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MTB User-Story – Alle Jahre wieder!

von PietAM, Kategorie Biker-Leben am 7. Januar 2013

Es war einer der Tage …

… an denen man sich gut gelaunt und voller Vorfreude aufs Bike schwingt, um endlich mal wieder am Wochenende die Hometrails im hellen zu surfen!

Ausgeruht und ausgeschlafen kurbel ich los, fahre im gemütlichen Style und Speed durch die Strassen meines Städtchens in Richtung meiner Hausrunde. Die Welt ist schön, das Bike geputzt, und die Laune ganz oben!

Heute strahlt die Sonnen, die Leute sind gut drauf und es scheint als wären die letzten Tage mit permanentem Dauerregen nie da gewesen.

Ich trete in kontinuierlicher Drehzahl meine Oberschenkel auf Temperatur und erblicke in wenigen Metern Entfernung den Einstieg in meine Hausrunde. Mit erhöhtem Speed rolle ich in stehender Position, die Kurbel waagerecht gestellt, in Richtung Traileinstieg. Mit etwas Geschick und einem beherzten Zug am Lenker, lässt sich im lässigen Manualstyle auf dem Hinterrad ins Trailvergnügen eintauchen.

Gesagt, getan rolle ich per Manual in den Trail, um unmittelbar nach Aufsetzen des Vorderrades jäh im zähen Schlamm stecken zu bleiben. Der Boden ist durch den permanenten Regen der letzten Tage derart weich, dass mein vorderes Laufrad fast bis zur Nabe eingetaucht ist. Ich habe große Mühe mein Bike nicht per Frontflip zu verlassen und Kralle mich mit aller Kraft an den Lenker. Irgendwie schaffe ich es mich auf dem Bike zu halten und versinke prompt bis über die Knöchel im Schlamm.

Da stehe ich nun noch etwas verdutzt von diesem Ereignis und die Vorfreude ist diesem bekannten, unwohlen Gefühl des letzten Jahres gewichen,  in dem ich viele dieser Schlammschlachten absolvieren musste. Ich hatte sie schon fast vergessen, diese Niedergeschmettertheit bei einer dieser letztjährigen Schlechtwettertouren.

Die Vorfreude aufs Trailsurfen weicht dem omnipräsenten Gedankenkrieg im Kopf die Tour abzubrechen oder sich weiter durch den Schlamm zu kämpfen. Ich entscheide mich fürs Weiterfahren und schnappe mit heftigen Atemstössen verzweifelt nach Luft, während ich mit rasanten 5Km/h über triefendnasse und bremsende Schlammwege schleiche. Was hat das mit Biken zu tun denke ich mir und schon wieder drängt sich mir das Abbrechen der Tour ins Hirn.

Aufgeben gibt’s nicht, ist der direkt nachfolgende Gedanke, so dass ich mich weiter die  Trails entlang hangele. Mit Spass hat das nix zu tun schiesst es mir durch den Kopf, als ich an einer 1% Steigung absteigen muss, weil mein Hinterrad trotz breitem 2.4 Fat Albert aus dem Hause Schwalbe in der griffigen Trail-Star Mischung gnadenlos durchdreht. Es ist so matschig und rutschig, dass ich mich beim Absteigen an meinem Bike festhalten muss, um nicht wegzurutschen und im Matsch zu liegen. Kurzerhand habe ich mich dann doch zum Abbruch entschieden, da diese Art von Biken jegliches Hochgefühl im Keim erstickt.

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Außerdem sind die Stollen meiner Reifen bei diesen Bodenverhältnissen Gift für die Trails. Ohne schlechtes Gewissen und mit dem guten Gefühl bald wieder schöne Touren auf intakten Trails im trockenen zu surfen, trete ich die Rückfahrt an.

Thats Bike-Life, denn nichts ist so wie es scheint …, alle Jahre wieder gibt es Tage an denen man das Bike witterungsbedingt lieber direkt in der Garage lässt oder mit gutem Gefühl eine Tour abbricht, um der nächsten Schönwettertour auf intakten Trails entgegen zu fiebern!

Ride On!

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MTB User-Story – Stimmungswechsel im Minutentakt

von PietAM, Kategorie Biker-Leben am 22. Juli 2012

Es war einer dieser Tage …

… an denen man aufgrund einer unbändigen Vorfreude fast platzt, weil man sich so sehr auf ein bevorstehendes Event freut, dass man es kaum noch abwarten kann.

Wir haben geplant, in dieser Woche gemeinsam die EUROBIKE in Friedrichshafen zu besuchen. Wir, damit meine ich meine Kumpels Andy und Josh, sowie meine Wenigkeit.

Die EUROBIKE stellt bundesweit die größte Messe rund um unseren geliebten Mountainbikesport dar und wartet jedes Jahr mit innovativen Produkten, reichlich neuem Zubehör und natürlich den brandheißen neuen Bikes sämtlicher namhafter Hersteller auf. Der Besuch der EUROBIKE steht bei uns wie in Marmor gemeißelt jedes Jahr im Kalender und gilt für uns als absoluter Pflichttermin. Beim Gedanken an einen Proberitt auf einem ganz neuen All-Mountain Plus oder einem mit massiven Federwegen ausgestatteten Freerider, bekomme ich einen erhöhten Puls während sich Wasser in meinen Mundwinkeln sammelt.

Es ist 20.00Uhr und ich sitze gerade bei einer Tasse heißem Kaffee gemütlich am Laptop, um die Flüge für mich und meine Kumpels zu buchen, sowie den Vorverkauf der Messeeintrittskarten zu organisieren. Der Flug geht früh morgens hin und am gleichen Tage spät abends wieder zurück. Alles ist klar, der Urlaub für diesen Tag eingereicht und genehmigt. Dem Messebesuch steht somit nichts mehr im Wege.

Unerwartet klingelt plötzlich mein Firmenhandy und mein Chef keucht mit hechelnder, aufgeregter Stimme etwas von einem sehr wichtigen und nicht verschiebbaren Geschäftstermin in Konstanz am Bodensee durch die Leitung. Das Problem ist, dass dieser ach so wichtige Termin genau auf den Messetag der EUROBIKE fällt. Ein blitzartiges Sortieren meiner Gedanken war notwendig und ich muss ultraschnell abwägen, ob nun der Besuch der EUROBIKE mit meinen Kumpels oder die Wahrnehmung dieses wichtigen Geschäftstermins eine höhere Gewichtigkeit hat. Zwangsweise habe ich mich dann für die Wahrnehmung des Geschäftstermins entschieden, da sich ja, wie so oft, das private Glück hinter dem geschäftlichen anstellen muss!

Kaum den Hörer aufgelegt, wandert das Wasser, welches sich noch vor wenigen Minuten aufgrund der Vorfreude auf die bevorstehende Bikemesse in meinen Mundwinkeln angesammelt hatte, augenblicklich in meine Augenwinkel. Mir war zum Heulen zu Mute, beim Gedanken daran, die langersehnte EUROBIKE dieses Jahr nicht besuchen zu können. Vor allem graust es mir vor dem Gespräch mit meinen Kumpels, die wahrscheinlich mehr als nur enttäuscht sein werden.

Da ich ja sowieso gerade bei der Flugbuchung war, habe ich kurzum meine Geschäftsreise organisiert, um gleich im Anschluss mit meinen Kumpels zu sprechen. Diese waren erwartungsgemäß zwar nicht gerade erbaut von der Nachricht, ermutigen mich aber beide zur Wahrnehmung des Geschäftstermins. Schließlich stelle dies ja die monetäre Versorgung unseres Hobbys dar. Wahrscheinlich wollen sie es mir einfach nur etwas erträglicher machen!?

Der Zuspruch meiner Kumpels hat mir die Organisation meiner Geschäftsreise ein wenig leichter gemacht. Das Paradoxe hierbei ist, dass ich um nach Konstanz zu kommen, auch nach Friedrichshafen fliegen muss, da Friedrichshafen der nächste Flughafen in der Nähe von Konstanz ist.

Ein Manko der Anreise nach Konstanz mit dem Flugzeug ist, dass man um ans Ziel zu kommen, noch mit einem Zug und einem Schiff fahren muss. Nach der Landung setzt sich die Reise mittels eines Zuges vom Flughafen Friedrichshafen zum Hafen Friedrichshafen fort. Dann mit dem Zug am Friedrichshafener Hafen angekommen, steigt man um auf einen Katamaran, der quer über den Bodensee nach Konstanz fährt. Das alles ist eigentlich ganz schön, vor allem wenn das Wetter mitspielt. Da man das ganze Reiseprozedere aber auch für die Rückreise einplanen muss, also wieder die Katamaranfahrt von Konstanz nach Friedrichshafen, Bahnfahrt vom Hafen Friedrichshafen zum Flughafen Friedrichshafen und der entsprechende Rückflug, bangt man doch den ganzen Tag über, dass bei keiner dieser Stationen irgendetwas außerplanmäßiges vorfällt. Ein solcher außerplanmäßiger Vorfall könnte als „worst-case“ dass Verpassen des Rückfluges bedeuten. Das alles macht einen irgendwie ein wenig unentspannt.

Na ja, nachdem ich alles Notwendige organisiert habe, stehe ich morgens, 06.00Uhr am Flughafen um nach Friedrichshafen zu fliegen.
Das der Messebesuch per Flieger auch von anderen Bikern genutzt wird, zeigen sich mir einige lässig, mit Freizeitklamotten diverser Bikehersteller bekleideter Jungs im Flieger, die sich teils lautstark über diverse Fachthemen rund ums Mountainbike unterhalten. Deren Vorfreude auf die EUROBIKE lässt sich nicht verbergen. Warum auch, wir hätten es wahrscheinlich genauso gemacht. Blitzartig steigt in mir eine fieberartige Welle auf, weil ich die EUROBIKE dieses Jahr nicht besuchen kann.

Voller Konzentration auf den bevorstehenden Geschäftstermin, versuche ich die Jungs nicht zu beachten, was mir glücklicher Weise ganz gut gelingt. Am Friedrichshafener Flughafen weisen viele Hinweisschilder auf die EOROBIKE hin, was mich nochmals kurz ins Schwitzen bringt, da hier zu allem Überfluss auch noch herrlichstes Kaiserwetter ist. Ohne weiter an die verpasste Messe zu denken, ziehe ich die weitere Anreise mit Bahn und Katamaran, sowie den Geschäftstermin und die spätere Rückreise bis zum Friedrichshafener Flughafen durch. Der Geschäftstermin ist erfolgreich verlaufen und so habe ich neben dem schlechten Gewissen meiner Kumpels gegenüber, welche die Messe wegen mir nun verpassen, wenigstens ein einiger Maßen ausgeglichenes Seelenleben.

Ich sitze nun am Flughafen, warte auf meine Maschine und gerade rede ich mir ein, dass es ja auch nächstes Jahr noch eine EUROBIKE gibt, als ich neben mir das Gespräch eines Piloten mit drei Flugbegleiterinnen mithöre. Der Pilot teilte sehr aufgeregt mit, dass wetterbedingt am Flughafen in Neukirchen nur zeitweise einzelne Slots zur Landung aufgemacht werden. Weiter teilte er mit, dass es sich hierbei um eine Art Lotterie für die Flugzeuge in der Luft handelt, für wen nun ein Slot aufgemacht wird und für wen nicht. Es entsteht schon jetzt eine Verzögerung von einer 1 Std. nach Neukirchen. Die Zuteilung einzelner Slots kann also zu einer Ausdehnung der Verzögerungen führen oder wenn man Glück hat diese verkürzen, in dem schneller als erwartet ein Slot zugeteilt wird.

Wieder steigt in mir eine fieberartige Welle auf, denn Neukirchen liegt direkt neben Holzhausen, wo ich zu Hause bin. Wenn also in Neukirchen Unwetter ist, kann es ja nicht mehr lange dauern, bis auch in Holzhausen damit zu rechnen ist. Den Gedanken kaum ausgedacht, höre ich eine Durchsage der Flughafensprecherin, welche mitteilt, dass nun auch mein Flug aufgrund der Schlechtwetterfront ca. 1 Std. Verspätung hat. Toll, denke ich mir. Jetzt kannst Du nicht auf die EUROBIKE und wegen des verzögerten Rückfluges, kann ich meinen geplanten Feierabendritt auf dem Bike auch vergessen. Besser kann ein Tag ja nicht laufen! Meine Stimmung wechselte im Sekundentakt von Mies -> in mieser geht’s nicht mehr!

Um die Wartezeit möglichst sinnvoll zu überbrücken, habe ich mir die neue MountainBike gekauft und blättere genüsslich vor mich hin. Dann, mit ca. 50 Minuten Verspätung, ist endlich Boarding und nachdem alle Fluggäste eingestiegen sind, hebt die Maschine ab in Richtung Heimat. Als ich das Fahrwerk beim Einziehen beobachte, fühle ich mich irgendwie erleichtert, denn es hätte ja auch noch viel schlimmer kommen können – ungeahnt dessen, was mich heute noch erwarten würde!

Die Flugzeit beträgt eine gute Stunde und während ich die Landschaft aus dem Fenster heraus beobachte, ertönt die Durchsage des Kapitäns, dass wir uns im Sinkflug befinden, uns anschnallen und die Sitze in eine aufrechte Position bringen sollen. Vom breit diskutierten Unwetter zum Glück bisher keine Spur. Einige bekannte Straßen und Autobahnen kann ich bereits von oben erkennen. Die kleinen lustig erscheinenden Häuser, Felder und Berge animieren mich dazu mir neue, heimatnahe Strecken vorzustellen, die ich mit meinem Bike erkunden könnte. In diese Gedanken vertieft stelle ich mir gerade vor, auf einem griffigen Singletrail einen Berg hinab ins Tal zu stürzen, als plötzlich das Flugzeug einen enormen Satz nach unten macht. Handgepäck fliegt durch die Kabine und mehrere Frauen kreischen ganz fürchterlich, als sich die Maschine wieder fängt. Es scheint ein Luftloch gewesen zu sein. Das Absacken kam mir extrem vor. Einen Tick mehr und es wären vermutlich die Atemmasken aus der Flugzeugdecke gefallen.

Als sich alles beruhigt hat schaue ich aus dem Fenster. Nicht mehr allzu weit entfernt, kann man nun die Schlechtwetterfront erkennen, die für die Verspätung und vermutlich auch für dieses Luftlochholpern verantwortlich war. Ich schaue auf die unter mir vorbeirauschenden Hausdächer, Sportplätze und Bäume und merke, wie die Häuser irgendwie wieder kleiner zu werden scheinen. Auch mein Bauchgefühl und das Geräusch der Motoren signalisiert mir, dass der Flieger wieder zu steigen schien. Ich dachte gerade, dass der Flieger die Schlechtwetterfront vielleicht umfliegen muss und deshalb einen anderen Kurs einschlägt, als die Durchsage des Kapitäns erklingt. „Sehr geehrte Fluggäste, aufgrund einer undurchdringlichen Schlechtwetterfront, die wir versucht haben zu passieren, uns aber leider nicht gelungen ist, haben wir uns aus Sicherheitsgründen dazu entschieden, zurück nach Friedrichshafen zu fliegen“. „Alle benachbarten Flughäfen sind wegen des Unwetters gesperrt, so dass wir keine andere Möglichkeit haben“. „Entschuldigen Sie bitte diese Unannehmlichkeiten“.

Die Fluggäste, die zu 90% aus Geschäftsleuten bestanden, sind sichtlich aufgeregt. Da es sich um den letzten Flieger an diesem Tag handelt und die Schlechtwetterfront noch immer existent ist, müssen wohl alle Passagiere in Friedrichshafen übernachten. Die Flugbegleitung erklärt uns mit ruhiger Stimme, dass alle Fluggäste von einem Bus abgeholt, in ein Hotel gebracht und für den morgigen Rückflug wieder von dem Bus zum Flughafen gebracht werden. Weiter fügt sie an, dass der Rückflug am morgigen Tag morgens um 06.00Uhr geht und sie das alles sehr bedauert.

Mittlerweile bin ich schon 14 Std. unterwegs, aufgrund dieser Tagesentwicklung aber kein bisschen Müde. Es ist Hochsommer und mein Anzug vom Tag durchgeschwitzt. Der Gedanke nun in diesen Klamotten noch irgendwie die Nacht durchzustehen, um morgen früh immer noch in den gleichen Klamotten zurück zu fliegen, ermunterte mich irgendwie nicht.

Am Flughafen Friedrichshafen angekommen, hat uns ein freundlicher Mitarbeiter der Fluggesellschaft mitgeteilt, dass der Bus draußen steht und uns in das Hotel bringt.

Nachdem wir alle eingestiegen sind, dauert es nochmals ca. 30 Minuten, bis der Mitarbeiter der Fluggesellschaft nochmals zu uns in den Bus kommt und mitteilt, dass aufgrund von Messen und dem Ferienbeginn alle Hotels in Friedrichshafen ausgebucht sind. Wir müssen in die benachbarte, schweizerische Stadt Bregenz ausweichen. Na klasse, denke ich mir. Irgendwie ist kein Ende dieses Dilemmas in Sicht.

Nachdem wir dann gut 40 Minuten mit dem Bus von Friedrichshafen nach Bregenz gefahren und um 00.45Uhr am Hotel angekommen sind, haben wir mit der Rezeption einen Sammelweckruf um 03.45Uhr vereinbart. Dies war notwendig, weil uns der Bus pünktlich um 04.15Uhr wieder abholt und nicht warten kann. Sprich wer nicht rechtzeitig da ist, muss schauen wie er zum Flughafen kommt.

Meine Gefühlswelt rauschte wie ein JoJo hoch und runter. Immer wenn man gerade gedacht hat, jetzt ist alles klar, kam wieder eine Hürde. Alles wie in einem schlechten Film habe ich gedacht und ertappe mich dabei Räume und Winkel auf Kameras zu checken, denn vielleicht war ich ja bei „Versteckte Kamera“. Ein bisschen Selbstironie muss sein, um mich selber zu beruhigen.

Nachdem ich dann nach einer ziemlich kurzen Nacht und einer unendlich lang erscheinenden Busfahrt am nächsten Morgen pünktlich am Flughafen Friedrichshafen angekommen bin, habe ich eingecheckt und warte wieder aufs Boarding. Jetzt kann eigentlich nichts mehr schief gehen denke ich erneut, als wieder eine Durchsage der Flughafensprecherin ertönt. „Sehr geehrte Fluggäste, der Flug nach Holzhausen wird über Neukirchen umgeleitet, so dass sich die gesamte Flugzeit voraussichtlich um ca. 25 Minuten verlängert“. Wieder wird mir heiß und kalt und ich erkundige mich beim Flugschalter was jetzt schon wieder los ist. Neben unserer Maschine, musste wohl am gestrigen Tage wegen des Unwetters eine weitere Maschine mit 9 Fluggästen die nach Neukirchen wollte, umdrehen. Diese Passagiere müssen auf dem heutigen Flug mitgenommen und abgesetzt werden, weshalb mein Flug nach Holzhausen über Neukirchen umgeleitet wird.

Der Alptraum scheint nicht aufzuhören und wieder merke ich, wie der Grad meiner inneren Unruhe ansteigt. Doch ehe ich mich in diese Gedanken hineinsteigern kann, ist Boarding. Wir steigen in die Maschine, heben ab und ich erblicke wieder eine Welt, wie gemalt. Herrlicher Sonnenschein und weiße Wolkenfetzen zieren den azurblauen Himmel. Wieder denke ich, dass jetzt doch eigentlich nichts mehr schief gehen kann?!

Der Flug verläuft reibungslos und wie geplant landet die Maschine als Zwischenstopp in Neukirchen, um die anderen Fluggäste heraus zu lassen. Ganz kurz denke ich darüber nach, die Maschine hier zu verlassen und somit den Alptraum endlich zu beenden. Von Neukirchen nach Holzhausen sind es gerade einmal 25Km und irgendwie komme ich schon nach Hause. Lieber hier aussteigen, bevor die Maschine wieder abhebt und aus irgendwelchen, nicht vorhersehbaren Gründen, zurück nach Friedrichshafen fliegt.

Da das Wetter aber 1a ist und auf der kurzen Flugdauer von Neukirchen nach Holzhausen mit keinen Zwischenfällen zu rechnen ist, habe ich mich zum Weiterflug entschieden.

Wir haben Rückenwind und die Maschine landet nach 9 minütiger Flugzeit endlich in Holzhausen. Ich steige aus, bin erleichtert und mache gedanklich drei Kreuze.

Schon lange war ich nicht mehr so froh, alles Gewohnte wieder zu sehen. Meine Süße, meinen Hund, mein Haus, mein Garten, mein Bike und ja, selbst die Wohnzimmerlampe, einfach alles! Zu Hause angekommen, erzähle ich meinem Chef von dieser Odyssee und lege mich nach einer ausgedehnten Duschsession erst mal ins Bett.

Abgesehen von den knapp 3 Std. Aufenthalt in dem Hotel in Bregenz, wo richtiges Schlafen jedenfalls für mich nicht möglich war, bin ich bis jetzt 27 Std. auf den Beinen und so kaputt, wie der Kauknochen meines Hundes „Rex“.

Am frühen Abend dann, schildere ich diese Survival-Story meinen Kumpels, die auf einmal gar nicht mehr so enttäuscht wirken, dass unser geplanter Besuch der EUROBIKE dieses Jahr nicht stattgefunden hat. Irgendwie war dieses Thema ganz schnell abgehakt. Wahrscheinlich wollen sie Rücksicht nehmen und das Thema nicht weiter vertiefen.

Zur Schadensbegrenzung haben wir uns kurze Zeit später getroffen, um gemeinsam über unsere Haustrails zu surfen und während ich gemeinsam mit meinen Kumpels durch den Wald rausche, durchströmt mich wieder eine Gefühlswelle. Diesmal aber eine Welle voller Freude und Dankbarkeit jetzt und hier mit meinen Freunden in der wunderschönen Natur über Felder, Wiesen und durch Wälder über Berge zu Biken. Denn es hätte alles auch ganz anders kommen können!

That´s Bike-Life, denn nichts ist so wie es scheint … Um zu merken wie gut es einem geht, bedarf es manchmal ganz außergewöhnlicher Erfahrungen!

Ride On!

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Titan? Rohloff? 29er?

von ufp, Kategorie Allgemein am 12. Juli 2012

Der erste Beitrag. Habt Nachsicht!

Alo, Titan, Rohloff, 29er?
Oder doch alles zusammen?

Wenn man vom Rezer kommt (Racer, schnell fahrender Mountainbiker; Rennradfahrer, der statt dünnen hochgepumpten Reifen ein paar Stollen unter dem Rad hat) dann kauft bzw. verwendet man halt auch solche Teile.
ZB einen schmalen Lenker.
Der ist nun weg, Geschichte. Denn nun habe ich gewechselt, von ca 620 auf über 740 mm.
Dazu ein kurzer Vorbau (nunmehr 60 statt 90mm) und die Welt sieht ganz anders aus.
So schaut, so sollte ein MTB ausehen ;-) .

Btw. Mit dem verwenden eines 29er und dem Einbau einer Rohloff habe ich mich von der Gewichtswixxerei und dem Rezertum verabschiedet.
Auch ein Tachometer (Odometer, Signalgeber, Geschwindigkeitsmesser) fehlt. Trotzdem wären manchmal Angaben über gefahrene Kilometer bzw. Höhenmeter recht interessant. Naja, dafür hab ich ja ein smartes Fon.IMAG1026-smlynskey@hc.artmann-park- 007-smnew rizer&stem (2)-sm

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MTB User-Story – Verdammter Schlamm – komm doch bitte zurück!

von PietAM, Kategorie Biker-Leben am 4. Februar 2012

Es war einer dieser Tage …

… an denen die Welt mal wieder auf den Kopf gedreht zu sein scheint!

Zum vierten Mal hintereinander treffe ich mich mit einigen Kumpels am heiligen Sonntag, um gemeinsam einige unserer Trails im Bergischen Land zu schredden.

Frühes Aufstehen, getauscht gegen ein nur am Wochenende mögliches Ausschlafen. Früh aufstehen, anstatt den Sonntag ganz gemütlich einzuleiten.

Man kreucht schlaftrunken aus dem Bett, pellt sich aus dem Schlafanzug und lässt sich von heißem Wasser der morgendlichen Dusche mit fest geschlossenen Augen irgendwie wecken.

Erst beim Anziehen der Bikeklamotten und dem Duft von frisch aufgebrühtem Kaffee, beginnen meine Lebensgeister wach zu werden. Während der erste Schluck Kaffee meinen Hals herunter läuft, schießen mir Passagen meines Lieblingstrails durch den Kopf. Augenblicklich entwickel ich eine Aufgeregtheit und im gleichen Moment erscheint es mir wie selbstverständlich, dass ich am Sonntagmorgen, 07.30Uhr meine Biketasche für die heute angedachte Trailtour packe.

Wie gesagt, der heutige Sonntag ist der vierte dieser Art in Folge und bei den drei vergangenen Sonntagen glichen die Trailtouren eher ausgewachsenen Schlammschlachten. “Hoffentlich ist heute der Boden mal etwas trockenerer als in den letzten Wochen”, denke ich mir beim Verladen meines Bikes in den Kofferraum meines Kombis.

“Auf das ganze Geputze, von Bike, Kofferraum, Klamotten und der Garage, was nach den letzten Touren länger gedauert hat, als das Biken selbst, habe ich heute echt keine Lust”.

Na ja, dass habe ich nach der ersten Schlammtour auch gedacht und habe mich diesem Prozedere trotzdem noch zwei weitere Male ausgesetzt. Immer dieser Dreck, schießt es mir durch den Kopf und als meine Süße von oben ruft, “Sei vorsichtig und bestell den anderen schöne Grüße”, überlege ich ganz kurz, ob ich heute nicht doch hier bleibe und einen gemütlichen Sonntag in trauter Zweisamkeit verbringe.

Schon sitze ich im Auto und starte den Motor. Ich rolle los, und versuche mir meine Entscheidung doch wieder Biken zu gehen damit schön zu reden, dass es ja ganze zwei Tage nicht geregnet hat und es heute sicherlich nicht so schlammig ist.

Ich betätige die Scheibenwaschanlage und höre nur die Pumpe des Wischwasserbehälters. Wasser kommt aber keins. “Na toll”, denke ich mir und Versuche zwischen den schmierigen Rückständen auf der Windschutzscheibe irgendwie der Strasse zu folgen.

Unmittelbar am Treffpunkt bei meinen Kumpels angelangt, blicke ich in weiße Gesichter, gespickt mit feinen Rotnuoncen an Nase und Ohren. Meine Kumpels stehen auf dem Parkplatz irgendwie steif und aus den Mündern kommen in unregelmäßigen Abständen weiße Qualmschwaden.

Ich halte an, offene die Türe und Rufe in die versammelte Runde, “Na schon heiß auf den heutigen Trip, Amigos”.

Ne, Arschkalt, stammelt Josh mir entgegen. “Minus 12 Grad, da tut einem das Atmen schon beim stehen weh”, schließt Josh an.

Just in dem Moment erwache ich aus meiner morgendlichen Trance und sehe die mit Raureif überzogenen Wiesen und Bäume. Über Nacht hat es einen Kälteeinbruch der Extraklasse gegeben. Minus 12 Grad, hatten wir schon seit mehr als 10 Jahren nicht mehr.

“Wenigstens brauchen wir uns heute nicht durch den Schlamm zu kämpfen”, versuche ich die allgemein gedrückte Stimmung in der Runde etwas aufzuheitern.

Kaum ausgesprochen, blinzelt die Sonne über den tiefen Nadelwald. Josh rollt langsam los, um die Bikegruppe in Richtung Trail zu führen. “Hast recht Piet, vielleicht ist das ja doch ganz schön heute, auf geht’s”.

Wir rollen also los in Richtung Haustrail und nähern uns dem ersten Anstieg. Es wird steil und ich stehe auf, um im Wiegetritt mein Bike gegen die Schwerkraft den Berg hoch zu scheuchen. Zwei, drei Kurbelumdrehungen später ertönt ein mächtiges Krachen von meinem Antrieb und ich spüre einen stechenden Schmerz im linken Knie, welches bei dem Krachen gegen den Lenker geschlagen  ist.

“Mist”, denke ich mir, “verschaltet, bist wieder mit dem nervösen Daumen an den Schalter gekommen”. Ich schalte wieder einen Gang rauf und direkt im Anschluss einen Gang runter, begebe mich erneut in den Wiegetritt, als es nochmals gewaltig kracht. Mein Knie schlägt dabei nochmals exakt an die gleiche Stelle am Lenker, wie beim esten Mal. Mit schmerzverzerrtem Gesicht rufe ich, “So ein Mist”. ” Irgendwas stimmt nicht, ich muss mal anhalten”.

Gesagt, getan hallte ich an, um zu prüfen, ob sich vielleicht ein Ast oder ein Blatt zwischen Kassette und Kette geschmuggelt hat. Josh kommt direkt um mit mir den Antriebsstrang zu prüfen und stellt fest, dass die Zähne meiner Kassette runter sind und sich die Kette sichtbar gelängt hat .

“Das kannste vergessen Piet. Bei den Anstiegen die wir heute noch fahren wollen, wird die Kette bei den abgenutzten Ritzeln permanent springen oder vielleicht reißen”, wirft mir Josh fast mitleidig entgegen. “Na toll Jungs, so hab ich mir den Sonntagstrip eigentlich nicht vorgestellt. Aber fahrt Ihr ruhig weiter, ich werde abbrechen und nach Hause fahren”.

Ich verabschiede mich von den Jungs, die fleißig strampelnd den Berg bezwingen und hinter der nächsten Kurve im Nadelwald verschwinden.

Ich fahre mit geknicktem Haupt nach Hause und grummle vor mich hin beim Gedanken, dass sich das frühe Aufstehen heute ja so richtig gelohnt hat!

Zu Hause angekommen, blickt mir meine Süße erstaunt entgegen. ” Was machst Du denn schon wieder hier?”, schallt es mir entgegen. “Frag nicht, mein Bike ist kaputt”, antworte ich  immer noch ein wenig geknickt.

“Wir können ja jetzt was zusammen unternehmen”,  versuche ich aus der schlechten Entwicklung diesen Tages doch noch einmal etwas Gutes zu ziehen. “Ne, Sorry. Ich bin mit Lisa verabredete. Wir wollen zusammen in die Stadt fahren, ein wenig Schaufenster bummeln”.

Na super, denke ich mir. Heute ist irgendwie nicht mein Tag.

“O.K., dann gehe ich gleich in die Garage, um nach dem Bike zu sehen”, und drücke dabei den Knopf meiner Espressomaschine, in der Hoffnung, dass wenigstens der Kaffe mir ein wenig bessere Laune einhaucht.

Ein, zwei Espresso später, gehe ich umgezogen für die Reparatur an meinem Bike in die Garage und will gerade das Werkzeug parat legen, als ich mein Bike betrachte und sehe, dass das Spritzwasser der kurzen Tour zu Eiszapfen erstarrt ist. Ein kurzer Blick aufs Thermometer bestätigt meinen Verdacht. Ich der Garage sind es  -4 Grad. Die Kurbel lässt sich kaum drehen. Die Kette hat sich mit der Kassette zu einem großen Eisklumpen verbündet. Reparaturarbeiten bei dieser Witterung – quasi unmöglich.

Mit – vorsichtig ausgedrückt – sehr Mäßiger Stimmung,  schließe ich die Garagentüre zu und mache es mir auf der Couch bequem, nachdem ich mich erneut umgezogen habe. Ich greife mir ein Mountainbikemagazin, schlage es auf und lande bei einem Bericht mit dem Titel “Biken im Herbst – eine Schlammpackung fürs Bike und für die Seele”.

Wie passend, denke ich mir. Wenn es schlammig wäre, ist es auch warm genug um meine Kassette zu wechseln und ich könnte wenigstens noch ne kleine Runde ums Haus drehen. Aber nein, es muss ja -12 Grad kalt sein. So geht gar nichts, außer auf der Couch zu sitzen und sich ungesund zu ernaehren.

That’s Bike-Life, denn nichts ist so wie es scheint …. Schlamm hin, Schlamm her, lieber ne Schlammpackung beim Biken mit anschließender Putzorgie, als gefrustet auf der Couch zu sitzen, weil es einfach zu kalt für alles ist.

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MTB User-Story – First Nightride

von PietAM, Kategorie Biker-Leben am 3. November 2011

Es war einer dieser Tage…

… an dem ich permanent den Vorhang in der Küche zur Seite schiebe, in der Hoffnung den Postboten zu erspähen, der mir endlich die bestellte und heißersehnte 900 Lumen Helmlampe liefern soll.

Kurzer Rückblick:

Da die Tage jetzt immer kürzer werden und die Ausritte auf meiner Hausrunde mit meinem All Mountain Plus Bike immer in der Dunkelheit enden, ist meine Euphorie nach der Arbeit den ein oder anderen Trail zu rocken, ein wenig gedämpft.

Gedämpft deshalb, weil es mir beim Biken ja nicht nur darum geht auf dem Bock zu sitzen, um mehr oder weniger, ich will nicht sagen langweilige, aber zumindest eintönige Asphaltrunden zu drehen. Vielmehr geht es mir darum spannende Singletrails zu surfen, dabei meine Fahrtechnik zu verfeinern und mich neuen Herausforderungen zu stellen. Na ja, wie dem auch sei. Fast 3/4 einer Tour in der Dunkelheit zu fahren, ist auf jeden Fall nicht gerade berauschend.

Kurz vor der nächsten geplanten Tour dieser Art und Güte, klingelt mein Handy. Mein Freund Josh meldet sich mit gelassener aber bestimmter Stimme und fragt: „Lust auf einen Nightride“?

„Nightride“, frage ich neugierig. „Was hast Du geplant, schieß los, erzähl“!

Josh erläutert, dass er zufällig einen Kumpel aus frühen Schulzeiten, den Mike, getroffen hat. Mike ist ein alter Bekannter, mit dem wir früher gemeinsam einen großen Teil unserer glorreichen BMX-Zeit verbracht haben und der nun auch zum Biker geworden ist.

Mike macht mit seinen Kumpels eine Region im nahegelegenen “Bergischen Land” unsicher, von der wir schon viel gehört haben, dort aber noch nie gefahren sind.

Augenblicklich durchströmt mich ein Gefühl von Aufregung und Abenteuerlust, gepaart mit einem Tick Kribbeln in der Magengegend. Vor allem der Gedanke bei Nacht zu Biken, macht mich ein wenig nervös.

„Cool“, antworte ich. „Wann und wo soll der Nightride stattfinden“, frage ich Josh.

„Morgen Abend auf der Hausrunde vom Mike”. “Er will gemeinsam mit seinen Kumpels und uns den “Conquest of Paradise-Trail”, seinen absoluten Lieblings-Flow-Trail rocken“. „Teilweise extrem bergig, mit 1/2 stündigen Anstiegen im kleinsten Gang, dafür aber auch mit belohnenden Sahneabfahrten zum Zunge schnalzen“, berichtet Josh voller Begeisterung.

Seine Stimmlage verändert sich während des Satzes merklich. Die Gelassenheit weicht und er beginnt immer schneller zu erzählen. Man merkt, dass Josh ebenso aufgeregt zu sein scheint wie ich, denn einen Nightride ist auch Josh noch nie gefahren.

Gesagt, getan. Einen Abend später stehen wir am besagten Treffpunkt im “Bergischen Land” und warten auf Mike und seine Kumpels.

Bis auf den Helm fertig angezogen, checken wir unsere Bikes. Die Bremsen, den Luftdruck der Nobby´s und die Schaltung. Ach ja, auch unsere am Lenker montierten Radlampen werden nochmals auf festen Sitz und ausreichende Akku-Power geprüft.

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Alles passt und wir sind “ready to race”, als Mike mit seinem Bike angerollt kommt. Nach kurzer Begrüßung und einigem Philosophieren über vergangene, im Hirn eingebrannte Storys aus den guten alten BMX-Zeiten, rollen wir los.

„Habt Ihr keine Helmlampen“, fragt Mike mit fast überraschter Stimme. Kurz aufeinander folgend, erläutern Josh und ich die Qualität unserer Bike-Lenkerlampen, ein wenig um zu rechtfertigen, dass wir noch keine Helmlampen haben.

„Die Lenkerlampen sind im Prinzip O.K.“, knüpft Mike an. “Nur bei Spitzkehren oder Gaps vor Jumps und Anliegern, wo quasi die direkte Line beleuchtet werden muss, wird’s wahrscheinlich etwas kniffelig”. “Da werdet Ihr nicht viel sehen”, erläutert Mike weiter.

Kaum ausgesprochen ist der erste Hammeranstieg zur Einfahrt in den “Conquest of Paradise-Trail” auch schon bezwungen. Der Anstieg war so heftig, dass ich zu Mike´s Erläuterungen aufgrund akutem Sauerstoffmangel keine Antwort geben kann.

Mike fährt voraus, nimmt stetig an Speed zu, lässt den Sattel per Remotehebel an seiner KS-Stütze ab und biegt mit einem ausgedehnten Manuel halbrechts in einen Wald ab. Ein Singeltrail allererster Güte erwartet uns, was Mike mit einem nicht überhörbaren „Jiiipppiiieeehh“, untermauert.

Wir fliegen hinter Mike den Trail hinab und surfen in schnellen Wechseln zwischen Manuels und tiefen Schräglagen durch perfekt angelegte Anlieger und mit Wasser gefüllte Senken, um dann wieder mit waghalsigen Bunny Hop´s über zahlreiche den Trail querende Baumstämme zu jagen: THAT´S  FLOW!!!!

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CIMG5319

Es ist noch nicht ganz dunkel, so dass wir während des Anstieges auf freiem Feld, die Lampen noch ausgeschaltet lassen konnten. Im Wald sah das aber schon anders aus. Es ist schlagartig so dunkel, dass ich Mühe habe an Josh dranzubleiben, der direkt vor mir in ca. 5-10m Abstand den Trail hinter Mike her rast.

Mein Puls schnellt in die Höhe, mein Herz pochert wie vor einer Führerscheinprüfung und Schweißperlen rinnen meine Stirn hinab.

Nicht nur der unglaubliche Speed auf diesem Hammer-Flowtrail, sondern auch die Tatsache, dass ich den Trail überhaupt nicht kenne und zudem fast nichts mehr sehe, lassen mein Herz rasen.

Gerade denke ich daran den Anker zu werfen indem ich leidvoll nach dem Mike schreie, um anzuhalten und vielleicht doch schon die Lampen anzuschalten, als ich plötzlich, wie aus dem Nichts, Josh und Mike vor mir erblicke, die bereits angehalten haben.

Ich reiße an den Hebeln meiner Saint und zwinge die vier Kolben der Bremssättel mit aller Gewalt die 203er Scheiben in die Mangel zu nehmen. Kurz vor um komme ich zum stehen und blicke in die etwas verdutzten Gesichter von Josh und Mike.

„Gut dass wir angehalten haben“, durchbrechen die Worte von Mike die kurze Phase der absoluten Stille. „Wir sollten jetzt mal die Lampen anmachen, denn im folgenden Abschnitt des Trails brauchen wir die bestimmt“.

Ich bin sehr gespannt was bei diesem Sahne-Trail jetzt auf uns zukommt und bin heilfroh meine Bike-Lampe endlich zu aktivieren!

Stolz knipse ich meine 40Lux Lenkerlampe an. Josh tut es mir gleich und Mike fummelt an einem Kabel, was aus dem Deuter Bike-Rucksack baumelt und führt dies mittels eines Klinkersteckers an ein Anschlusskabel am Helm. Ein kurzer “Klick” auf der Rückseite der Helmlampe und im gleichen Augenblick, wird aus der dunklen Nacht, heller Tag.

Na ja, vielleicht nicht ganz so extrem, aber der Platz an dem wir stehen ist wirklich außergewöhnlich hell.

„900Lumen“, spricht Mike in unsere Richtung und rollt den jetzt lichtgefluteten Trail weiter hinab. Mit offenen Mündern folgen wir dem Lichtkegel von Mike.

Man sieht wirklich von beachtlicher Entfernung die Spur vom Mike. Meine Bikelampe strahlt hingegen tatsächlich nur das Hinterrad von Josh an. Die ständig wechselnde Fahrtrichtung durch Anlieger und Spitzkehren sind für mich und auch für Josh nur mit heftiger Geschwindigkeitsreduzierung fahrbar. Spitzkehren sind fast nur im „Eiermodus“ zu bezwingen, da meine Lampe zwar in den Wald strahlt aber nicht den zu befahrenden Trail. Ich sehe quasi nichts und taste mich in jede langsame Kehre hinein. Die Lampe leuchtet halt nur dorthin, wo man hin lenkt.

„Krass“ denke ich mir. „Alleine im Wald, kannst du den Trail ohne Helmlampe vergessen“. Perfekt wäre eine Kombi aus Helm- und Lenkerlampe, um den Trail optimal auszuleuchten!

Nach einigen über Chickenways zu umfahrene Jumps auf diesem ansonsten göttlichen Trail, spuckt uns der Wald dann unten wieder aus. Ehrlich gesagt bin ich froh ohne Sturz angekommen zu sein.

„Den Trail müssen wir unbedingt nochmal im Hellen fahren“, werfe ich meine Begeisterung über den Ritt in die Runde.

„Oder mit Helmlampe nochmals abends“, schießt Josh nach. Alle sind sich einig, dass dies nach einer Wiederholung schreit!

Wir bedanken uns bei Mike für diesen tollen Nightride, der für mich aber mehr ein Nightthrill war, plauderten noch etwas und haben uns für einen Tagesritt verabredet.

Im Auto auf dem Weg nach Hause, haben Josh und ich alle Einzelheiten unseres ersten Nightrides bis ins Detail analysiert und einstimmig beschlossen, dass wir Nightrides unbedingt nochmals in Angriff nehmen und dafür zwingend so schnell wie möglich eine Helmlampe her muss.

Wieder in der Gegenwart angekommen, die Hand noch am Vorhang, klingelt es und der Postbote steht mit einem großen Paket am Tor. “Jetzt kann es ruhig dunkel werden”, denke ich mir und hechel dem Postboten mit großen Erwartungen entgegen.

Helmlampe 900 Lumen

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That´s Bike-Life, denn nichts ist so wie es scheint … Unmut weicht der Abenteuerlust, mit Bikelampe wird die dunkle Jahreszeit zur neuen Herausforderung!

Ride On!

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Wasserschlacht

von sir.Race, Kategorie Allgemein am 29. August 2011

Als ich losfuhr zu meiner kleinen Tour, es sollten so 20-30 km werden, sah ich einige dunklere Wolken im Westen. Ich dachte mir, dass das ja nicht schlimm aussieht und ich ruhig fahren konnte. Als ich nach etwa 10 km und 40 Minuten auf einer Höhe zurück schaute traf mich der Schlag. Etwa in dem Ort wo ich wohne, vielleicht auch noch nicht ganz da, und weiter Richtung Westen war alles schwarz und es blitzte und donnerte. Ich merkte wie der Wind stärken wurde und dachte: „Schnell nach Hause.“ Also fuhr ich mit einem Affenzahn Richtung Heimat. Etwa 2 – 3km von  zuhause entfernt sah ich erst, wie plötzlich mein Heimat Ort verschwand. Ich wusste nicht ob es Nebel oder Regen war. Nur wenige Sekunden später fand ich es heraus: Es war Regen! Und wie. Durch die Mischung aus Wind und Regen kam ich trotz aller Kraft Anstrengung nur mit mühe auf acht km/h. Nach kurzer Zeit tat meine Haut schon weh, der Wind wehte den Regen was senkrecht. Das wurde noch schlimmer als es kurz darauf auch noch zu Hagel begann. Diese wenigen Kilometer zogen sich scheinbar endlos hin. Beinahe hätte mich der Wind auch vom Rad aufs Feld geweht. Ich hätte losheulen können. Man sah nichts, kam kaum voran und die Haut schmerzte vom Wind und Regen. Dann endlich, kurz ich erkannte erste Stellen am Orts Eingang. Langsam wurde der Regen etwas schwächer, der Hagel hatte schon wieder aufgehört. Doch dann wurde ich im  Ort überrascht, als ich merkte, dass ich an einigen Stellen mit dem Fuß komplett im Wasser war, wenn dieser Unten war. Dann hatte ich es fast geschafft. Schnell lief beziehungsweise sprang durch den Garten, der ehr ein einzige Pfütze war, zum Gartenhäuschen. Ich genoss den kurzen Moment ohne Regen, bevor ich wieder raus und an die Haustür stürmte.

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MTB User-Story – Kalifornien “Die Wiege des Mountainbikesports”!

von PietAM, Kategorie Biker-Leben am 21. Juni 2011

Es war einer dieser Tage…

… an dem ich nach meinem bikefreien Sommerurlaub zurückkomme und aufgeregt mit feuchten Händen in den nächsten Zeitschriftenladen stürme, um mir die längst erschienenen neuen Ausgaben der bekannten Bike-Magazine anzueignen.

Zu Hause angekommen fange ich an genüsslich in den Magazinen zu blättern, während ich einen heißen Espresso genieße und dabei mein Bike mustere, welches bereits für die nächste Tour gewartet und geputzt auf der Terrasse in der Sonne steht.

Der Himmel ist wolkenlos und die Sonne strahlt, so dass kleine silberne Aluteile am Bike lustig funkeln. Es scheint mir fast, als würde mir mein Bike zuzwinkern. Na ja, vielleicht nehme ich dieses Funkeln auch mit verändertem Bewusstsein wahr, nach zwei Wochen des Nichtbikens!?

Ich schlage die nächste Seite im Bike-Heft auf, da trifft es mich wie ein Blitz.

Der Redakteur einer Bikestory beschreibt in den schillerndsten Farben, wie er gemeinsam mit einigen namhaften Bikepros die Westküste der USA in Kalifornien entlang des Pacific Coast Highway Number One mit dem Bike erkundet.

Beim Lesen läuft mir das Wasser im Munde zusammen. Die Beschreibung der Drops, Anlieger und Downhillpassagen, gespickt mit Fahrtechnikmanövern à la Bunny Hop, Wheelies und Manuels in den verschiedensten Speed-Varianten und das alles bei schönstem California-Wetter machen Lust auf Mehr!

Gleichzeitig schießt mir aber auch Wasser in die Augen, denn die beschriebenen Lokations und MTB-Strecken liegen in direkter Nähe zu Orten die ich allesamt während meines USA-Urlaubes durchfahren und teilweise sogar besichtigt hatte. Die MTB-Story weist Fotos auf, die denen die ich auf unserem USA-Trip gemacht habe, sehr ähnlich sind.

2-USA 2011

3-USA 2011

4-USA 2011

6-USA 2011

7-USA 2011

Wahrscheinlich war ich sogar an einem dieser Hügel, über den nur einige Meter entfernt einer dieser herrlichen Trails verläuft!?

Ich bin ein wenig betrübt. Hätte diese Story in dem MTB-Magazin nicht eine Ausgabe früher erscheinen können? Dann hätte ich mir sicherlich einige der legänderen MTB-Strecken angesehen, um die sagenumwogene Aura „der Wiege des Mountainbikens“, was Kalifornien zweifellos darstellt, ein wenig aufzusaugen.

That´s Bike-Life, denn nichts ist so wie es scheint … So nah dran und leider doch nichts gesehen. Es bedarf wohl einer weiteren Reise nach Kalifornien, um “die Wiege des Mountainbikens” live zu erleben – dann aber mit Bike!

Ride On!

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MTB User-Story – Sommer, Sonne, Sonnenschein – ready to rock!

von PietAM, Kategorie Biker-Leben am 26. April 2011

Es war einer dieser Tage…

… an denen mich nichts und niemand von einer spontanen Feierabendrunde auf meiner geliebten Hausrunde mit meinem Bike abbringen kann.

Das Wetter ist wirklich außergewöhnlich gut und die letzten Tage spiegeln eher ausgewachsene Sommertage wieder, als den eigentlich im April anstehenden Frühlingsanfang.

Temperaturen jenseits der 24 Grad und mehr als 10 Sonnenstunden, lassen einem keine andere Wahl, als schon früh am Morgen ans Biken zu denken.

Gesagt, getan plane ich meinen Arbeitstag so, dass ich das Büro etwas früher verlassen kann. Dem Internet sei Dank, kann ich mir einiges an Arbeit mit nach Hause nehmen und am Abend online weiter bearbeiten. Und da sagt nochmals einer, dass die ganze Entwicklung des Internet viel zu schnell geht. Ohne meinen Rechner und mein Smartphone säße ich jetzt noch im Büro und würde mir wahrscheinlich die Augen reiben, während ich meine Arbeit erledige und dabei ab und an draußen die schwankenden, weichen Bewegungen der austreibenden Bäume im Sonnenschein beobachte.

Aber was erzähle ich denn, warum schwelge ich schon wieder in dem was hätte sein können, anstatt mich an dem zu erfreuen, was sich mir heute darbietet?!

Im gleichen Moment öffne ich die Haustüre, drücke die Brühtaste meiner Espressomaschine und während die Kaffeekapsel unter Hochdruck mit heißem Wasser durchströmt wird, fliege ich quasi die Kellertreppe hinab, um mich mit Hilfe meiner Bikeklamotten für die bevorstehende Tour zu rüsten.

Fertig umgezogen, werfe ich einen Träger meines Deuters über die rechte Schulter und greife im Vorbeigehen nach der Espressotasse, um den kleinen Schwarzen mit genüsslichen, kleinen Schlückchen zu geniessen.

Zeitgleich greift die andere Hand nach meinem Garmin und der Daumen schnellt voll automatisiert an die Starttaste um den Track meiner Hausrunde zu laden.

Wie lange ist es her, dass ich meine gut 50Km lange Hausrunde surfen konnte ohne dabei Frostbeulen zu bekommen, die Tour wegen irgendwelcher winterlichen Wetterkapriolen abkürzen oder aber zur vorgerückten Stunde meine Bikelampe anklemmen musste, weil wieder mal die Dunkelheit und nicht die Kondition die Tourlänge vorgab, kann ich nicht genau bestimmen?!

Schon wieder bin ich am schwelgen und ermahne mich innerlich, unverzüglich damit aufzuhören. Aber irgendwie ist da immer noch das latente Gefühl einer bevorstehenden Verhinderung der heutigen Tour.

Denn eigentlich kann ich es kaum glauben, heute meinem Bike die Sporen zu geben und meine Hausrunde zu rocken ohne dabei auf die Uhr zu sehen oder den Grad der einsetzenden Dunkelheit mit meiner Ankunftszeit in Einklang zu bringen.

Aber es ist tatsächlich so. Ich öffne das Garagentor und mein Allmountain-Plus Bike glänzt frisch geputzt und gewartet in der Sonne. Ich kurble los und grinse übers gesamte Gesicht. Das heitere, so lange schon nicht mehr verspürte Gefühl der unendlichen Freiheit breitet sich augenblicklich in mir aus.

Ob es tatsächlich nur an der Tour liegt oder der vor wenigen Minuten noch heiß meinen Hals hinunter gelaufene Espresso einen Teil zu diesem Gefühl beiträgt, kann ich nicht sagen.

Meine Vans verzahnen sich in den Pins meiner neuen Sudpin-III Flatpedals und wie ein Rennradfahrer kurz vor der Ziellinie kurble ich los.

Mein Herz schlägt mir bis zum Hals und als ich in greifbarer Nähe mein geliebtes Gipfelkreuz erspähe, welches von der hinter mir stehenden Sonne angestrahlt wird, mache ich eine Vollbremsung.

Das Bild muss ich für die Ewigkeit fest halten. Ich hole flux die Digicam raus und drücke mehrmals ab. Voller Enthusiasmus knippse ich was das Zeug hält. So als ob ich nach unzähligen Stunden des zermarternden Wartens bei einer Wale-Watching-Tour einen auftauchenden Wal erblicken würde – oder so ähnlich.

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Mein Herz rast weiter und schnell versuche ich die Digicam wieder einzupacken, was sich mir aufgrund der sich nun entwickelten Aufgeregtheit eher schwierig gestaltet.

Ich kurble und kurble und während mir ein sommerzartes Windchen um die Nase weht, zirkel ich die geteerte Turmauffahrt bei 4% Steigung mit einem gut 300m langen Wheelie gen Plateau empor, um gleich im Anschluss die Abfahrt durch den Wald, über Sahne-Single-Trails mit kleinen Drops, seichten Anliegern hinab zu pflügen und die ausgetrockneten Wasserrinnen mit ordentlich Speed und abwechselnd mit Bunny Hops oder ausgedehnten Manuels zu queren.

Ich fahre mich in eine Art Rausch und halte den Speed bergab so hoch wie möglich, so dass ich von meinem Haustrack belohnt werde, indem sich der wahre FLOW einstellt. Whow, klasse, ride on!

That´s Bike-Life, denn nichts ist so wie es scheint … Die geliebten Haustrails bei strahlendem Sonnenschein, stahlblauem Himmel und sommerlichen Temperaturen zu rocken, lässt das Bikerherz einen Tango tanzen und macht einem bewusst, warum man das BIKEN so liebt!!!

Ride On!

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MTB User-Story – Fahrtechnikexperimente

von PietAM, Kategorie Biker-Leben am 15. März 2011

Es war einer dieser Tage…

… an denen ich unbedingt einige in den letzten Wochen gelesene und gedanklich manifestierte Fahrtechniklektionen ausprobieren musste.

Aufgrund der fürs Biken eher mäßigen Wetterbedingungen der vergangenen Wochen, habe ich mir Workshops zu diversen Fahrtechniklektionen zugelegt und in den Abendstunden fleißig studiert. Immer wieder habe ich einzelne Passagen gelesen und das Gelesene quasi verinnerlicht, so dass ich nun darauf brenne, alles in die Tat umzusetzen.

Heute scheint die Sonnen und das erste Mal in diesem Jahr klettert das Thermometer auf schwindelerregende Höhen, jenseits der 10Grad-Marke. Zweistellige Plusgrade wirken nach diesem sehr langen Winter fast surreal auf mich. Ich freue mich zwar, aber irgendwie begleitet mich permanent ein misstrauisches Gefühl. So als ob jederzeit irgendein Umstand eintreten könnte, der mir meine heutige Biketour doch noch verpatzt.

Doch nichts der Gleichen tritt ein. Ein Blick aus dem Fenster kündigt einen wunderschönen, sonnigen Frühlingstag an. Die Baumwipfel ranken sich in gemäßigtem Tempo im strahlenden Azurblau des sonst klaren und wolkenlosen Himmels.

Ganz ruhig packe ich meinen Bikerucksack mit dem Nötigsten für eine schöne Tagestour. Das mich sonst packende Fieber vor einer Tour bleibt irgendwie aus. Fast schon unheimlich wie ruhig ich bleibe, gerade wenn man bedenkt, wie lange eine derartige Tagestour auf meinem Bike schon her ist.

Während ich die Verpflegung in Form von Bananen und handelsüblichen Müsliriegeln in meinen Deuter packe, bin ich in Gedanken schon dabei mir Passagen in meiner Hausrunde herauszusuchen, bei denen ich die gelesenen Fahrtechniklektionen umsetzen kann.

Während eines Spaziergangs bei lausigem Wetter mit meinem Dingomischling Rex, in dem Wald durch den auch teilweise die Trails meiner Hausrunde verlaufen, habe ich kürzlich eher zufällig entdeckt, dass einige emsige Biker, einen kleinen Funpark angelegt haben. Kleinere Drops, Steilkurven und einige Stufen, lechzen geradezu danach von meinen Fat Alberts unter die Stollen genommen zu werden. Neben einigen Rampen sind auch vereinzelt Northshore-Elemente  enthalten und man kann erkennen, dass die Strecke von den Erbauern mit viel Herzblut und gut durchdachten Detaillösungen erschaffen wurde.

Park-19

Ich knie vor meinem Enduro, lege den Klettstreifen meiner 5-Tens über die Schnürsenkel und beim Blick hoch zum Lenker, erscheint mir die Kombination vom angebrachten Navi und des Bremshebels, optisch ein wenig wie ein Kreuz. In diesem Moment bemerke ich einen Ansatz von Herzrasen, denn beim Gedanken an ein Kreuz, schießt mir sofort das Gipfelkreuz auf der Höhe meiner Hausrunde durch den Kopf.

Seit langer, langer Zeit verspüre ich mal wieder eine Art Nervosität und mit ein wenig Herzpochern schiebe ich mein frisch geputztes und gewartetes Bike aus der Garage, raus ins gleißende Sonnenlicht.

Wenige Sekunden später, nachdem der Deuter verzurrt und das Navi aktiviert ist, schwinge ich mich aufs Bike und kurbele mit einer ungewohnten Leichtigkeit los. Nach den ersten paar Minuten gleicht sich die Atmung meiner Trittfrequenz an und gleichmäßig rolle ich in Richtung meiner Hausrunde.

Während ich meine Haustrails entlang surfe, spähe ich die avisierte Stelle an, die ich mir gemerkt hatte, um nicht den etwas versteckten Zuweg zu dem kleinen Funpark zu verpassen.

Park-12

Die Einfahrt in den schmalen Zubringer kann ich gleich mit der Lektion „Kurvenfahren“ verbinden. Die kurveninnere Flatpedale oben und mit etwas abgesenkter Sattelstütze, rausche ich in leichter Schräglage hinein und durch feines Blätterwerk hindurch, in Richtung Funpark. Jetzt ist mir auch klar, warum die Reifenforschung zur Stollenform und deren Positionierung so wichtig ist. Die seitlichen Stollen verzahnen sich im lehmigen Boden und mit einer sauberen Linie zirkel ich durch einen Anlieger hinein in den Zubringer.

Park-08

Die nachzufahrende Linie in dem Park, zwingt mich zuerst über eine kleine, aus Holzleisten zusammengenagelte, etwa 10m lange Northshore-Brücke, bis zum Absprung einer ca. 1m tiefen Stufe. Die schmatzenden Geräusche meiner Gabel und des Dämpfers, signalisieren mir die Intensität der Landung, welche mir erstaunlich gut gelungen ist. Mit dem durch die Landung nach der Stufe erreichten Speed, rolle ich auf einem schmalen Singeltrail weiter runter auf einen Lehmhügel zu. „Klasse Passage“, denke ich mir und bereite mich vor auf dem Lehmhügel zu bremsen, um mir die gefahrene Linie von unten anzusehen.

Park-10

Mit der in den Fahrtechniklektüren erklärten Grundposition – leicht in den Knien, mit etwas angewinkelten Armen, bei ganz abgelassener Sattelstütze – bereite ich mich auf die Bremsung vor. Gerade beim Gedanken daran, dass ein kleiner Slide doch einen krönenden Abschluss der Lektion „Stufenfahren“ darstellen könnte, bemerke ich, dass es sich bei dem Lehmhügel nicht um einen Hügel, sondern um eine kleine Rampe handelt. Nach ca. 1/3 des Hügels, endet dieser abrupt und eh ich mich gedanklich auf einen weiteren Jump vorbereiten kann, überfliege ich schon die Rampe in leichter Schräglage, die ich ja für den angedachten Slide eingenommen hatte.

Park-09

Schräg in der Luft, fliege ich in Richtung Auslaufzone. Viele gefühlte Meter weiter lande ich auf der in den Hang eingearbeiteten Auslaufzone, mit wiederum schmatzender Gabel so geschmeidig, als ob ich diese Art von Jumps täglich fahren würde.

Mit einem beherzten Griff am Bremshebel, zwinge ich die Bremskolben zum Einklemmen der hinteren 203mm Bremsscheibe und komme mit leichter Schräglage und blockierendem Hinterrad zum stehen.

Park-15

„Wow“, denke ich und drehe den Kopf in Richtung der Rampe. „Was für ein Jump“. „Hammer, war ich das wirklich?“, mustere ich ungläubig die absolvierte Linie hinter der sich auflösenden Staubwolke.

That´s Bike-Life, denn nichts ist so wie es scheint… Lesen und das gelesene anschließend ausprobieren, kann beim Biken Endorphine freisetzen, schafft Motivation und macht Lust auf MEHR!!!

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MTB User-Story – Weiße Wonne

von PietAM, Kategorie Biker-Leben am 29. Dezember 2010

Es war einer dieser Tage …

an denen man morgens aus dem Fenster schaut und die unverändert tief verschneite Landschaft erblickt, die es einem derzeit unmöglich macht zu Biken.

Ohne große Erwartungen schiebe ich die Vorhänge zur Seite, um meinen Pkw-Stellplatz direkt vor dem Haus zu mustern. Die mit blankem Eis überzogene Stellfläche sieht aus wie ein glasierter, leckerer Kuchen. Nur dass die Glasur nicht gut schmeckt, sondern jeden noch so geübten Autofahrer zur schieren Verzweifelung bringt, beim Versuch das Auto auf ihr zu parken.

Gestern habe ich ein filmreifes Manöver hinter mich gebracht, bei dem es mir nur mit Hilfe meiner zwei Nachbarn gelang, meinen Kombi auf der Stellfläche zu verankern.

Noch immer aufgekratzt beim bloßen Gedanken an diese Odyssee, wollen sich meine Mundwinkel gerade in tiefe Falten legen, als ich beim Loslassen des Vorhangs die Zufahrt zu meinem Häuschen betrachte.

Schneeweis und unangetastet, präsentiert sich mir dieser Anblick – geradezu graziös. Die aufgehende Sonne umgarnt die noch jungfräuliche Schneeschicht, die sich im Laufe der Nacht auf den sonst zu 90% vereisten Boden gelegt hat.

„Neuschnee“, schießt es mir durch den Kopf und augenblicklich schnellen meine Mundwinkel von den Tiefen des Unterkiefers rauf in Richtung meiner Ohren. Ein unverkennbares, abenteuerliches Grinsen versteinert mein Antlitz.

Neuschnee bedeutet, dass die fast überall festgefahrenen Schneedecken der teils vereisten Straßen und Wege mit einer gepulverten Schicht aus Neuschnee wieder fahrbar werden. Es bedeutet, dass heute eine Unterbrechung der tagelangen, zermürbenden Bike-Zwangspause möglich ist!

Im gleichen Augenblick sehe ich mich schon mit dem Bike-Rucksack und aktiviertem Navi, warm in meine Softshelljacke eingemummelt, auf meinem Winterbike durchstarten in Richtung Hausrunde.

Misstrauisch und vorsichtig stiefel ich aus der Haustüre, um das Spektakel von der Nähe aus zu betrachten. Ich traue dem ganzen noch nicht so richtig und bin skeptisch. Mit der Spitze meines Pantoffels schiebe ich die neue Schneeschicht in der Nähe meiner mit Eis überzogenen Stellfläche auf Seite, mit der ich gestern Abend noch bis aufs Blut gerungen habe.

Und siehe da – tatsächlich hat es in der Nacht ca. 10cm Neuschnee gegeben. Der Schnee ist unten etwas feucht, oben auf aber trocken, pulvrig und griffig. Optimal um zwischen dem Gummi meiner Nobby´s und dem Eis einen watteweichen, fahrbaren Untergrund zu bilden.

Das Grinsen in meinem Gesicht verhärtet sich und ehe ich die herrliche Schneepracht weiter betrachten kann, stehe ich auch schon im Keller und kleide mich hastig im Zwiebelprinzip für eine winterliche Bike-Tour ein.

Minuten später rolle ich bereits los in Richtung meines Haustrails. Außer dem Rasseln der Kette über die mit Kettenwachs frisch präparierten Ritzel, höre ich nur mein eigenes, schweres Atmen. Die Neuschneeschicht lässt ein fast lautloses Schweben zu. Nichts zu hören von den Stollen meiner Nobby´s, einfach nur ein sanftes, leicht knirschendes Dahingleiten auf unberührten Schneeflächen.

Kolumne 13 Weisse Wonne-1

Einzig der ständige, teils extreme Rollwiederstand durch den neuen Schnee macht mir konditionell etwas zu schaffen. Durch die dreiwöchige, wetterbedingte Zwangspause, merkt man nun, trotz aller Euphorie, dass man ein wenig aus der Form ist.

Der Anblick der gepuderten Bäume, Wiesen und Felder und die Tatsache nach solch einer langen Zeit überhaupt mal wieder Biken zu können, stimmt mich einfach nur glücklich.

Kolumne 13 Weisse Wonne-9

Ich kann nicht genau zuordnen, ob das heftige Pulsieren in meiner Brust durch die Anstrengung des permanent zu überwindenden Rollwiederstandes entsteht oder aber auf die verspürte Freude bei dieser Bike-Tour zurück zu führen ist. Egal – strait ahead – kurbel ich was das Zeug hält!

Kolumne 13 Weisse Wonne-6

Während ich mich mit der höchstmöglichen Trittfrequenz rauf zum Gipfelkreuz peitsche, erfreue ich mich an der heute überwältigend schönen Seite dieser herrlichen Winter-Natur. Mein Umfeld wirkt dabei anmutig, fast magisch auf mich.

Gewohnte und bekannte Passagen stellen sich mir ganz neu vor, so als wäre ich hier noch nie gewesen. Obwohl ich eigentlich jeden Stein mit Namen kenne. Ich trete in die Flatpedals und auch wenn man heute keine Biketricks, Wheelies oder Jumps fahren kann, bin ich überwältigt und tief zufrieden.

Aus dem Augenwinkel heraus betrachte ich eine schwarze Wolkenformation, welche kurzfristig die Schleusen öffnet und mir mit Unterstützung eines heftigen Nordwindes, Schneeflocken unterschiedlicher Größenordnung erbarmungslos ins Gesicht prasseln lässt.

Kolumne 13 Weisse Wonne-4

Der kleine blizzardähnliche Schneesturm, zwingt mich zur kurzen Rast, die ich aber nach 15 Minuten und gefühlten 3cm weiterem Neuschnee beenden kann.

Kolumne 13 Weisse Wonne-3

Auf der letzten Anhöhe erblicke ich endlich mein geliebtes Gipfelkreuz. Keuchend stelle ich mein Winterbike ab und sehe von ganz oben aus in die Ferne.

Kolumne 13 Weisse Wonne-5

Glückliche Momente wie diese liegen weit zurück, umso mehr genieße ich heute diesen tollen Ausblick.

Kolumne 13 Weisse Wonne-8

That´s Bike-Life, denn nichts ist so wie es scheint … nach all den Widrigkeiten des Winters in den vergangenen Wochen, ist dieser Tag für mich mehr als ein Erlebnis – eine Inspiration, ja eine wirklich wahre, weiße Wonne!

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Stern am Kletterhimmel: Sasha DiGiulian (Bilder)

Die Erfolge der Sasha DiGiulian lassen sich so langsam nicht mehr an den Fingern abzählen. Deshalb:... mehr ...

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