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#1 (permalink) |
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Mitglied
Registriert seit: 28.11.2007
Beiträge: 10
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Hallo,
schau mich zur Zeit so ein bißchen nach nem neuen Fahrrad um. Kennt irgendjemand zufällig den Grund, warum Avid die Ultimate nur für leichten Cross-Country freigibt. SRAM | Avid | Hydraulische Scheibenbremsen es heißt auch, hinten wäre nur 140 oder 160 mm möglich! Die Frage stellt sich, weil ein Hersteller die Ultimate mit 200mm vorne und hinten an seinem Top-Modell im All-Mountain-Bereich anbietet. Die Carbon ist laut Avid für Downhill freigegeben. Scheiben, Beläge und Bremshebel sind identisch also kann es doch nur am Hebelkörper aus Magnesium oder am Bremssattel liegen. Wer kann mich aufklären...??????????????????? Vom Fahrrad-Hersteller gab´s nur ne blabla-alles getestet Antwort und zu Avid find ich keine mail-adresse... |
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#2 (permalink) |
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Mitglied
Registriert seit: 18.04.2008
Beiträge: 12
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Moin,
man muss sich mal vor Augen führen, dass Scheibenbremsen im Prinzip verkleinerte Modelle von Motorradbremsen sind, mit dem Unterschied, dass Motorradteile nicht in erster Linie auf Leichtgewicht konstruiert werden, sondern auf Sicherheit. Heutige Hydraulische Scheibenbremsen sind "eierlegende Wollmilchsäue". Sie sollen Höhere Bremskräfte auch bei Nässe und bessere Standfestigkeit bieten, aber gleichzeitig weniger wiegen als entsprechende V-Brake-Systeme. Beispiel: ein XT V-Brake System (vorne + hinten, inkl. Hebel und Pipes) wiegt laut Shimano exakt 750 Gramm, dazu kommen nur noch die Züge und Hüllen. Dafür wird keine Bremsscheibe gebraucht. Die Avid Ultimate wiegt (vorne + hinten, inkl. 160mm Scheiben, Leitung und Hebel) ca. 680 Gramm. Zieht man davon ca 220 Gramm für beide Scheiben ab (um einen Vergleich mit der V-Brake zu ermöglichen), bleiben nur noch 460 Gramm für Hebel, Leitung und Bremskörper. Das sind 230 Gramm pro Bremse, eine XT-Bremse wiegt 375 Gramm, also 50 % mehr! Gleichzeitig ist eine Hydraulische Bremse ungleich komplizierter aufgebaut als eine V-Brake. Trotzdem muss sie die gleichen Sicherheitsstandarts erfüllen. Das bringt die Teile-Entwickler an den Rand der technischen Möglichkeiten, weswegen die Freigaben im Zweifel niedrig angesetzt werden. Dies geschieht in der Annahme, dass die Freigaben sowieso nicht eingehalten werden, eventuelle Schäden können dann aber nicht geltend gemacht werden (z.B.wenn man mit der Avid Ultimate einen Downhill-Cup mitfährt und dann der Bremssattel vom Adapter reisst o. Ä.) Die Fahrrad-Hersteller wiederum sind kreativ, wenns darum geht dass Gewicht ihrer Modelle zu drücken. Das liegt daran, dass heute All-Mountain Fullys mit 120 mm Federweg vorne und hinten nicht mehr wiegen soll als ein Oberklasse - Cross-Country Hardtail von vor 8 Jahren... Wahrscheinlich hat der von dir genannte Hersteller einfach die Adapter anderer Avid-Bremsen benutzt, um die Ultimate mit den 200er Scheiben zu montieren. Zusammenfassend kann man sagen, dass der hohe Innovationsdruck in der Branche leider zu immer unausgereifteren Produkten führt, die aber wegen des irrsinnigen Edel-Materialeinsatzes trotzdem immer teurer werden. Der Endkunde ist das Versuchskaninchen für die Langzeithaltbarkeit. Geändert von 7Inbus (19.04.2008 um 13:38 Uhr). Grund: Falsche Zahlen |
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#3 (permalink) |
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Mitglied
Registriert seit: 28.11.2007
Beiträge: 10
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So ähnlich hab ich mir das schon gedacht...
Da kann man dann ja nur hoffen, daß keiner der mit dem entsprechenden Rad unterwegs ist ( Canyon Nerve AM 9.0 ) nicht mal irgendwann auf ner Abfahrt seine Bremshebel oder so in der Hand hat. Schade eigentlich... |
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#4 (permalink) | ||
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 16.12.2002
Ort: Minskregion / Belarus
Bike: Ein Gebirgsfahrrad und ein Rennrad
Beiträge: 6.824
Bilder: 8
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Tach auch
Zitat:
Das mit den bewußt zu niedrig gehaltenen Freigaben hab´ ich nicht so ganz verstanden. Kannst Du das bitte mal etwas konkretisieren? Zitat:
Gruß Yeti
__________________
Irrtümer haben ihren Wert; jedoch nur hie und da. Nicht jeder, der nach Indien fährt, entdeckt Amerika. Erich Kästner ---------------------------------------------------- Das Tragische an der Erfahrung ist, daß man sie erst macht, nachdem man sie gebraucht hätte. Friedrich Nietzsche |
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#5 (permalink) | |
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Mitglied
Registriert seit: 18.04.2008
Beiträge: 12
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Zitat:
Klar benutzt der Hersteller die Adapter vorsätzlich, schließlich weiss er, dass er ihn benutzen muss um eine 203er Scheibe zu verwenden. Ob das auch Fahrlässig ist, müsste man Avid fragen. Die aktuellen Juicy Bremsen haben alle Formgleiche Bremssättel, so dass die Fabrik pro Scheibendurchmesser nur einen Adaptertyp produziert, um Kosten zu sparen. Glaub nicht, dass ein Ultimate-Adapter extra aus Titan gefertigt wird Übrigens bauen im Moment u.A. Gary Fisher und Trek All-Mountain Bikes der Oberklasse mit Avids Juicy Ultimate, wie ein kurzer Blick in Bike oder MB zeigt. Gruß, 7Inbus Geändert von 7Inbus (20.04.2008 um 15:46 Uhr). |
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#6 (permalink) |
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Mitglied
Registriert seit: 18.04.2008
Beiträge: 12
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P.S.: als Zweiradmechaniker sollte man auch Verbraucherschützer sein. Ich seh jeden Tag Pferde kotzen, kein Wunder, dass ich nicht jede Innovation abfeier, bevor ich nicht gesehen habe, was für einen Mehrwert das wirklich hat, was meine Kunden damit anstellen oder wie langlebig und zuverlässig das Zeug funktioniert, obwohl viele Biker sich an keinerlei Serviceintervalle halten.
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#7 (permalink) | |||
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 16.12.2002
Ort: Minskregion / Belarus
Bike: Ein Gebirgsfahrrad und ein Rennrad
Beiträge: 6.824
Bilder: 8
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Tach auch
Zitat:
Anders gefragt: Würdest Du soweit gehen und mutmaßen, daß Hersteller mit juristischen Haken bei der Freigabe ihrer Bauteile eine Haftung von sich weisen, die aus einem Konkurenzdruck und daraus resultierenden Schwächen des Produktes ansich heraus entsteht? Zitat:
Zitat:
Gruß Yeti
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#8 (permalink) |
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Mitglied
Registriert seit: 18.04.2008
Beiträge: 12
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Im Gegensatz zur Gustav M (640 Gramm je bremse) ist ne Juicy Ultimate (330 Gramm) einfach ein Hungerhaken. Darum kann Magura die Gustav für Downhill freigeben und Avid gibt für sein Leichtbauteil lieber nur ne Cross-Country Freigabe, auch wenn man sie sicherlich im All-Mountain-Bereich einsetzen könnte, wenn man z.B. unter 70 Kilo wiegt und nicht immer Schleifbremsungen macht, sonder eine gewisse Fahr- und Bremstechnik beherscht. Natürlich werden damit absichtlich Haftungsansprüche ausgeschlossen, weil die Firma sich eben nicht sicher ist, ob die Bremse robust genug entwickelt wurde.
Wenn dann ein Bremstest in der MB aussagt, dass die Juicy Ultimate mit 203er Scheiben sogar All-Mountain-tauglich sein würde, (weil schon die 185er Front-Bremse stark ist) dann kommt der Hersteller natürlich auf die Idee, mit leichten Scheibenbremsen das Mehrgewicht von Long-Travel Fahrwerken auszugleichen, um ein Gesamtgewicht von 10,5 bis 11,5 Kilo zu erreichen. Und ich meinte die identischen Adapteraufnahmen an den Juicy-Bremssätteln und nicht die Bremssättel an sich. Ist eigentlich ein geniales System, auch wenn die von den V-Brakes übernommenen Verstellmöglichkeiten durch konkave und konvexe U-Scheiben etwas fummelig sein kann. Gruß, Addi |
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