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#1 (permalink) |
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Moderator
Registriert seit: 23.04.2003
Ort: München
Beiträge: 3.019
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Hallo
So, ich war dieses Wochenende in Österreich, genauer in der Salzkammergut bzw. Oberösterreich (direkt an der Grenze) bei der Salzkammergut Trophy am Samstag. Wir, also meine beiden Freunde und ich, sind an den Start zur Classic Strecke (101KM, 3648hm) gegangen und wollten unser Glück versuchen. Wir haben unterwegs mit ein paar kleineren Schauern gerechnet und haben uns dementsprechend angezogen. Ich hatte ein kurzes Unterhemd, langes Trikot und eine wind- und wasserabweisende Winterjacke (nur vorne wasserabweisend) angezogen, meine Freunde eine Regenjacke anstatt einer Winterjacke. Gestartet sind wir bei etwa 15°C, mein Tacho zeigt mir als höchste Temperatur 18°C an (500hm). Ich hab bergauf am ersten Berg auch geschwitzt wie ein Schwein obwohl die Sonne nie gescheint hat. Naja, bis dahin war's noch ok, bergab war's zuerst recht frisch aber relativ in Ordnung. Später sind wir dann durch die Ewige Wand gefahren (nachher gibt's Bilder), das war wirklich ein komisches Gefühl Kurz dannach kam aber die matschigste Stelle, die ich wohl je in meinem Leben gesehen habe und haben werde. Der Schlamm ging teilweise bis zum Knöchel und darüber, mit normalen Reifen und wenig Übung im nassen Gelände war es unmöglich dort runterzufahren, also konnte man nur schieben. Unten angekommen (ich tippe mal auf 80 - 100hm) ging erstmal gar nichts mehr. Man konnte beide Räder weder vorwärts noch rückwärts bewegen, das komplette Rad, die Schaltung, die Reifen und die "Engstellen zwischen Reifen und Sitzstrebe, Sitzrohr bzw. vorne zwischen Reifen, Gabel und Unterrohr war alles voll mit Schlamm... Und ohne die netten Zuschauer wären wohl sehr sehr viele ausgestiegen oder hätten erstmal 10min das Rad putzen können. Eine Frau hat mir mit einem Stock und mit der Hand geholfen den Schlamm zu entfernen damit ich zumindest das Rad wieder bewegen kann. Weiter unten waren noch alle paar hundert Meter nette Bauern und Hausbesitzer bereit, ihre Schläuche und Hochdruckreiniger bereit zu stellen und dort haben sich natürlich Schlangen gebildet. Jeder wollte natürlich sein Rad so schnell wie möglich vom Schlamm befreien. Nach etwa 2min war das gröbste bei mir runter und weiter ging es. Dann war es natürlich besonders gefährlich im Dorf, denn die Straße war überzogen mit Wasser und Erde. Wenig später hat es dann noch leicht angefangen zu regnen, das hat uns aber nicht weiter gestört. 2min später wurde es immer heftiger und dann kam ein richtiger Wolkenbruch auf uns herab, man hat richtig das Wasser die Straße runterfließen sehen. Bergauf war das noch zu ertragen aber bergab durch ein kleines Bergdorf war sehr gefährlich. Man fährt mit 15 - 30 (normal wäre man dort sicher 50 gefahren) und man sieht trotzdem nur die Umrisse der Straße weil die Brillen komplett nass waren. Dort hat's auch einen hingelegt (auf der Straße), denn uns hat ein Krankenwagen mit blaulicht überholt und wir haben jemanden gesehen, wie er in den Wagen getragen wurde. Nach 3min hat's immer noch wie blöd geschüttet und nun ging die Abfahrt im Wald weiter. Wir waren komplett blind, die Abfahrt war steil und ich konnte nicht unterscheiden ob es ein Stein, ein Schlagloch oder einfach nur dunkle Erde war. Nach etwa 5min hat es immer noch so heftig geschüttet und nun ging es bergauf und jetzt haben wir auch das Wasser in den Schuhen gespürt, die Jacke war schwer und nass, die Handschuhe genauso aber weiter ging es. Noch war es ja kein großes Problem. Nun ging es bergauf und manche Wege waren wirklich kleine Bäche...Inzwischen ist der kräftige Regenschauer zum normalen Regen übergegangen.... Es ging weiter bergauf, immer weiter und das Wasser (ich rede nicht von Feuchtigkeit sondern wirklich von Wasser, man hätte uns auch ins Schwimmbad schmeißen können Oben angekommen auf 1000hm wurde uns langsam richtig kalt, erst Recht als es bergab ging. Ich hab mal auf meinen Tacho geschaut und aus den ehemaligen 15 - 18°C wurden 8°C (natürlich auch durch die Höhe bedingt).... Aber weiter ging es.. Dann haben wir kurz darauf noch den 3. von uns eingeholt, da er einen Platten hatte. Ab dann waren wir wieder vereint und sind gemeinsam weiter gefahren. Bergab war es dann natürlich wieder die reinste Quälerei, man konnte nicht fahren, es war rutschig, kalt und nass. Langsam haben wir richtig gefroren und wir haben uns ein paar KM weiter entschlossen, aufzuhören. Etwas weiter unten ging es mit 9°C weiter, gefühlte Temperatur wahrscheinlich an die 0°C .. Bei der letzten Verpflegungsstation haben wir nach einem Weg gefragt, unsere Eltern angerufen (nur meine waren erreichbar) und wir haben uns noch ein paar Powerbars bzw. Flaschen mitgenommen, kann man ja immer gut gebrauchen. Die Abfahrt war dann extrem kalt, also das war wirklich eine absolute Quälerei, denn bei ca. 30KM/h im Regen und bei 9°C komplett durchnässt war das nicht mehr lustig aber wir haben das beste daraus gemacht und unterwegs noch "I'm singing in the Rain" gesungen und noch ein wenig geredet und auch gelacht, weil das eigentlich zu verrückt war um es ernst zu nehmen...Irgendwo am Arsch der Welt komplett nass und sehr abgekühlt eine Alpenabfahrt durch den Schlamm und durch Pfützen zu fahren, zu singen usw. war doch schon irgendwie sehr ungewohnt Jedenfalls haben wir dann kurz dannach meine Eltern gefunden, ich konnte mich umziehen und wir sind nach hause gefahren. Für meine Freunde war leider kein Platz im Auto, da war schon alles voll, von daher mussten die noch bis ins nächste Dorf runterfahren und dort Leute fragen bzw. der Beschilderung nach zum Start fahren, wo sie auch gewohnt haben. Ich hatte am Ende 55KM und 1900hm, meine Freunde 80KM und wahrscheinlich ca. 2000hm .. Naja, das war das Ende von unserem Marathon, auf den wir uns schon so lange vorbereitet haben. Aber es war auch eine Erfahrung wert mal so etwas zu erleben. Eben das totale Kontrastprogramm, zu dem, was wir bisher immer gefahren sind. Wir hatten immer Glück mit dem Wetter. Aber die Organisation vom Rennen war wirklich absolut perfekt. Gute Stimmung haben die Zuschauer gemacht, die laute Musik usw.. Man hat zum Start eine gut eingeschweißte Nummer mit seinem Namen darauf bekommen, ein eingeschweißtes großes Höhenprofil, eine Tube Öl (Werbegeschenk von Motorex) und jede Menge Hefte, darunter auch Bikezeitschriften)... Die Flasche Wasser nicht zu vergessen. Wir sind in Blocks gestartet (5min versetzt), die Spitzengruppe und die letzten der jeweiligen Rennen wurden von Motorrädern begleitet, überall standen Krankenwagen und Streckenposten und die Verpflegung war auch sehr gut (nur die Bananen etwas grün) Die Fahrervorstellung und Besprechung am Freitag war auch gut gemacht, die Nudeln im Festzelt haben super geschmeckt! Mannie Heyman, Wolfgang Fasching und viele andere Leute waren dabei... Am Sonntag haben wir uns noch ein wenig die WM angeschaut.. Die waren doch wesentlich schneller unterwegs als wir ... Wir haben auch die Team-Fahrzeuge der deutschen Nationalmanschaft, KTM Team, T-Mobile, Merida, Ghost, Siemens Mobile usw. gesehen... Also dort war am Samstag und erst Recht am Sonntag die Elite der Elite versammelt. Die 203KM Fahrer (2 Runden) haben uns direkt am Start am Berg überholt ..... Also wirklich Wahnsinn, was die für ein Tempo vorgelegt haben, nach bereits über 100KM und 3700hm ... Verrückt. Da hätte ich höchstens 1KM mithalten können. Und Respekt den Leuten, die die 203KM (7200hm) durchgestanden haben, der letzte ist um 22:30 Uhr ins Ziel gekommen (stockdunkel), um 5 Uhr morgens sind die Leute gestartet. Der vorletzte ist die letzten 30KM mit einem Platten gefahren. Der 3.letzte hat noch einen wunderbaren Wheelie hingelegt..Also war schon klasse. Hier mal ein paar Bilder WM Bilder: http://www.firstfotofactory.com/lsho...oiwm04,,,,.htm Und hier ein paar andere Bilder von den 27, 47, 101 und 203KM ..... http://www.trophy.at/show_page.php?pid=823 ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() [/img] |
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#3 (permalink) |
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Moderator
Registriert seit: 23.04.2003
Ort: München
Beiträge: 3.019
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Auf jeden Fall. Meine Julie Beläge vorne waren zwar fast hinüber, die 100KM hätte ich damit wohl nicht beenden können aber bremsen ging damit wunderbar während mein Freund selbst mit Keramik Felgen sehr große Probleme hatte.
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#4 (permalink) |
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Erfahrener Benutzer
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No servas! Kann mir denken, dass es dort ziemlich geregnet hat! Bei uns hats das Wochenende auch dermaßen geschifft, also ehrlich - der gute Petrus muss wohl Inkontinez haben
War sehr vernünftig aufzugeben: wenns keinen Spaß mehr macht ist man auch nicht mehr motiviert. Und mit der Kälte kommt die Müdigkeit und damit steigt die Sturzgefahr. Aber trotzdem ein sehr schöner Bericht und Bilder. Ach ja und Respekt, dass es so weit geschafft habt! Vielleicht klappts ja nächstes Jahr? ps: warst froh bei der Strecke die Eggbeater dran zu haben - nicht? |
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#5 (permalink) |
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Moderator
Registriert seit: 23.04.2003
Ort: München
Beiträge: 3.019
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Ja, ich dachte mir auch, dass die Strecke im Regen nicht besser wird und die Finger eh schon so steif waren, hätten wir einen Platten gehabt, hätten wir den Schlauch wohl nie auswechseln können.
Ausserdem hätten wir nicht viel davon, wenn wir im Ziel angekommen wären und dafür eine Lungenentzündung hätten. Ja, da war ich wirklich froh! Die Eggbeater selbst waren nicht dreckig aber die Schuhe. Es war aber kein großes Problem wieder in die Eggbeater reinzukommen weil die kleinen Balken leicht durch den Schlamm an der Schuhsohle kommen als irgendwelche großflächigen Teile vom Pedal. Ja, nächstes Jahr sind wir vielleicht wieder dabei, mal schauen was die Schule macht (ab jetzt Oberstufe ..). Aber wir überlegen, ob wir nochmal in den Sommerferien eine Woche dort verbringen sollen und die Strecke so gut es geht, oder auch in der Nähe dort, ein paar Strecken abzufahren. |
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#6 (permalink) |
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 31.01.2003
Ort: Eppstein i. Ts.
Bike: Nicolai Argon CC, Lapierre X-Control 500
Beiträge: 7.358
Bilder: 1
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Pfui deibel! Da wirds ja beim Bilder-Anschauen schon nass und kalt! Schade, daß das so geendet hat, aber auf jeden Fall vernünftig, aufzugeben. Dann könnt ihr ja jetzt alle Energie in die Vorbereitung zum Vulkanbike stecken und da auf der Kurzstrecke richtig angreifen!
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Taunustrails Eppstein Bike Marathon |
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#7 (permalink) |
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Moderator
Registriert seit: 05.08.2003
Ort: Friedrichsdorf/Ts.
Beiträge: 4.003
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Klingt ja echt übel. Wenigstens hast Du jetzt die dreifache Ladung von dem abgekriegt, was Du beim Forumstreffen verpasst hast.
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Mountainbike foahrn, Gleitschirm fliagn, mit hoaße Weiber umenander ziagn, allright! ~Georg Ringsgwandl "Gaggerlfidel" |
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#8 (permalink) |
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 31.01.2003
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Beiträge: 7.358
Bilder: 1
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Hab da übrigens gerade auf 2radchaoten.com auch ein paar lustige und teils sehr ansehnliche
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Taunustrails Eppstein Bike Marathon |
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#9 (permalink) |
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Moderator
Registriert seit: 05.08.2003
Ort: Friedrichsdorf/Ts.
Beiträge: 4.003
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Hm. Könnte mir vorstellen, dass da leicht erhöhte Handkräfte auftreten und die Dosierbarkeit ein weinig leidet.
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Mountainbike foahrn, Gleitschirm fliagn, mit hoaße Weiber umenander ziagn, allright! ~Georg Ringsgwandl "Gaggerlfidel" |
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#10 (permalink) |
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Moderator
Registriert seit: 23.04.2003
Ort: München
Beiträge: 3.019
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Ja, wie gesagt, das Rad war teilweise so zugesaut beim Runterschieben, das Gras im Schlamm hat den Schlamm zusammengehalten und sich am Rad festgesetzt - man konnte am Ende das Rad nur wenige cm bewegen und musste erstmal 1min das Rad vom groben Schlamm befreien.
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