg. Vorbeifahrende Trucks hüllten uns in dichten Staub und zwangen uns meist zum Anhalten. Nach einigen Stunden Fahrt bemerkten wir, dass der Dämpfer von Caro’s Fahrrad ziemlich tief einsinkt, fast bis zum Anschlag. Das sah nicht gut aus und machte die Bergetappe noch anstrengender. Noch war aber Luft im Dämpfer und wir beeilten uns das Camp am Yukon zu erreichen.

DSCN0159

Nach einem reichhaltigen Frühstück mit Pancakes und Kaffee (das ist fast wie Weihnachten) widmeten wir uns nochmal dem Dämpfer. Über Nacht war die komplette Luft entwichen und der Dämpfer ging bis zum Anschlag durch. So konnten wir nicht weiterfahren! Was nun? Unsere Panne erregte die Aufmerksamkeit einiger Leute und auch unsere italienischen Freunde diskutierten in der typischen Italienischen Art was zu tun sei. Sie schlugen vor den Dämpfer zu blockieren und so machten wir mit Riemen und jeder Menge Panzertape aus Caro’s Fully ein Hardtail. So konnten wir zumindest bis Fairbanks weiterfahren. Die Straße war seit dem Polarkreis wieder ungeteert und Caro spürte jetzt jeden Stein. Auch die Berge hörten nicht auf, immer noch ging es ständig steil bergauf und bergab, bis wir endlich an Tag 9 das Ende des Dalton Highways erreichten. Geschafft!!!

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Von hier waren es nochmal 130km bis Fairbanks auf dem Elliot Highway. Dieser ist zwar geteert, jedoch genauso bergig. Nach 2 Tagen erreichten wir dann Fairbanks. Dort trafen wir auf eine sehr nette Familie die uns zu sich einluden. Wir konnten in ihrem Camper übernachten und einen neuen Dämpfer besorgen. Ca. 1 Woche mussten wir in Fairbanks bleiben, bis wir das Fahrrad reparieren und weiterfahren konnten. Wir nutzten die Zeit und besuchten Denali National Park und haben Gold gewaschen. Vielen Dank an Familie Culbert für die unglaubliche Gastfreundschaft!!

Was man unbedingt wissen muss bevor man den Dalton Highway bezwingt:

  1. Man sagt zwar Alaska ist das Land der Bären, doch auf dem Dalton ist es eher das Land der Mücken. Nicht einen Bären haben wir unterwegs gesehen, doch die Schaar an Mücken dort ist mit Deutschland unvergleichbar. Mückenspray und Kopfnetz sind unbedingt notwendig.
  2. Auch wenn wir keinen Bären gesehen haben, kann es zu einer Begegnung kommen. Daher unbedingt Bärenspray und einen Bärencontainer mitnehmen. Das Bärenspray kann man nicht im Flugzeug mitnehmen, gibt es aber in Deadhorse zu kaufen. Der Bärencontainer ist für Essen und Kosmetika und sollte ca. 500m vom Zelt entfernt gelagert werden.
  3. Thema Essen: Den nächsten Supermarkt gibt es erst im 800km entfernten Fairbanks. Zwar bekommt man in Cold Foot und am Yukon etwas zu Essen und Riegel zu kaufen, aber Nudeln, Reis oder ähnliches gibt es dort nicht.
  4. Wer glaubt, dass er 800km lang allein durch die Wildnis radelt, irrt. Im Schnitt fährt mindestens alle 20 Minuten ein Truck oder Auto vorbei. Im Falle einer Panne ist man also nicht ganz der Wildnis ausgesetzt. Aber Vorsicht: Trucks haben immer Vorfahrt, besonders voll Beladene und in Bergauf Passagen.
  5. Thema Kommunikation: Während der kompletten Etappe von Deadhorse nach Fairbanks gibt es weder Handyempfang noch Internet. Telefonieren ist nur via Satellit möglich. Strom bekommt man hinter Atigun Pass,  Coldfoot und Yukon River Camp

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Vom Polarkreis in die Wüste Arizonas – per Bike durch Nordamerika

Geschrieben von perBikedurchNordamerika am 23. Juli 2013 | Abgelegt unter Allgemein

Vom Polarkreis in die Wüste Arizonas - per Bike durch Nordamerika

Mit dem Mountain Bike durch Nordamerika, 10.000km
„Ich würde nie wo hingehen, wo die Tiere größer sind als ich und mich verspeisen können“ meinte unser guter Freund aus Oregon. Trotzdem nehmen wir nächste Woche am 30. Juli 2013 den Flieger rüber nach Alaska um von Deadhorse am Arktischen Meer nach Phönix, Arizona zu fahren.
Wer sind wir? Als wir uns vor drei Jahren hier in München kennen gelernt haben war sofort klar, wir haben ein gemeinsames Hobby und zwar Sport. Da wir nun beide am Ende unseres Studiums stehen (Mathias: Maschinenbau Ingenieur, Caro: Sport Bachelor) musste mehr als nur der Kurzurlaub in den Alpen her. Und so war die Idee dieser außergewöhnlichen Fahrradtour geboren.
Aber um ehrlich zu sein, so kurz vor unserer Abreise haben wir jetzt doch ein klein bisschen Angst: Was wenn wir doch bald einen großen Grizzlybären vor uns auf der Straße sehen. Was machen wir, wenn wir unterwegs eine Panne haben oder uns das Essen ausgeht? Das sind nur ein paar der Gedanken, die uns jetzt gerade so durch den Kopf schwirren. Natürlich gehen wir nicht blauäugig an die Sache heran, wir haben bereits unseren Bärencontainer komplett mit Essen gefüllt (alles was da drin ist, ist vor den großen Grizzlies sicher) und haben uns auch die Strecken in Alaska schon ganz genau angeschaut, aber die Aufregung und ein paar Sorgen bleiben trotzdem.
Eine große Herausforderung stellen wir uns gleich zu Beginn der Tour, nämlich der Strecke von Deadhorse nach Coldfoot (knapp 400km) und weiter nach Fairbanks (nochmal 400km). Und zwischendrin ist einfach nur nichts, nicht mal eine Tankstelle! Da ist es natürlich sehr wichtig alle Reserven auf zu füllen und vor allem gewichtseffiziente Nahrung, also alles was mehr als 350kcal pro 100g hat, mit zu nehmen.
Getreu unserem Motto „Minimum Weight, Maximum Adventure“ reise wir mit sehr wenig Gepäck, ohne Packtaschen neben unseren Rädern und nur einem Gepäckträger am Sitzrohr befestigt und einem Rucksack.
Die gute Nachricht für die Leser: Wir haben eine sehr hochwertige Foto- und Videoausrüstung mit im Gepäck. Zusammen mit unserem Laptop werden wir auch während der  Tour hier im Blog über den Verlauf und unsere Höhen und Tiefen berichten! Seid gespannt!
Hier gibt es noch mehr von uns und unserer Tour, sowie unser Live-Tracking:

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Titan? Rohloff? 29er?

Geschrieben von ufp am 12. Juli 2012 | Abgelegt unter Allgemein

Der erste Beitrag. Habt Nachsicht!

Alo, Titan, Rohloff, 29er?
Oder doch alles zusammen?

Wenn man vom Rezer kommt (Racer, schnell fahrender Mountainbiker; Rennradfahrer, der statt dünnen hochgepumpten Reifen ein paar Stollen unter dem Rad hat) dann kauft bzw. verwendet man halt auch solche Teile.
ZB einen schmalen Lenker.
Der ist nun weg, Geschichte. Denn nun habe ich gewechselt, von ca 620 auf über 740 mm.
Dazu ein kurzer Vorbau (nunmehr 60 statt 90mm) und die Welt sieht ganz anders aus.
So schaut, so sollte ein MTB ausehen ;-) .

Btw. Mit dem verwenden eines 29er und dem Einbau einer Rohloff habe ich mich von der Gewichtswixxerei und dem Rezertum verabschiedet.
Auch ein Tachometer (Odometer, Signalgeber, Geschwindigkeitsmesser) fehlt. Trotzdem wären manchmal Angaben über gefahrene Kilometer bzw. Höhenmeter recht interessant. Naja, dafür hab ich ja ein smartes Fon.IMAG1026-smlynskey@hc.artmann-park- 007-smnew rizer&stem (2)-sm

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Wasserschlacht

Geschrieben von sir.Race am 29. August 2011 | Abgelegt unter Allgemein

Als ich losfuhr zu meiner kleinen Tour, es sollten so 20-30 km werden, sah ich einige dunklere Wolken im Westen. Ich dachte mir, dass das ja nicht schlimm aussieht und ich ruhig fahren konnte. Als ich nach etwa 10 km und 40 Minuten auf einer Höhe zurück schaute traf mich der Schlag. Etwa in dem Ort wo ich wohne, vielleicht auch noch nicht ganz da, und weiter Richtung Westen war alles schwarz und es blitzte und donnerte. Ich merkte wie der Wind stärken wurde und dachte: „Schnell nach Hause.“ Also fuhr ich mit einem Affenzahn Richtung Heimat. Etwa 2 – 3km von  zuhause entfernt sah ich erst, wie plötzlich mein Heimat Ort verschwand. Ich wusste nicht ob es Nebel oder Regen war. Nur wenige Sekunden später fand ich es heraus: Es war Regen! Und wie. Durch die Mischung aus Wind und Regen kam ich trotz aller Kraft Anstrengung nur mit mühe auf acht km/h. Nach kurzer Zeit tat meine Haut schon weh, der Wind wehte den Regen was senkrecht. Das wurde noch schlimmer als es kurz darauf auch noch zu Hagel begann. Diese wenigen Kilometer zogen sich scheinbar endlos hin. Beinahe hätte mich der Wind auch vom Rad aufs Feld geweht. Ich hätte losheulen können. Man sah nichts, kam kaum voran und die Haut schmerzte vom Wind und Regen. Dann endlich, kurz ich erkannte erste Stellen am Orts Eingang. Langsam wurde der Regen etwas schwächer, der Hagel hatte schon wieder aufgehört. Doch dann wurde ich im  Ort überrascht, als ich merkte, dass ich an einigen Stellen mit dem Fuß komplett im Wasser war, wenn dieser Unten war. Dann hatte ich es fast geschafft. Schnell lief beziehungsweise sprang durch den Garten, der ehr ein einzige Pfütze war, zum Gartenhäuschen. Ich genoss den kurzen Moment ohne Regen, bevor ich wieder raus und an die Haustür stürmte.

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Mit dem Liegerad von Neu Delhi nach Kathmandu

Geschrieben von mikestichel am 16. November 2010 | Abgelegt unter Allgemein

35 Grad um fuenf Uhr morgens. Nach zehn Stunden Flug mit viel zu wenig Beinfreiheit, spuckt uns der Flieger als lebendige Zombies in Neu Delhi aus. Dreck, Staub und ein arg gewoehnungsbeduerftiger Verkehr sind der erste Eindruck. Jeder faehrt wie und wo er kann. In Deutschland gaebe es permanent Meldungen von Geisterfahrern. Wir sind in Indien!
Die lebendige und geschaeftstuechtige Hauptstadt verlassen wir nach drei Tagen der Aklimatisierung in Richtung Taj Mahal. Der Verkehr in Delhi hat es in sich. Hier hat der lauteste und groesste Vorfahrt! Schnell merken wir dass unsere Klingeln viel zu leise sind. Sich nur nicht umdrehen heisst von nun an die Devise. Denn sieht man erst einmal was hinter einem los ist, wird verleitet sich in den naechsten Bus zu setzen und das Radl zu verkaufen. Brav wie wir Deutschen sind fahren wir hintereinander. Eva vorne, dahinter ich. Hinter mir bildet sich eine Traube aus Rikschas, Motorradfahrern und TukTuks, denn ein jeder will mich interviewen. Alle fragen das gleich: “Where you come from?” “Where do you go?” etc. und vor allem “is it your girl friend or wife?”
Agra, die Stadt welche das Taj Mahal beherbergt, versinkt im Dreck und Chaos. Infrastruktur fehl am Platze. Bei Regen bilden sich reissende Fluesse, welche alles mitnehmen was auf dem Boden liegt. Dabei bleibt die Stadt in Bewegung waehrend wir versuchen unsere Fuesse vor dem Wasser zu bewahren. Umso mehr verwundert die Sauberkeit am Taj Mahal, einem beeindruckenden Bauwerk der Liebe und des Groessenwahns. Die Muellberge stinkenden Fluesse und der nervige Verkehr,welche uns von Neu Delhi bis Agra begleiten machen diesen Teil Indiens nicht zum Radfahrerland. Also rein ins Taxi, Raeder aufs Dach und ab in den Norden Indiens, ins Nainital.
Ein See, drumherum Berge, Ruhe – fast wie daheim! Hier entspannen wir drei
Tage, bevor wir dann nach Nepal weiterradeln wollen.
Nepal empfaengt uns mit freundlichen Grenzbeamten und Kindern, welche sich einen Spass daraus machen Touristen um Rupie und Schokolade anzubetteln. Auf dem Mahendra Highway rollen wir durch das flache westliche Terai in Richtung Butwal. Die Hitze und der grobe Asphalt machen es uns nicht leicht. Da kommt derBardia National Park mit seinen wilden Tieren gerade recht. Einen Ruhetag goennen wir uns um durchs hohe Gras zu wandern, sich von den Guides die Tigerspuren zeigen zu lassen und doch den ganzen Tag ueber kein wildes Tier zu sehen. Doch am Ende des Tages, kurz vor Sonnenuntergang und Parkausgang stehen wir urploetzlich zwischen Elefantenherde rechts von uns und Elefantenbulle zu unserer Linken. So schleichen, rennen und huepfen wir, immer beobachtet vom Bullen, mit unseren Fuehrern wie die Gazellen durchs hohe Gras. Dabei stellt sich die Frage wer hier mehr Angst hat, wir oder die Guides?! In der Unterkunft wird abends heftig uebertrieben was wir fuer Helden waren! Von Butwal aus geht es erstmalig fuer uns in den Himalaya nach Pokhara. Einem Touristenort von welchem es nicht nur einen traumhaften Blick auf den Annapurna I (7937m) gibt, sondern der Besucher allen Schnick Schnack findet
den er moechte. Wir geniessen es mal keinen Reis oder ein Ueberraschungsessen zu bekommen und vorallem, abends nicht die Attraktion fuer das ganze Dorf zu sein. Der Blick auf die hohen weissen Gipfel setzt Gluecksgefuehle frei. So haben wir uns dieses Land vorgestellt. Die bislang fehlenden Tempel finden wir in Gorkha und Manakamana, wo so manch eine Ziege oder Huhn ihr Leben verlor. Geopfert wird in Nepal fuer die Goette gerne und ausgiebig.
Nach einem mehrtaegigen Aufenthalt in Kathmandu, verlassen wir ein Land, indem die Kinder zur Begruessung” bye bye” oder “hello Touri” rufen, die Menschen herzlich sind und es mindestens taeglich eine Stunde keinen Strom gibt. Die Reise geht weiter. Thailand wir kommen!

www.ferneseher.de

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Kinderalpencross: 5 Etappe – Über den Fimbapass ins Engadin

Geschrieben von JuliaB am 6. Juli 2010 | Abgelegt unter Allgemein

Am nächsten Morgen, natürlich sind wir wieder die Ersten, geht’s gleich nach dem Hipp-Fläschchen los.

DPP_0013

 Ich werde getragen, Maja läuft mit Mama am Seil und Papa läuft zweimal den Fimbapass hoch.

Der Weg zum Fimbapass

Der Weg zum Fimbapass

 

Anhänger mit Fluchthorn

Anhänger mit Fluchthorn

Oben am Pass. Jetzt kommt der Traumtrail.

Oben am Pass. Jetzt kommt der Traumtrail.

Heute ist er richtig motiviert und in 90 Minuten ist unser ganzes Material am Pass. Maja ist mit 3 Jahren die ganzen 450hm allein gelaufen. Respekt. Auch von mir. Papa ist hoch erfreut, dass der Weg so einfach zu schieben war und blickt dabei auf der anderen Seite hinunter, ein Traumtrail.

Maja ist alles allein hochgelaufen.

Maja ist alles allein hochgelaufen.

 

Bin ich COOL?

Bin ich COOL?

 

Runter ins Engadin.

Runter ins Engadin.

Als wir hier so Pause machen, schauen die Anderen ständig, als seien wir eine Fatamorgana, da sich niemand mich und meine Schwester hier im Hänger vorstellen kann. Als es dann aber losgeht und wir den Downhill starten, da staunen sie nicht schlecht, wie ich mit viel Babyöstrogen den „testosterongeladen Teutonenmannschaften“ um die Ohren brause. Der Spass war allerdings nur von kurzer Dauer, da sich der Downhill als äußerst tückisch herausstellte und aufgrund des steinigen und rutschigen Untergrundes über die Hälfte des Downhills aufgrund des enormen Gewichtes unserer Fuhrwerke nicht fahrbar waren. Ohne Maja und mich war das ganze gerade noch zu bremsen, also fuhr Papa runter und lief wieder hoch und holte das zweite Fahrrad.

Und es geht doch. Geil.

Und es geht doch. Geil.

Kinderalpencross.

Kinderalpencross.

So gut ist es nicht immer zu fahren.

So gut ist es nicht immer zu fahren.

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Steine, Schnee, Wasser, Wiesen.

Steine, Schnee, Wasser, Wiesen.

Bei kürzen Steilstellen schoben dann Mama und Papa gemeinsam runter. Es war auf jeden Fall im nachhinein die Königstappe, und Papa war ziemlich fertig, weil er rauf und runter fast alles 2mal gelaufen ist. Wir hatten dann noch 2 Reifenplatzer und dadurch einen kaputten Nobby Nick. Als musste Papa noch 30km weit nach Scoul und zurück radeln, um einen Ersatzreifen zu bekommen. Wie sich dass so gehört, schläft man dann in der Schweiz für viel Geld bei wenig Luxus, dafür bei wunderbarem Panorama.

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Kinderalpencross: 4. Etappe Ischgl – HeiHü

Geschrieben von JuliaB am 30. Juni 2010 | Abgelegt unter Allgemein

Von Ischgl geht’s dann richtig steil hoch ins Fimbatal, und so hatte ich eine tolle Liegeposition und einen tollen Blick auf die vielen Gondelbahnen. Meine „Gondel“ ist viel schöner und oranger.

Im Sommer Straße im Winter Schipiste.

Im Sommer Straße im Winter Schipiste.

 Wieder wurden wir von anderen Alpencrossern überholt, die scheinbar morgens nicht aus den Federn kommen. Niemand will mir glauben dass ich über den Fimbapass will, aber ihr werdet sehen, ich krieg meine Pizza in Riva.

Pamperstausch am Lift.

Pamperstausch am Lift.

Und noch ein Glas vom guten Onkel H.

Und noch ein Glas vom guten Onkel H.

Das Fimbatal wird zur Heidelbergerhütte hin immer flacher und wie jeden Tag beginnt es auch heute zu regnen.

Der Weg zur Heidelbergerhütte.

Der Weg zur Heidelbergerhütte.

 

Sind wir da auch gemeint? 

Das ist mal wieder eine gute Möglichkeit, um mich von Mama und Papa wickeln zu lassen. Papa freut sich über jede volle Windel, da so das Gepäck ständig leichter wird. An der Heidelberger Hütte sind Maja und ich die großen Helden, und bekommen vom Hüttenwirt das goldene Abzeichen der Hütte für besondere Leistungen.

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Heidelberger Hütte.

Der Hüttenwirt sagt, wir sind die Ersten, die hier mit dem Hänger drüberwollen und will unbedingt ein Foto für die Sektionszeitung. Mama und Papa wollen auf der Heidelbergerhütte übernachten, weil Papa meint, der Weg ins Inntal ist schwer einschätzbar, besonders hinunter. Also warten wir und spielen mit Kühen und Murmeltieren und flirten mit den Alpencrossern.

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