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Alt 15.05.2005, 21:36   #1 (permalink)
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Standard Scott Scale 60 - Trügt der Schein???

Schön langsam verzweifle ich total!!!

Noch letzten Samstag war ich drauf und dran mir ein Bianchi Hardtail zuzulegen. Nur bezüglich der Bremsen war ich mir noch unschlüssig, hab mich aber dank eurer tatkräftigen Unterstützung, für die ich mich an dieser Stelle ganz, ganz herzlich bedanken möchte , schließlich für die Disc-Version entschieden.

Ehe ich zuschlag, wollte ich aber noch einen letzten Blick auf das Radl werfen und es eventuell auch probefahren. Also bin ich nochmal zum Händler gegangen und hab das Bianchi Hardtail einer letzten "Prüfung" unterzogen.

Bei dieser Gelegenheit hat mich der Händler auf das Scott Scale 60 aufmerksam gemacht, und mit einem Schlag waren meine ganzen bisherigen Überlegungen bedeutungslos. Hinsichtlich der Ausstatung ist das Bianchi dem Scott ebenbürtig, wenn nicht gar leicht überlegen. Aber der Rahmen des Scale spielt meiner bescheidenen Meinung nach in einer anderen Liga!

Bislang kannte ich nur diese Massiv-Alu-Rahmen, die ein dumpfes Geräusch machen, wenn man dagegen klopft. Gleiches gilt auch für den Bianchi Rahmen. (Wir Laien wissen uns eben nicht anders zu helfen, wenn es darum geht, die Güte eines Rahmens zu beurteilen. ) Als ich das Scott Scale dieser "Klopfprobe" unterzog, war ich zunächst einmal sprachlos. Ich weiß bei bestem Willen nicht, wie ich dieses Gefühl beschreiben soll; man spürt/hört einfach, wie dünn der Rahmen sein muss. Ich war fasziniert und hab meine "Entdeckung" gleich dem Verkäufer mitgeteilt. Der meinte, der Scott Rahmen sei tatsächlich hochwertiger als der des Bianchi, da double butted und aus einer besonders leichten Aluminiumlegierung. Meine Recherchen im Internet bestätigten dies.

In meiner Begeisterung wollte wich gleich ein Scale probefahren. Dass 60er stand leider nicht zur Verfügung, also hab ich das geometriegleiche 20er (CR1 Karbonrahmen ) genommen. Die sportlich-gestreckte Sitzposition hat mir total zugesagt. Wie das nach einer 5stündigen Tour ist, ist eine andere Frage.

Ich bin vom Scale 60 jedenfalls total angetan. Hauptsächlich wegen des Rahmens! Meine Fragen an euch:
1. Ist meine "Klopfmethode" überhaupt aussagekräftig? Mit anderen Worten: Ist der Scott Scale Rahmen tatsächlich so hochwertig, wie er sich anhört?
2. Wie wichtig ist denn ein hochwertiger Rahmen überhaupt für einen Einsteiger wie mich?
3. Sollte man sich eher für einen guten Rahmen oder für einen guten Komponentenmix entscheiden?


ad 3: Ich nehme an, das hängt stark davon ab, ob man vor hat, das Rad später einmal aufzurüsten. Von meiner jetzigen Warte aus kann ich das natürlich schwer beurteilen. Keine Ahnung, ob es sich für mich jemals auszahlen wird, in eine XT(R)-Garnitur zu investieren. Andererseits ist ein leichter Rahmen allein sicher schon viel wert.
MacAshcroft ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.05.2005, 21:58   #2 (permalink)
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klopfprobe oder wie du es nennst bringt eigentlich nix.. man hört nur wie stark die wandstärke von nem rahmen sein kann..das heist aber noch lange nichts..

immer für nen guten rahmen und ne schlechtere ausstattung entscheiden.. wenns sichs um schaltungskomponenten handelt.. denn die funktionieren eigentlich alle gleich gut nur im gewicht gibts unterschiede
und verschleissteile kann man austauschen nach ner weile (kette reifen kassette kettenblätter (kurbel) schaltwerk (bei sturz (lieber nen lx kaputt wie nen teures xtr)))

hochwertigerer rahmen kommt immer drauf an was man mit vor hat.. denke als hobbyfahrer ists nicht so ausschlaggebend aber wenn man später rennen fährt oder marathons etc dann kommts aufs gewicht an..
bei nem fully u.a. die federelemente und federgabel und auch die funktionsweise des hinterbaus entscheident..
also lieber guter rahmen und federelementen (vorn und hinten) (und auch bremsen) statt super schaltungselemente
__________________

SteveLorenzios ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.05.2005, 22:27   #3 (permalink)
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Zitat:
klopfprobe oder wie du es nennst bringt eigentlich nix.. man hört nur wie stark die wandstärke von nem rahmen sein kann..das heist aber noch lange nichts..
Ist eine dünne Wand einer dicken nicht vorzuziehen??? Ich kann mir bei besten Wilen nicht vorstellen, dass der Bianchi Rahmen mit dem des Scale mithalten kann. - Rein dem Klang und somit der Wandstärke nach zu urteilen.

Zitat:
hochwertigerer rahmen kommt immer drauf an was man mit vor hat.. denke als hobbyfahrer ists nicht so ausschlaggebend aber wenn man später rennen fährt oder marathons etc dann kommts aufs gewicht an..
Rennen oder Marathons zu fahren hab ich eigentlich nicht vor. Meinst du, dass ich den Unterschied zwischen den beiden Rahmen (abgesehen vom Klang) überhaupt merken würde? Fährt sich ein dünnwändiger Rahmen leichter?
MacAshcroft ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.05.2005, 06:39   #4 (permalink)
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einmal posten hätte doch gereicht..

ich würde sagen, da der rahmen keine rotierende masse ist würdest du zB bei den laufrädern einen wesentlich größeren unterschied zwischen einfach nur gut und wesentlich besser merken. im zweifelsfall würde ich den rahmen mit den besseren federelementen nehmen, falls die in etwa gleich sind, würde ich den scott rahmen nehmen, aber auch nur weil mir die bianchi dinger optisch überhaupt nicht zusagen.( ist also auch nicht sonderlich objektiv.)
__________________
Gruß,

Maggo
Maggo ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.05.2005, 07:18   #5 (permalink)
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Maggo hat vollkommen Recht.

Und noch ein Beispiel aus der Praxis: Was meinst du welches Rohr einen Aufprall bei einem Sturz auf einen Felsen besser übersteht? Das dünnwandige oder das dickwandige. Und falls du mal eine Beule drin hast, kannst du das Bianchi wahrscheinlich noch 10 mal eher weiter fahren als das Scott.... Kommt natürlich immer drauf an was für eine Beule etc., aber der dünnwandige ist gegen solche Belastungen natürlich viel empfindlicher. Wollts nur gesagt haben
Mr.Freeride ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.05.2005, 09:05   #6 (permalink)
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Ich würde wenn möglich den hochwertigeren Rahmen nehmen. Wenn du beim Biken bleibst, kannst du die Verschleissteile dann nach und nach durch Hochwertige (zum beispiel XT) ersetzen und hast anschliessend das bessere Bike als wenn du einen billigen Rahmen mit teuren Teile gekauft hast. Wenn du dir dann in ein, zwei Jahren, wenn du wieder Geld hast, noch einen richtig schönen Laufradsatz zutust, dann ist das Bike mit dem besseren Rahmen ein Hit. Das Bike mit dem billigen Rahmen kann man zwar auch aufrüsten, aber dass wird trotz Edelkomponenten nie so richtig toll, dann steht doch mal ein anderer Rahmen an!


Aprppos Laufräder: Es gibt Leute, die das auch überschätzen! Natürlich kommt da die Rotationsenergie dazu, und bei den Teilen, die ganz aussen sitzen, ist die auch so gross, dass das Gewicht doppelt zählt. Aber aus der Physik wissen wir ja auch, dass die Quadratisch (!) mit dem Radius abnimmt. Will heissen: Teile die im Mittel auf 50% der Radius sind (=Speichen) haben grade noch 25% der Translationsnenergie als Rotationsenergie (jaja, ganz korrekt hätte ich das integrieren müssen, dann gibt es was mehr). Naben sitzen auf vielleicht 5% das Radius, da könnt ihr die Rotationsenergie total vergessen (sind dann noch unglaubliche 0.25% der Energie, die in der graden Vorwärtsbewegung der Nabe steckt).

Fazit: Felge, Nippel, Reifen, Schläuche, das zählt wirklich mehr beim Gewicht, die Nabe sicher nicht, die Speichen nur zu einem kleinen Teil.

Wenn man dann noch weiss, dass an den wirklich leichten Laufradsätzen vorallem die Naben sau teuer sind (DT 240, Tune,...), dann ist der Schluss leicht: Wenn wenig Geld da ist, Deore Nabe nehmen, aber leichte Speichen mit Alu Nippeln (kosten viell. 10 Euro mehr), leichte Felge (legt man viell. 30 Euro drauf) und leichte Schläuche und Reifen (gibt es auch für etwa 20 Euro Aufpreis). Dann haben wir 50 oder 60 Euro Aufpreis, ein Satz leichte Nabe kostet über 200 Euro Aufpreis und bringt pro Gramm nur die Hälfte!
__________________
Sicher sind Schiffe nur in Hafen. Aber dafür sind Schiffe nicht gebaut!

Mais au fond c'est tout simple
Si nous regardons tout autour
Si nous apprécions le moment
Trouver le paradis n'est plus difficile! (Encore)
sebastian_r ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.05.2005, 10:42   #7 (permalink)
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Also, dünnwndig oder dickwandig, tolles Geräusch beim Drankopfen oder dumpfes Pochen: das spielt bei der Qualität eines Rahmens überhaupt keine Rolle. Ein dünnwandiger Rahmen wird in der Regel leichter sein, das war's dann aber auch schon mit den Vorteilen. Nachteil ist z.B. die Anfälligkeit gegenüber Beulen. Ein mehrfach konifizierter Rahmen ist natürlicher aufwendiger in der Produktion und nutzt das Material besser aus, jedoch optisch oder von den Fahreigenschaften (vom etwas geringeren Gewicht mal abgesehen) spielt das überhaupt keine Rolle, was Stabilität und Haltbarkeit angeht auch nicht unbedingt, da spielen andere Faktoren eine wichtigere Rolle.

In deinem Fall würde ich sagen: nimm den Rahmen bzw. das Rad, das von der Geometrie her besser zu dir passt. Auch der Bianchi Rahmen ist nicht schlecht, auch hier würden sich spätere Investitionen sicher lohnen. Deinem Einsatzbereich zu urteilen willst du auch keine Gewichtsrekorde knacken, deswegen machen ein paar hundert Gramm mehr oder weniger am Rahmen auch nicht viel aus. Sonst hätte ich gesagt nimm auf jeden Fall den leichteren Rahmen sollte es da deutliche Unterschiede geben. Wenn du Touren fährst spürst du 500g am Rahmen aber nicht wirklich, zumal das ja bei den Komponenten dann wieder schnell "verschenkt" ist. Ob du auf langen Strecken mit der Geometrie des Scale zurecht kommst musst du natürlich auch selbst wissen bzw. testen.
__________________
***www.daedalous.com***www.young-melodists.de***

elendil ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.05.2005, 13:19   #8 (permalink)
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bin jettz nicht sicher ob du nen ht oder fully suchst aber wenn ht dann kann ich dir das hier empfehlen: http://www.mountainbike-magazin.de/f...ic.php?t=10156
__________________

SteveLorenzios ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.05.2005, 16:17   #9 (permalink)
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nun, ein "Dünnwandigerer" Rahmen muss natürlich um einiges aufwendiger Konstruiert sein wie ein "Dickwandigerer", da er in der Regel ja genauso soviel "Betriebsstunden" aushalten sollte.
Mit einem gegenstand gegen den rahmen zuklopfen ist ne leichte möglichkeit um die Wandstärke eines Rahmens auszuloten, hat mich beim Genius von Scott auch überrascht wie Dünnwandig doch der Rahmen ist.
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Netter spruch auf der Radlkarte vom Tegernsee
"Carbonrahmen machen unsere Berge nicht flacher"

Wer zur Quelle will muss gegen den Strom schwimmen.
Chin.Sprichwort
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Alt 16.05.2005, 17:10   #10 (permalink)
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@ maggo:
Zitat:
ich würde sagen, da der rahmen keine rotierende masse ist würdest du zB bei den laufrädern einen wesentlich größeren unterschied zwischen einfach nur gut und wesentlich besser merken.
Meinst du also, ich als Einsteiger würde den Unterschied zwischen den beiden Rahmen gar nicht oder kaum merken?

Zitat:
im zweifelsfall würde ich den rahmen mit den besseren federelementen nehmen
Da es sich in beiden Fällen um ein Hardtail handelt, gibt's eh nur ein Federelement: Die Gabel. Beim Scale 60 ist eine Axel Comp von Manitou verbaut, beim Bianchi eine Suntour SF5 Axon D, beide mit Lockout.

Zitat:
im zweifelsfall würde ich den rahmen mit den besseren federelementen nehmen, falls die in etwa gleich sind, würde ich den scott rahmen nehmen, aber auch nur weil mir die bianchi dinger optisch überhaupt nicht zusagen
Rein optisch macht das Bianchi schon einiges her, finde ich. Nicht alle Bianchi Bikes sind celeste lackiert.


@ elendil:
Zitat:
Ein dünnwandiger Rahmen wird in der Regel leichter sein, das war's dann aber auch schon mit den Vorteilen.
Der Scott-Rahmen soll 1.500 Gramm wiegen. Ist das sonderlich leicht?

Zitat:
Deinem Einsatzbereich zu urteilen willst du auch keine Gewichtsrekorde knacken, deswegen machen ein paar hundert Gramm mehr oder weniger am Rahmen auch nicht viel aus.
Nein, Gewichtsrekorde zu knacken hab ich nicht vor. Mir scheint, ich hab dem Rahmen in meiner Begeisterung viel zu viel Bedeutung beigemessen. Gut, dass ihr Experten mich da desillusioniert.

Zitat:
Wenn du Touren fährst spürst du 500g am Rahmen aber nicht wirklich, zumal das ja bei den Komponenten dann wieder schnell "verschenkt" ist.
À propos Komponenten: Alles in allem dürfte das Bianchi besser bestückt sein.
Schaltwerk, Umwerfer, Schalthebel und Kassette sind bei den beiden Rädern absolut ident (Deore/LX).
Bei den Bremsen punktet das Bianchi mit Deore Discs, am Scott sind Avid Single Digit 5 drauf.
Das Scott enttäuscht auch mit schwachen Naben: vorne ein Scott-Eigenfabrikat, hinten eine Shimano 475er. Da bietet das Bianchi mit Deore-Naben schon mehr.
Die Qualität der Felgen kann ich nicht beurteilen: Ambrosio Keba 360 am Bianchi, Alesa Zac 19 am Scott.
Der Selle Italia Initiale Sattel des Bianchi ist dem Scott Racing Sattel vielleicht auch etwas überlegen.

Wenn ich euch recht verstanden habe, sollte ich mich vom tollen Klang des Scott Rahmens, der auf dünne Wandstärken hindeutet, nicht zu sehr blenden lassen. 1. ist er defektanfälliger, und 2. würde ich als Einsteiger vom geringeren Gewicht kaum bis gar nicht profitieren. Stimmt mein Fazit?
MacAshcroft ist offline   Mit Zitat antworten
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