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Alt 14.08.2004, 16:15   #1 (permalink)
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Standard Erster Marathon

Hi Ihr!
Ich werde nächste Woche zum ersten mal bei einem Marathon am Start sein. Freu mich total, habe aber ein paar Bedenken: Da ich noch keine weitere Rennerfahrung habe, also noch keinen (direkten) Vergleich meiner Fitness mit der der andern, weiß ich nicht wirklich wie hoch das Tempo werden wird... Was sind eure Erfahrungen und Tips seit eurem "ersten mal"?
Lohnt es sich eigentlich die Sattelstütze vor den Trails etwas zu versenken, um besser ins Tal zu kommen, oder sollte man sie lieber in der Position belassen, und die Downhills lieber etwas langsamer angehen?
Thx für eure Antworten!
matze
matze.biker ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.08.2004, 17:13   #2 (permalink)
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Standard

Hi und willkommen im Forum.

Welche Ziele hast du dir gesetzt? Denn wenn ankommen dein erstes Ziel ist, würde ich sagen, ist das Tempo ziemlich egal, es wird mit höchster Wahrscheinlichkeit immer schlechtere geben als du, wenn du nicht gerade mit 150kg und einem Baumarktfully einen 80KM bestreitest und du vorher nie über 30km gefahren bist

Stell dein Rad so ein, wie du es gewohnt bist zu fahren. Fahr in den Rennen vorrausschauend um schnellstmöglich auf die entsprechende Situation reagieren zu können.
Wenn du irgendwo vorbei willst und es könnte nicht genug Platz sein, ruf laut "von rechts" oder "von links", je nach dem von wo du kommst.
Fahr rücksichtsvoll und mach keine unberechenbaren Bewegungen für den Hintermann (z.B. urplötzlich über die komplette Fahrbahn schwenken bei 60KM/h in der Gruppe)
Wenn du die Spur wechselst, immer wie beim Autofahren nach hinten schauen ob jemand da ist und ob Platz ist.
Falls es Hindernisse gibt (z.B. ein großes Schlagloch, ein Ast o.Ä. unerwarteten Sachen, rufst du laut Achtung für die Hintermänner.
Vom Tempo her einfach deinen eigenen Rhytmus finden, auch wenn du den Eindruck hast, dich überholt jeder Mensch. Vielleicht wirst du diese Leute vor dem Ziel überholen weil sie zu schnell gefahren sind.
Bergab fährst du nur auf übersichtlichen und ungefährlichen Strecken offensiv aber auf verblockten Trails die du nicht kennst, defensiv fahren aber wenn möglich nicht alle Leute ausbremsen. Dann lieber rechts ran fahren und die schnelleren vorbei lassen.
Immer auch an die anderen Fahrer denken. Wenn du zum Beispiel auf einem 2-spurigen Weg fährst, du links und auf der rechten Seite ist eine große Pfütze und rechts fahren auch Leute. Dann fährst du auf der linken Spur wenn möglich noch ein wenig nach links damit die anderen Fahrer ohne abzubremsen noch an der Pfütze vorbeikommen.

..
..
Was gibt es sonst noch für Tips, die man beachten sollte?
Grundsätzlich halt hilfsbereit sein wenn du nicht zu ehrgeizig in das Rennen gehst, vorsichtig aber nicht total defensiv fahren, Kraft einteilen egal wie der Rest fährt und mit den gewohnten Fahreinstellungen fahren (bezüglich deiner Frage zur Sattelstütze)


Ach ja, welcher Marathon ist es denn, den du fahren wirst?
Loddz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.08.2004, 23:23   #3 (permalink)
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Ich möchte im Oktober auch meinen ersten Marathon fahren, bin mir aber noch nicht sicher welche Distanz ich nehmen soll. Es stehen zur Auswahl:

45km 800hm
75km 1600hm
85km 2000hm
105km 2500hm

Die 45km zählen nicht zum Marathon dazu. Ich denke die 75km werden mir reichen aber bis im Oktober ist ja noch etwas Zeit zum Trainieren. Hier die Seite des Veranstalters:

http://www.wasgau-mtb-marathon.de

Welche Distanzen stehen bei deinem Marathon zur auswahl?
Cubediver ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.08.2004, 01:02   #4 (permalink)
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Hey Loddz!
Erst mal Danke für deine ausführlichen Tips! Wird mir sicher ne Hilfe sein. Ich denke "sportliches" Verhalten muss sowieso klar sein. Auf jeden Fall ist jetzt meine Aufregung nicht mehr so groß... Obwohl ich ja auch selbst erstmal keine größere Erwartungen gesetzt habe. Ist ja schließlich auch mein erster Marathon. Warum nicht mal olympisch denken?

Ich werde beim Franken-Bike-Marathon in Trieb bei Lichtenfels starten (www.rvc-trieb.de).

Es gibt drei Varianten:
Kurzstrecke: 35 km / 960 hm
Halbmarathon: 60 km / 1440 hm
Marathon: 120 km / 2880 hm

Ich habe mich erstmal für den Halbmarathon entschieden. Wie gesagt -erstmal Rennluft schnuppern.
Ich hatte vor ca. 2 Monaten angefangen auf das Rennen hinzutrainieren, also längere Touren ca. 2-3 mal die Woche (Regeneration ist Wichtig!). In letzter Zeit eher kürze Strecken, dafür intensiver. Pulsmesser habe ich auch tw. eingesetzt, kann mir jetzt aber ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass das mir das wirklich Hilfreich war/sein wird. Ist zwar interessant zu sehen, ob man sich noch im Regenerationsbereich befindet oder schon im Leistungs- und Ausdauerbereich ist, aber im Endeffekt ist doch das subjektive Befinden der eigenen Form eher ausschlaggebend, oder? Ich meine, ich schau doch nicht beim Rennen auf den Pulsmesser, und sage dann: "Oh, jetzt könnte ich aber eigentlich noch schneller!" Das weiß ich doch eigentlich auch so...

...
matze.biker ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.08.2004, 08:48   #5 (permalink)
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Das weißt du gegen Ende des Rennens häufig nicht mehr, weil dein Körper sich dann anders anfühlt. Außerdem hlift es gerade auf den ersten Kilometern, sein Tempo zu finden, wenn man nach Puls fährt. Wenn man zu langsam startet kommt man zu langsam in Fahrt und verliert gleich zu Anfang viel Zeit und hat dann den Rest des Rennens immer langsamere Leute vor sich. Wenn du zu schnell startest und dich ins Hinterrad eines Stärkeren verbeißt, kommst du wahrscheinlich den ersten Berg sehr gut hoch, hast aber spätesens am zweiten Berg einen Einbruch. Ich persönlich finde Pulsmesser sehr hilfreich für einen Marathon, auch wegen der Krafteinteilung über das ganze Rennen und für jeden einzelnen Anstieg.
Alles Weitere hat Loddz eigentlich schon gesagt.
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Taunustrails Eppstein Bike Marathon
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Alt 16.08.2004, 15:00   #6 (permalink)
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Hm... Erscheint mir logisch. Werd auch mit Pulsmesser fahren. Wird sich schon bewähren!
Ach ja, noch was, ist es sinnvoll Flickzeug, bzw einen Ersatzschlauch dabeizuhaben? Nimmt an bei Marathons eigentlich einen Bike-Rucksack mit, um eine zusätzliche Trinkflasche o.ä. zu verstauen?
matze.biker ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.08.2004, 16:37   #7 (permalink)
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Ich fahre auch mit Pulsmesser, aber ein Rucksack würde ich an Deiner stelle nicht mitnehmen, Du bekommst genug Gelegenheit deine Flaschen aufzufüllen oder gegen volle zu tauschen. Werkzeug und Ersatzschlauch solltest Du aber auf alle fälle mitnehmen um kleinere Reparaturen selbst durchzuführen.
Cubediver ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.08.2004, 17:43   #8 (permalink)
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Ersatzschlauch auf jeden Fall mitnehmen und Flickzeug auch. Es kann ja passieren, daß man noch öfter platt fährt oder du gar den Mantel flicken mußt. Einen ganzen Rucksack würd ich nicht mitschleppen. Je nach Flüssigkeitsbedarf und Versorgungsstationen nimm eine oder zwei Trinkflaschen im Rahmen und/oder ein kleines Camelbak mit. Ich fahr normalerweise für 60 km/1400 hm mit 1,5 bis 2 L Wasser im Camelbak, einer 0,75er und einer 0,5er Flasche mit Isokram rum. Das ist mehr als man normalerweise braucht, aber ich hab gern die Option die erste oder wenn´s von der Temperatur her passt auch alle Verpflegungsstationen auszulassen. Man weiß vorher nicht, wie die organisiert sind (hab da auch schon mal Schlange stehen müssen) und es bringt mich auch immer etwas aus dem Rhytmus. Der Nachteil bei der Taktik ist natürlich das Mehrgewicht. Mein Tip in der Richtung:
- unbedingt mal nach Leuten suchen (über die gängigen Foren, Suchfunktion), die die Veranstaltung schon mal gefahren sind und die nach der Organisation (Verpflegungsstationen, Stärtblöcke, Bodenbeschaffenheit, gefährliche Stellen, fiese Anstiege) fragen.
- ausprobieren, wie viel Getränk du bei welcher Temperatur für welche Strecke (so ungefähr) brauchst. Danach kannst du dann deinen Flüssigkeitsbedarf planen.
- Unbedingt sämtliche Nahrungsmittel (Riegel, Isogetränk, Gel, etc.), die du im Rennen verwenden willst schon vorher testen, da nicht jeder Magen alles verträgt!
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Taunustrails Eppstein Bike Marathon
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Alt 17.08.2004, 13:56   #9 (permalink)
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hallo matze,

hier meine Erfahrungen als Marathon-Neuling.

die erste Veranstaltung war der black-forest- ultra-bike marathon, die 79 km Marathonstrecke.
Die bin ich verhalten angegangen und nach Pulsmesser gefahren. War echt hilfreich. Am Anfang hat er verhindert, dass mich in der Masse der Ehrgeiz allzusehr treibt. Lieber am Ende noch zulegen. Und ich kann nur bestätigen dass die Pulszahl xxx am Anfang was anderes ist als dieselbe im hinteren Viertel des Rennens.

Beim Keiler Marathon war ich dann leichtsinnig und bin zu schnell angegangen (man weiß ja jetzt wie's geht) Aber anderer Streckencharakter, andere klimatische Verhältnisse, etc.......die letzten 12 Kilometer haben gewaltig weh getan.

Bei den anderen Punkten mußt Du selbst entscheiden. Vor allem bei Wasser und Verpflegung. Das kommt auf die Verhältnisse vor Ort an. Eine Hitzeschlacht wird es im Oktober in der Südpfalz sicher nicht geben.

Denk aber an eine variable Bekleidung. Armlinge, Beinlinge verschaffen Flexibilität. In Kirchzarten warn die morgens nach dem Start sehr sinnvoll, später wurds warm und man konnte sie zusammenschieben.

Pumpe, Flickzeug und Ersatzschlauch oder zwei sind ein Muß. Hatte in Kirchzarten die Pumpe vergessen und war geschockt, wie viele während des Rennens Schlauch gewechselt haben. Mir wurd's ganz anders. besonders, weil ich schon ewig keine Reifenpanne davor hatte.

Das Wichtigste beim "Ersten mal" cool bleiben, easy nehmen, locker angehn.....mal schaun, wie's läuft........

Mir hat's viel Spass gemacht, eigene Leistung war nicht schlecht, werd drei bis vier Marathons pro Jahr künftig fahren und kenn jetzt meine Verbesserungspotenziale. Ach ja, am 25.09. bin ich beim Feneberg Marathon in Oberstdorf dabei. Die kurze Strecke fürn Anfang.

Viel Spass wirst Du haben, ich wünsch Dir viel Erfolg.
__________________
nur biken ist schöner
malibiker ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.08.2004, 18:49   #10 (permalink)
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Eine Frage hab ich noch zum Pulsmesser: Ich kann in mein Modell nur ein Pulsintervall, also die Pulsgrenzen, eingeben.
Beim Training fahr ich im Ausdauertrainingsintervall von 70%-90% meiner max. HF. In den letzten Wochen bin ich teils auf Maximalbelastung gefahren, also ca. 85%-95% max. HF.
Nach welchen Werten richtet man sich aber im Rennen? Obere Grenze sicherlich bei ca. 95%, aber wie ist es sinnvoll die untere einzustellen, um sich a) nicht zu überanstrengen und b) nicht zu lax and die Sache ran zugehen?
matze
matze.biker ist offline   Mit Zitat antworten
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