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Über den Hauchenberg
von bbbaschtl, Kategorie Trails, Training/Fitness am 19. Juli 2010
Der Hauchenberg ist ein Höhenzug zwischen Weitnau und Missen auf dem ein fast durchgehend fahrbarer Trail verläuft. Nach der Anfahrt über Hellengerst und den Stoffelberg begann die eigentliche Auffahrt über Diepolz, vorbei an einem der bekanntesten Allgäuer Ausflugsziele, dem Bergbauernmuseum. Nach einem Asphaltsträsschen mit einem “21% Steigung” Warnschild zieht sich der Weg bald auf einem wurzeligem und steinigem Wanderpfad mit zwei kurzen Schiebepassagen gerade hoch zum Bergrücken. Dort geht es auf einem schmalen und fast ebenem Wald- und Wiesentrail zum Alpkönigblick (1.237m).
Von diesem 2007 aus 35 heimischen Weißtannen erbaute Aussichtsturm hat man einen phantastischen Rundblick vom Bodensse über den Säntis bis zur Zugspitze. 100m unterhalb des Turms liegt die von Mai bis Oktober jeweils am Samstag, Sonntag und an Feiertagen geöffnete Klings Hütte. Auf der Weiterfahrt Richtung Missen-Wilhams muss man – abgesehen von knapp zwei Dutzend Viehdrehgattern – als Normalbiker spätestens in der sogenanten Räuberhöhe nochmal vom Rad und ein paar Höhenmeter bergab über groben Stock und Stein schieben. Am Ende des Höhenwegs trifft man auf einen Forstweg, der hinunter Wilhams führt, sofern nicht wieder einmal ein Bergrutsch die Strasse blockiert:
Keine Sorge, ich konnte noch rechtzeitig abspringen.
Die Strassensperre lies sich auf einem Karrenweg umfahren und über den Carl-Hirnbeinweg, einem Themen-Wanderweg mit 68 Stationen, ging es weiter nach Weitnau und von dort auf der alten Bahntrasse zurück nach Hause. 2:55h 53km 1.189hm (Video im eigenen Blog)
bbbaschtls Mountainbike und Rennradblog – Radfahren im Allgäu
MTB User-Story – Tagträume
von PietAM, Kategorie Biker-Leben am 12. Juli 2010
Es war einer dieser Tage …
… an denen man die stetig größer werdenden Schweißperlen auf der Stirn quasi bemerkt, während man versucht mit seinem Kumpel einen sehr anspruchsvollen Trail zu bezwingen. Ein steiler Singletrail der sich durch ein Meer von dicken Felsbrocken schlängelt, die nur mit häufig aufeinander folgenden Bunnyhop´s und diversen Turns auf dem Vorderrad zu umfahren sind.
Endlich das felsige und windige Berg-Plateau passiert, freue ich mich in die sich vor mir aufgebäumte, dunkelgrüne Tannenwand einzutauchen, so dass der ständig an mir zerrende Wind endlich los lässt. Der ruppige, felsige und akustisch teils sehr laute Trail, wechselt abrupt in ein lautloses Dahingleiten. Man hat fast das Gefühl zu schweben. Zu schweben auf einem Teppich unzählig vieler herabgefallener Tannennadeln, welcher die Reifen wachsweich einbettet. Die Tannennadeln quetschen sich in die Zwischenräume der Stollen meiner Nobby´s, um sich in Kurven zu lösen und lustig an meine Schienbeine zu prasseln.
Gerade noch beim Genuss dieses unglaublich leisen Gleitens durch den Nadelwald, muss ich jäh die Augen zusammenkneifen, weil der angenehm dunkle Pfad von jetzt auf gleich in gleißendes Sonnenlicht eintaucht. Der Nadelwald gibt den Trail frei, der im gleichen Augenblick durch einen lichtdurchfluteten Mischwald führt. Baumstämme mit hellgrünen Kronen, die sich durch den Wind hastig hin und her bewegen und dabei unkontrolliert Sonnenstrahlen zum Boden durchlassen, bewirken ein Wechselbad von Licht und Schatten. Man hat teilweise Probleme dem Trail zu folgen. Die Bäume stehen so eng zusammen, dass man stets die gesamte Lenkerbreite im Auge halten muss, um nicht mit einem Lenkerende an einem Baum hängen zu bleiben und zu stürzen.
Kaum liegen die ausgeprägten Waldstücke hinter mir, verwandelt sich der Trail in eine wahre Flow-Area. Eine lehmig griffige Linie inmitten saftig grüner Wiesen, die höchstens Platz für zwei nebeneinander rollende 2,4“ Reifen bietet, verwandeln die Fahrtechnik in eine Art Surfmodus. Wiesen, die darauf zu warten scheinen, einer ganzen Herde von Kühen einen Festschmaus zu kredenzen. Der Speed wird von Meter zu Meter rasanter. Vereinzelt heraustretende taunasse Wurzelteppiche, von den wenigen Bäumen entlang der Surflinie, für dessen Trocknung die aufgehende Morgensonne noch nicht die notwendige Kraft hat, können mit teils ausgedehnten Wheelies überflogen werden. Ein Grinsen wie in Stein gemeißelt prägt mein Gesicht und jeder der mich jetzt beobachtet, muss einfach erkennen wie viel Spaß mir dieser Ritt macht.
Dann passiert es. Bei einer schnellen, staubtrockenen Rechtskurve, bremse ich einen Tick zu viel mit der hinteren Bremse. Ich merke, wie sich mein Bike quer stellt, so als würde das Hinterrad auf meine Höhe kommen wollen, um mir mitzuteilen, „Hey, du bist ein bißchen zu langsam da vorne, gib doch mal Gas“. Das Bike nähert sich Stück für Stück dem harten Boden und während ich mit allen Tricks versuche die Bremse so zu dosieren, dass sich der angekündigte sichere Abflug vielleicht doch noch verhindern lässt, höre ich meinen Kumpel hinter mir rufen: „ Lass die hintere Bremse los“. Ich versuche die Worte meines Kumpels zu deuten und verstehe dann plötzlich „Lass die Flasche los“!?
Ich war verwirrt und spürte im nächsten Augenblick einen heftigen Hieb auf die rechte Schulter. Ich reiße die Augen auf und kann erst nichts erkennen. Die Sonne strahlt mir wie ein Laser mitten ins Gesicht. Ein großer Schatten, der sich immer wieder vor die Sonnenstrahlen schiebt, schwenkt hin und her und wieder höre ich die Worte meines Kumpels, die sich jetzt aber nochmals anders anhören: „Lass doch endlich die Flasche los“.
Endlich erlaubt mir der Schatten einen klareren Blick und ich erschrecke mich. Meine Freundin beugt sich gerade über mich, boxt mir auf die Schulter und versucht verzweifelt die Sonnencremeflasche aus meinem festen Griff zu befreien.
Ich war wohl am Strand eingeschlafen und hatte während meines Tagtraums der Bezwingung dieses herrlichen Bergtrails, die Sonnencreme unlösbar umschlungen.
Im Nachhinein musste es wohl daran gelegen haben, dass ich während meines zweiwöchigen Sommerurlaubes nicht mit meinem Bike auf Tour gehen konnte!?
That´s Bike-Life, denn nichts ist so wie es scheint … Tagträume sind so schön und können eine bikefreie Zeit prima überbrücken!
Kinderalpencross: 5 Etappe – Über den Fimbapass ins Engadin
von JuliaB, Kategorie Allgemein am 6. Juli 2010
Am nächsten Morgen, natürlich sind wir wieder die Ersten, geht’s gleich nach dem Hipp-Fläschchen los.

Ich werde getragen, Maja läuft mit Mama am Seil und Papa läuft zweimal den Fimbapass hoch.

Der Weg zum Fimbapass

Anhänger mit Fluchthorn

Oben am Pass. Jetzt kommt der Traumtrail.
Heute ist er richtig motiviert und in 90 Minuten ist unser ganzes Material am Pass. Maja ist mit 3 Jahren die ganzen 450hm allein gelaufen. Respekt. Auch von mir. Papa ist hoch erfreut, dass der Weg so einfach zu schieben war und blickt dabei auf der anderen Seite hinunter, ein Traumtrail.

Maja ist alles allein hochgelaufen.

Bin ich COOL?

Runter ins Engadin.
Als wir hier so Pause machen, schauen die Anderen ständig, als seien wir eine Fatamorgana, da sich niemand mich und meine Schwester hier im Hänger vorstellen kann. Als es dann aber losgeht und wir den Downhill starten, da staunen sie nicht schlecht, wie ich mit viel Babyöstrogen den „testosterongeladen Teutonenmannschaften“ um die Ohren brause. Der Spass war allerdings nur von kurzer Dauer, da sich der Downhill als äußerst tückisch herausstellte und aufgrund des steinigen und rutschigen Untergrundes über die Hälfte des Downhills aufgrund des enormen Gewichtes unserer Fuhrwerke nicht fahrbar waren. Ohne Maja und mich war das ganze gerade noch zu bremsen, also fuhr Papa runter und lief wieder hoch und holte das zweite Fahrrad.

Und es geht doch. Geil.

Kinderalpencross.

So gut ist es nicht immer zu fahren.




Steine, Schnee, Wasser, Wiesen.
Bei kürzen Steilstellen schoben dann Mama und Papa gemeinsam runter. Es war auf jeden Fall im nachhinein die Königstappe, und Papa war ziemlich fertig, weil er rauf und runter fast alles 2mal gelaufen ist. Wir hatten dann noch 2 Reifenplatzer und dadurch einen kaputten Nobby Nick. Als musste Papa noch 30km weit nach Scoul und zurück radeln, um einen Ersatzreifen zu bekommen. Wie sich dass so gehört, schläft man dann in der Schweiz für viel Geld bei wenig Luxus, dafür bei wunderbarem Panorama.
Rund um den Prodel
von bbbaschtl, Kategorie Trails, Training/Fitness am 3. Juli 2010
Der Prodel ist ein Höhenzug südlich des Alpsees bei Immenstadt. Es gibt eine Reihe von Mountainbike-Touren im Uhrzeigersinn um ihn herum, aber die meisten verlaufen auf dem Rückweg im Tal. Es gibt aber auch eine nordseitige Hangbefahrung:
Los ging es (nach einem kleinen Umweg über Gunzesried) am Beginn des Steigbachtals in Immenstadt. Das asphaltierte Strässchen steigt gleich kräftig an (Garmin: 28%) und auch auf den nächsten 5 Kilometern kommt man immer wieder an Rampen jenseits der 20% ins Schwitzen, obwohl die Auffahrt fast durchgehend im Wald liegt. Nach ca. 600 Höhenmetern zweigt ein mit Brettern ausgelegter Wiesenpfad zur Sennalpe Mittelberg hinüber ab.
Eine lange Abfahrt durchs Weißachtal zuerst auf Schotter, dann auf Teer führt zur Talstation der Hochgrat Bahn. Dort zweigt rechts ein schmaler Kiesweg über die Weißach ab, der später sehr steil und schotterig zur Spitzleralpe hinaufführt. Nach der Haspelalpe kommt man zu einem Wegedreieck, wo es links Richtung Buchenegg geht: die Standard Prodel-Umrundung. Rechts geht es auf einem neuen Wanderweg durch den Wald steil und gerade noch fahrbar (Garmin: 31%) hinauf zur Moosalpe. Dort fand sich auch der im Steigbachtal verloren gegangene Handyempfang wieder ein…
An der Moosalpe sah ich dann für die nächste Stunde die letzten zweibeinigen Lebewesen. Auf den einsamen und freiliegenden Wiesenpfaden und Karrenwegen über Kuhschwandalpe, Leutenschwandalpe, Schwingundalpe und Rauhgundalpe war ich mit Kühen, Ziegen und Pferden herrlich allein.
An der Unteren Kalle Alp trifft man auf den asphaltierten Fahrweg zur Bärenfalle, der an dem Allgäu Coaster – Deutschlands längster Rodelbahn – entlang mit vielen Kehren in rauschender Fahrt bergab zur Talstation der Alpsee Bergwelt führt. Ausgebremst wird man nur durch einige Viehgatter und am Wochentag zum Glück nur spärlich vorhandenen Wandersleuten. Nach Überquerung der B308 geht es auf der gegenüberliegenden Talseite zunächst auf geteertem Mautsträsschen und dann über Karrenwege und Wiesenpfade mit mäßiger Steigung hinauf zur Pfarralpe.
Der Höhenweg hinüber zur Siedelalpe ist einer meiner Lieblingstrails: flott zu fahren, schmal und ohne Schiebestellen. Dort angekommen war es schon nach 13.00 Uhr und ab dann gibt es leckeren selbstgebackenen Kuchen, heute ein pfundschwerer Käsekuchenquader. So gestärkt ging es über den Waldweg-Downhill nach Zaumberg und auf direktem Weg wieder nach Hause.
6:01h 100km 2.240hm (Video im eigenen Blog)
bbbaschtls Mountainbike und Rennradblog – Radfahren im Allgäu
Kinderalpencross: 4. Etappe Ischgl – HeiHü
von JuliaB, Kategorie Allgemein am 30. Juni 2010
Von Ischgl geht’s dann richtig steil hoch ins Fimbatal, und so hatte ich eine tolle Liegeposition und einen tollen Blick auf die vielen Gondelbahnen. Meine „Gondel“ ist viel schöner und oranger.

Im Sommer Straße im Winter Schipiste.
Wieder wurden wir von anderen Alpencrossern überholt, die scheinbar morgens nicht aus den Federn kommen. Niemand will mir glauben dass ich über den Fimbapass will, aber ihr werdet sehen, ich krieg meine Pizza in Riva.

Pamperstausch am Lift.

Und noch ein Glas vom guten Onkel H.
Das Fimbatal wird zur Heidelbergerhütte hin immer flacher und wie jeden Tag beginnt es auch heute zu regnen.

Der Weg zur Heidelbergerhütte.
Das ist mal wieder eine gute Möglichkeit, um mich von Mama und Papa wickeln zu lassen. Papa freut sich über jede volle Windel, da so das Gepäck ständig leichter wird. An der Heidelberger Hütte sind Maja und ich die großen Helden, und bekommen vom Hüttenwirt das goldene Abzeichen der Hütte für besondere Leistungen.

Heidelberger Hütte.
Der Hüttenwirt sagt, wir sind die Ersten, die hier mit dem Hänger drüberwollen und will unbedingt ein Foto für die Sektionszeitung. Mama und Papa wollen auf der Heidelbergerhütte übernachten, weil Papa meint, der Weg ins Inntal ist schwer einschätzbar, besonders hinunter. Also warten wir und spielen mit Kühen und Murmeltieren und flirten mit den Alpencrossern.
Von Gunzesried über die Hörnerkette nach Rohrmoos
von bbbaschtl, Kategorie Trails, Training/Fitness am 28. Juni 2010
Das strahlende Sommerwetter lud am Sonntag zu einer Nord-Süd Befahrung der Hörnerkette ein. Nach 25km Einrollen wartete hinter Ettensberg die erste knackige Steigung, aber es kam noch viel dicker…
Nach ein paar Kilometern durchs Gunzesrieder Tal ging es links weg ins stille Ostertal:
Unscheinbar zweigt im hinteren Tal ein Asphaltsträsschen (Achtung Betretungsverbot vom 1.11. bis 15.5.) Richtung Rangiswanger Horn ab, das sich über 300 Höhenmeter meist mäßig steil bis zur Mitteralpe hoch schraubt.
Hinter der Alpe endet der Asphalt und es geht auf und ab bis zur Oberalpe. Ab dort wird der Karrenweg immer steiniger und steiler, bis ich in einem Waldstück vom Rad musste. In diesem Moment zeigte der Steigungsmesser des Garmin Edge 705 sage und schreibe 30% an! Nach kurzer Schiebepassage ging es weiter Richtung Rangiswanger Alpe. Dort traf ich einen schweizer Biker, der am zweiten Tag seiner 10-Tagestour ins Vinschgau heute vom Staufner Haus gestartet war, nach Pfronten wollte und sehr angetan von vielen “Mögglichkeiten” des Allgäus war.
Am Rangiswanger Grat fuhr der Eidgenosse Richtung Sigiswang ab und ich auf einem Höhenweg rüber zum Weiherkopf (1.665m), den ich vom Skifahren ganz gut kenne. Von oben sieht der letzte Anstieg zur Bergstation gar nicht so steil aus, aber der Garmin zeigte respektable 26%. Diesmal blieb ich im Sattel, aber auch nur weil der Wanderweg schön griffig ist.
Dank der nahegelegenen Bergstation der Hörnerbahn tummelte sich um den Weiherkopf und auf dem Aspaltsträsschen zum Berghaus Schwaben diverses Fussvolk. Also schnell weiter auf dem bis auf die letzten 100m durchgehend fahrbarem Wanderweg zum Riedberger Horn Grat:
Von dort führt ein gesplitteter Weg hinunter ins Skiparadies Grasgehren. Nach einem kurzen Stück auf der Riedbergpassstrasse zweigt links ein Karrenweg zur Schönbergalpe unterhalb des Schafskopfs ab.
An der Westseite führt zunächst ein Wiesenpfad und dann ein auch für mich komplett fahrbarer handtuchschmaler, schottriger Wanderweg mit einigen Spitzkehren um den Berg bis zur Dinjörgen Alpe.
Auf dem Teerstück nach der Alpe fuhr ich auf einen nur mit einer Trägerhose bekleideten Fully-Fahrer auf, der nicht ganz austrainiert war und was deshalb optisch nicht sehr vorteilhaft wirkte. Nach einem Gatter beugte er sich zu seinem Hinterrad hinunter und murmelte etwas von “Ich muss mal nach meiner Gangschaltung schauen”. Erst dachte ich, er scheut den Vergleich auf dem berüchtigten Trail nach Rohrmoos hinunter, aber später war ich froh, dass er nicht sah, wie ich den größten Teil des steinigen, steilen und stufendurchsetzten Trails hinunterschob… Ab Rohrmoos war dann lockeres Heimrollen angesagt. 5:34h 100km 1.991hm (Video im eigenen Blog)
bbbaschtls Mountainbike und Rennradblog – Radfahren im Allgäu
Kinderalpencross 3. Etappe: Durchs Verwalltal nach Ischgl
von JuliaB, Kategorie Allgemein am 24. Juni 2010
Am nächsten Tag ging ´s dann früh los Richtung Ischgl, das Verwalltal zurück, an Murmeltieren vorbei, bis der Weg in einem Sumpf endet. M&P wurden dabei ziemlich schmutzig, weil sie Ihre Räder fahrtechnisch einfach nicht im Griff haben. Maja und ich sind da einfach cooler und steigen nur selten aus unseren orangen Kabinen.

500m Sumpf am Ende der Strasse

Holprig, dafür endlich Sonne!

Nur noch etwas schieben. 250hm und wir sind oben.

Papa soll mal das Zeug hochschaffen. Wir kommen gleich.
Das Verbeller Winterjöchl hoch zur Heilbronnerhütte war so eine Situation. Wir gingen zu Fuß mit Mama hoch, während Papa wieder den Sisyphos machte, diesmal hatte er nur drei Anläufe benötigt. Papa packte immer wieder der Ehrgeiz, dass er mit seinem ganzen Zeugs, was er mitschleppte nicht zu viel Zeit auf andere Alpencrosser verlor. Die anderen Mountainbiker waren irgendwie alle aus einer schlechten Deutschtürken-Commedy-Show a la Erkan und Stefan entlaufen, deren Wortschatz bestand eigentlich nur aus dem Wort „Respekt“.

Maja muss laufen, ich werde getragen.

Nur noch ein Stück zum Winterjöchl.

Geschafft. Bin schon geistig beim Fimbapass.
Von der Heilbronner Hütte gings dann gaaanz lange runter nach Galtür ins Paznauntal, dass war Spass und es kam bei Sonnenschein mal so richtiges Alpencrosserfeeling auf, der Blick auf die schneebedeckten Berge der Silvretta war schon ganz beeindruckend, und als wir da diese steilen Schotterwege runterrollten, ernteten wir wieder nur Kopfschütteln von den Menschen dort in den Bergen.

Traumhafter Downhill nach Galtür.
Wir erreichten Ischgl, doch leider tote Hose. Kein Miss Wet-WindelWettbewerb weit und breit, Sommer eben.
Ende 3. Etappe.
MTB User-Story – Freizeitgestaltung
von PietAM, Kategorie Biker-Leben am 24. Juni 2010
Es war einer dieser Tage …
… an denen man sich einer extrem ausgelassenen Stimmung erfreut, weil man den ganzen Tag zur freien Verfügung hat. Ein Tag der so schön ist, weil man Planungen der Freizeit vornehmen kann, ganz ohne das normalerweise anstehende Arbeitsprogramm berücksichtigen zu müssen. Die Glücksmomente stellen sich schon früh am Morgen ein, wenn man den Wecker genüsslich angrinst und wegen des grandiosen Wetters aufstehen will, nicht muss!
Voller Elan springt man aus dem Bett, weil man keine Sekunde dieses schönen Tages verpassen will. Der erste Gang geht in Richtung Küche, wo die Kaffeemaschine schon sehnsüchtig den Druck auf die Brühtaste erwartet. Während der Kaffee mit Hochdruck durch die Düsen der Maschine gepresst wird und die Aufbackbrötchen im Ofen eine goldgelbe Färbung annehmen, klappert der Briefkasten, der direkt neben der Eingangstüre platziert ist. Die Morgenlektüre in Form der Tageszeitung liegt schneller auf dem Terrassentisch, als die Kaffeemaschine den Brühvorgang abgeschlossen hat. Beim Biss in das noch warme Sonntagsbrötchen und dem vorsichtigen Schluck aus der sehr heißen Kaffeetasse, beschlagen die Gläser meiner Bike-Brille, die ich mir aufgrund der an diesem Morgen ungewohnt intensiven UV-Strahlen der aufgehenden Sonnen aufgesetzt habe. Man merkt, dass der Sommer in den Startlöchern steht, denn kaum ist die 09.00Uhr-Marke geknackt, zeigt das Thermometer bereits 19,5 Grad an und das Ende Mai!
Herrlich denke ich mir, was für ein Tag, dem geplanten Trip mit dem Bike in ein ganz neues, heute eröffnendes Bike-Revier mit meinen Kumpels, steht wettertechnisch nichts im Wege. Meine Stimmung war mehr als freudig und ich ertappte mich dabei, wie ich über beide Backen grinste beim Gedanken daran, heute einen ganz neuen, noch unangetasteten und frischen Spot mit dem Bike zu erkunden. Einer der Ersten zu sein, der die frisch gebauten Trails unter die Stollen nimmt, machte mich irgendwie stolz. Beim Genießen dieses Gefühls, schießt mir kurz Columbus durch den Kopf, der sich bei der Entdeckung Amerikas ebenso gefühlt haben musste. Na ja, vielleicht ein wenig hoch gegriffen, aber ich war halt einfach nur mehr als gut drauf!
Um zu dem Bike-Revier zu gelangen, steht eine Autofahrt von ca. 2Std. an. Treffpunkt war 10.00Uhr vor der Türe meines Kumpels Josh, der keine 5 Minuten von mir entfernt wohnte. Nachdem ich das dritte Sonntagsbrötchen mit Hochgenuss verschlungen, die zweite Tasse von dem heute außergewöhnlich gut schmeckendem Kaffee getrunken und mit einem wohlig weichen Abgang den letzten Rest des Orangensaftes schnabuliert hatte, griff ich zum Autoschlüssel, packte meine Bike-Tasche und ging in Richtung Garage. Ein kurzer Check der Bike-Tasche musste sein, um sicherzustellen, für den heutigen Bike-Tag alles notwendige eingepackt zu haben. In dem heute von uns zu enternden Bike-Revier, war auch ein Bike-Park mit 6er Kabinen-Seilbahn sowie verschiedener Downhill- und Freeridepassagen enthalten. Dazu noch ein 4-X Abschnitt und neben einer Jump-Rampe, jede Menge bestens ausgeschilderter Trails, die in x-beliebigen Könnensstufen eingeteilt, alles von Mensch und Material fordern. Lt. Web-Site des Bike-Parks sind für die Downhill- und Freeridepassagen, sowie für die Jump-Rampe neben dem Helm auch Arm-, Bein- sowie Rückenprotektoren zwingend vorgeschrieben. Nachdem die Bike-Tasche gecheckt und alles Notwendige an Bord war, fuhr ich rüber zu Josh, bei dem meine anderen Kumpels bereits eingetroffen waren.
Was mich dann etwas verwunderte, war der Anblick meiner Kumpels. Sie standen auf dem Parkplatz in Ihren normalen Klamotten, von den Bikes weit und breit nichts zu sehen. Niemand hätte bei dem Anblick erwartet, dass sich hier einige Jungs aufmachen wollen, um sich neuen Herausforderungen zu stellen, die Grenzen des Machbaren neu auszuloten und die fahrerischen Qualitäten zu verbessern. Vielmehr stand hier eine Gruppe von Typen, bei denen man eher den Eindruck bekam, dass sie sich für den gemeinschaftlichen Gang auf den Friedhof versammelt hatten. Die Mienen von Josh und Andy, ließen nichts Gutes erahnen. „Was ist los, wo sind Eure Bikes und wie seht Ihr überhaupt aus“, stichelt ich forsch in die Runde. „Ich habe mich beim Eröffnungstermin vertan“, stammelt Andy mit so leiser Stimme, dass ich aufgrund der mangelnden Akustik nochmals nachfragte: „Was ist los, um welchen Termin geht es?“ „Es geht um den Eröffnungstag des Bike-Reviers“, „Andy hat sich um eine Woche vertan“. „Die Eröffnung ist erst nächsten Sonntag“ schloss Josh gleich an. Andy war es sichtlich unangenehm schuld daran zu sein, dass vier seiner besten Kumpels zum Aufmarsch bereit standen, um sich einem gemeinsamen Bike-Abenteuer zu stellen und wegen des falschen Termins nun alle enttäuscht waren. Mit entsprechend gesenktem und leicht errötetem Kopf stand er da, die Hände in den Hosentaschen, wie ein Schluck Wasser.
Irgendwie tat er mir richtig leid, wie er da so stand. Und außerdem hatte ich noch immer beste Laune. „Na und“, folgerte ich. „Ist doch nicht so tragisch, dann fahren wir halt unseren Battel-Trail und nehmen uns das Bike-Revier nächste Woche vor.“ „Schließlich haben wir uns doch heute getroffen um gemeinsam zu Biken“. „Dann trainieren wir für nächste Woche halt nochmals auf unseren Trails und sind dann kommende Woche umso fitter“. Andy musterte mit einem vorsichtigen Augenaufschlag die Reaktion der anderen in der Runde und als sich alle einig waren so zu verfahren, wechselte seine Miene augenblicklich. Sichtlich erleichtert peitschte er ein „Gute Idee“, lasst uns starten“.
Da unser Battel-Trail ganz in der Nähe lag, haben sich die anderen schnell umgezogen, ihre bereits vorbereiteten Bikes wieder aus den Garagen und Kellern geholt und nur 15 Minuten später zogen wir im Formationsflug los, in Richtung unserer Haustrails.
Während wir so loskurbelten dachte ich noch kurz, eigentlich habe ich mich ja auf den neuen Bike-Park gefreut, aber das Wichtigste ist doch, gemeinsam mit dem Kumpels zu fahren. Wo, ist doch eigentlich egal und der Bike-Park läuft uns auch nicht weg.
Meiner Laune tat diese ungeplante Änderung keinen Abbruch und wir hatten wieder mal einen tollen, gemeinsamen Bike-Tag, bei immer noch herrlichstem Bike-Wetter – was will man mehr?!
That´s Bike-Life, denn nichts ist so wie es scheint … Biken mit Freunden ist klasse, wo ist doch egal!
MTB User-Story – Überwindung
von PietAM, Kategorie Biker-Leben am 21. Juni 2010
Es war einer dieser Tage …
… an denen man sich ertappte, die Hausrunde fast schon apathisch unter die Stollen zu nehmen ohne dabei auf besonders herausragende Elemente zu achten, die einem den Haustrail doch eigentlich so sehr ans Herz haben wachsen lassen. Weite goldgelbe Weizenfelder, saftig grüne Wiesen, lustig im Wind schaukelnde Äste von großen Kastanien und uralten Eichen. Die vielen, weißen vorbeirauschenden Birkenstämme, bei dessen Anblick man sich sofort an die glorreichen Nächte der ersten Maitage vergangener Jahre zurück erinnerte, in denen man mit Kumpels um die Häuser zog, um der angebeten Jungendliebe einen mit buntem Krepppapier, mehr oder weniger ansprechend geschmückten Maibaum zu setzen.
Man rollt so vor sich hin, tritt in die Pedale und nur der Gedanke an die richtige Atmung bei der korrekten Trittfrequenz, wird einem mit Blick auf den Rad-Computer permanent vor das geistige Auge gehalten. Mehr oder weniger entspannt, greife ich zu meiner mit isotonischem Getränk in Geschmacksrichtung Zitrone befüllten Trinkflasche, nehme einen kräftigen Schluck und als ich dabei war die Flasche zurück in den Halter zu schieben dachte ich, heute versuche ich es mal.
Mir war nicht langweilig und ich fühlte mich auch nicht unterfordert. Woher diese Eingebung nun kam, ist mir bis heute schleierhaft. In jedem Falle war „Es“ eine kleine aber sehr steile Abfahrt, welche direkt an meiner Hausstrecke lag und an der ich stets rasch vorbei kurbelte, indem ich sie nur aus den Augenwinkeln heraus betrachte ohne den Kopf in deren Richtung zu drehen. Wahrscheinlich um nicht ihrem Ruf zu verfallen „Komm fahr mich, Du kannst es“. Schließlich hatte ich ein Bike der All-Montain-Plus Klasse, was mit 150mm Federweg für solche Ritte bestens geeignet wäre, wenn einem da nur nicht immer dieser innere Schweinehund ins Gewissen reden und als Bremsklotz fungieren würde.
Noch immer in den Gedanken vertieft, die Sinnhaftigkeit dieser Abfahrt in Frage zu stellen, indem ich mir in schillerndsten Farben ausmalte was alles passieren könnte, ich vielleicht stürzte, die Bremse plötzlich funktionslos würde oder irgendetwas sonst einträte, was man in diversen Horrorgeschichten von missglückten Bike-Abenteuern alles so liest. Zugegebener Maße wirken diese Gedanken auf meine Situation etwas überzogen, versuchte ich mich selbst zu beruhigen, als mein Vorderrad fast wie ferngesteuert abbog in Richtung der Abfahrt. In letzter Sekunde versuchte ich mir einzureden, dass die Abfahrt zu bezwingen nur hieße, einen großen Umweg meiner einstudierten Tour in Kauf nehmen zu müssen. Auch der Gedanke an den zeitlichen Mehraufwand und der darin begründeten Vermeidung der Abfahrt, gab mir kurzfristig ein sicheres Gefühl.
Dann schon tauchte mein Vorderrad tief ein, als wollten sich die Standrohre in den Gabelholmen verstecken, während mein Hinterrad fröhlich über den brettharten und staubtrockenen, mit Steinen und Wurzeln durchzogenen Trail stempelte. Mein Bike stürzte mit mir strait ahead die ersten Meter der supersteilen Abfahrt hinab. Ich drückte instinktiv blitzartig meinen zum Remote umfunktionierten PopLock-Hebel, um die versenkbare Vario-Sattelstütze um 100mm abzulassen. Dann spürte ich meine Fingerarbeit an den Bremshebeln um das Stempeln meines Hinterrades in den Griff zu bekommen und spielte mit dem herabgelassenen Sattel ein lustiges Hin und Her zwischen meinen Knien, um das Bike die Abfahrt hinab auf Kurs zu halten.
Während dieser Akrobatik verspürte ich neben der ungeahnten Aufregung beinahe so etwas wie Spaß und hatte stets den Spruch meines Kumpels Josh im Hinterkopf, der bei steilen Abfahrten immer meinte „einfach laufen lassen, je schneller man ist, desto sicherer ist der Ritt ins Tal. Bremsen brauchst du nur mit der hinteren Bremse und kannst so auch noch schöne Staubfiguren in den Himmel malen“. Voller Konzentration und mit leicht spürbaren Verspannungen in den Bremsfingern und in den Unterarmen näherte ich mich dem Auslaufstück der Abfahrt. Mit kurzen, direkt aufeinander folgenden Schlürfgeräuschen meiner Federelemente, stürzte ich in die letzte Senke, und wurde nach einer heftigen Kompression mit einem bis dahin von mir freiwillig niemals durchgeführten Jump herauskatapultiert, um einige Meter weiter mit einem ausuferndem, fernsehreifen Slide, aller Evel Knievel, zum Stehen zu kommen.
Völlig verdutzt von der Tatsache, gerade die seit einigen Wochen beäugte und gedanklich stets abgelehnte Abfahrt erobert zu haben stand ich nun unten. Hechelnd, wie nach der Erklimmung einer sehr langen Steigung, schaute ich die Abfahrt hinauf. Es durchströmte mich eine wohlige Welle, die sich anfühlte wie eine Mischung aus Mut, Stolz und Selbstbestätigung, ja Anerkennung mir selbst gegenüber. Ich war absolut platt aber richtig glücklich!
That´s Bike-Life, denn nichts ist so wie es scheint … den eigenen Schweinehund zu überwinden, kann den Horizont erweitern!
MTB User-Story – Freundschaft
von PietAM, Kategorie Biker-Leben am 21. Juni 2010
Es war einer dieser Tage …
… an denen man es kaum abwarten kann, bis endlich die Zeit gekommen ist, mit dem besten Kumpel, zur lang geplanten Bike-Tour durchzustarten. Das Bike war geputzt, die Federelemente und Schaltung auf Leichtgängigkeit geprüft und die 203mm Bremsanlage auf Funktion gecheckt. Alles war klar für den anstehenden Ritt, der Track aufs Navi geladen.
Ich pellte mich gerade in meine Träger BIB-Short, die ich immer unter meiner ¾ Bikehose trug und streifte mir das Trikot über. Als ich gerade mit dem Kopf den Kragen des Trikots durchstoßen hatte, klingelte mein Handy. „Der Berg ruft“ erklang es und es hörte sich an, als wenn mir jemand zum Geburtstag gratulieren wollte. Voller Vorfreude auf die anstehende Bike-Tour ging ich ans Handy. Am anderen Ende der Leitung musste ich mich erst anstrengen um zu verstehen, was mir da jemand mitteilen wollte. Es war mein Kumpel Andy, der Probleme zu haben schien sich zu artikulieren. Er krächzte: „Mein Hals ist so dicht, wie ein Staudamm, dazu lässt meine Nase weniger Luft zu meinen Lungen, als eine billige Bike-Pumpe irgendeines Discounters“. „Diese schei… Pollen, ich habe heftigsten Heuschnupfen heute geht gar nichts, die Tour muss ich leider canceln“.
Um ihm den durch die unangekündigte Heuschnupfenattacke erzwungener Maßen vermiesten Tag nicht noch zu verschlimmern, teilte ich ihm nur kurz mit, dass er sich keinen Kopf machen solle, denn es kämen noch andere, schöne Bike-Tage, an dem wir unsere Tour nachholen könnten. Er schien mir einiger Maßen getröstet, als wir das Telefonat beendeten.
Kaum aufgelegt, ertappte ich mich dabei, wie ich irgendwie automatisch zur Tagesordnung überging und mich weiter für die geplante Bike-Tour fertig machte. So als hätte es den Anruf von Andy nie gegeben. Als ich dann mein Bike ins Auto hievte, hatte ich doch Zweifel an meiner Aufrichtigkeit Andy gegenüber. Vielleicht hätte ich lieber zu ihm fahren sollen, um mit ihm gemeinsam eine Freeride- oder Downhill-DVD zu sehen, die er so gerne mochte und ihm mein Bedauern über die verpatzte Tour zum Ausdruck zu bringen und ihm so wenigstens etwas Unterstützung zu geben?! Im nächsten Moment startete ich schon den Motor meines Autos und fuhr los in Richtung Ausgangspunkt der geplanten Tour. „Sicherlich hätte Andy Verständnis für mein Handeln, schließlich hätte er es genauso gemacht, strömte es mir durch den Kopf, wahrscheinlich nur um mein Verhalten mir selbst gegenüber zu rechtfertigen.
Na ja, dachte ich, jetzt wo ich schon mal hier bin kann ich auch fahren. Schnell das Navi aktiviert und rauf auf den Track. Einige Meter eingerollt auf einem sehr schönen Single-Trail, mitten durch den Wald in die Bärentatzen-Pedale getreten, prasselte plötzlich ein mächtig dicker Regentropfen auf meine neue UVEX. Im Gedankenwirrwarr die Tour nun zu fahren oder nicht, hatte ich ganz den Himmel außer Acht gelassen, der sich zwischenzeitlich extremst verändert hatte. Die Sonne war nicht mehr zu sehen, dafür dicke, schwarze Wolken, die sich bedrohlich zu Lufttürmen aufbäumten und bei denen man in der Ferne erkennen konnte, dass sie ihre Schleusen öffneten.
Die Strecke war zwischenzeitlich eher matschig als griffig und die Tour wurde von Minute zu Minute ungemütlicher, da sich zum immer stärker werdenden Regen nun zu allem Überdruss auch noch ein nicht unbeträchtlicher Wind entwickelt hatte, der natürlich immer von vorne kam, egal in welche Himmelsrichtung ich pedalierte. Die Regentropfen fühlten sich mittlerweile an, wie kleine Nadelstiche. In meinem Kopf drehten sich die Gedanken nur noch ums Abbrechen oder Abkürzen der Tour. Meine Vorfreude war dahin, mit Spaß hatte das nichts mehr zu tun. Beim Fahren konnte man nicht mehr den Trail und die Landschaft genießen, geschweige denn an seiner Fahrtechnik bei technisch herausfordernden Passagen feilen. Vielmehr musste ich mich nur darauf konzentrieren in der Spur zu bleiben und nicht zu stürzen.
Dann kam mein Lieblingsstück, eine saubere Sahneabfahrt, felsig und teilweise deftig, eine mit Wurzeln durchsetzte Passage, die ich normaler Weise im Trockenen mit Bravur meistere. Ich dachte klasse, wenigstens kann ich es jetzt nochmals so richtig krachen lassen. Die gecheckten Bremsen lösen und mich und mein Bike der Schwerkraft hingeben dachte ich und meine Regenmiene wollte sich gerade in ein angedeutetes Grinsen umwandeln, als ich plötzlich, vielleicht 10 Meter vor mir, hinter einer Dicken Eiche, eine signalrote Jacke aufblitzen sah, deren Arme gerade ein Paar Nordic-Walking Stöcke quer über den Trail fallen ließen. Mit einem kamikazereifen, akrobatisch anmutenden Ausweichmanöver, zerrte ich an den Bremshebeln und war in diesem Moment froh, dass ich meine Bremsen kürzlich auf 203mm messenden Bremsscheiben aufgerüstet hatte. Nach einer Millisekunde andauernden, mir aber wie eine kleine Ewigkeit vorkommenden, regenbedingten Funktionslosigkeit der Bremse, packte sie direkt im Anschluss gewohnt giftig zu und ich zirkelte mich und mein Bike weg von den Nordic-Walking-Stöcken, abseits des Trails in den Wald hinein. „Entschuldigen Sie bitte, aber das bei so einem Wetter hier Radler unterwegs sind, damit habe ich nicht gerechnet“, erklang eine erstaunte aus Richtung der dicken Eiche kommende Stimme. In der signalroten Jacke steckte ein Wanderer, der wegen des Wetters Schutz unter der Eiche gesucht hatte. Um die Situation nicht noch weiter eskalieren zu lassen und dem ewigen Zwist zwischen Wanderern und Bikern nicht noch weiteren Zündstoff zu geben, nahm ich seine Entschuldigung an, plauderte ganz kurz mit ihm und entschied mich dann doch unter kopfschüttelnden Bewegungen des Wanderers zum Abbruch der Tour.
Dem Wanderer schien der Sinn einer Abfahrt bei diesem Wetter nicht erklärlich zu sein, was ich seinem sprachlosen Anblick mit weit geöffnetem Mund entnahm, als ich mich im strömenden Regen, gegen den Wind kämpfend, von ihm entfernte. Den Weg zurück zum Auto fuhr ich mit geknicktem Haupt. Dabei musste ich die ganze Zeit an meinen Kumpel Andy denken, der heuschnupfengeplagt zu Hause saß und sich wahrscheinlich immer noch ärgerte, die Bike-Tour heute nicht mitfahren zu können. Würde er mich jetzt sehen, nass bis auf die Knochen, gefühlsmäßig irgendwo zwischen Heulen und tiefer Nachdenklichkeit, wäre er wahrscheinlich froh, dass es so gelaufen ist.
Ich sinnierte darüber, ob es irgendeinen Zusammenhang zwischen meinem Verhalten Andy gegenüber und dem Verlauf des heutigen Bike-Tages gab….?!
That´s Bike-Life, denn nichts ist so wie es scheint … manchmal ist alles noch viel schlimmer!



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