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Alt 16.11.2007, 21:07   #1 (permalink)
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Standard Bahnstreik

Tach auch,

wie steht Ihr eigentlich zum Bahnstreik? Ich könnte mir vorstellen, daß der eine oder andere ´n Hals krigt.


Gruß

Yeti
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Alt 16.11.2007, 22:07   #2 (permalink)
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Ein kleine Schwellung hab ich schon an der Kehle.
Ich muss jeden Tag mit der S-Bahn zur Arbeit. Jetzt darf ich immer umständlich mit Bussen fahren und zweimal umsteigen. Wobei man die Anschlüsse des öfteren nicht erreicht und dann in der Pampa auf den nächsten Bus warten darf.

Ich finde diesen Streik überzogen, unberechtigt, unverschämt und erpresserisch!
Ich hoffe nur, dass die Bahn nicht nachgibt und die GDL scheitert. Dafür fahre ich gerne noch öfters mit dem Bus.
Wenn das Beispiel Schule macht, geht bald gar nicht mehr.
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MfG Stoppelhopser


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Alt 17.11.2007, 01:52   #3 (permalink)
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eindeutig falsches thema für mich! ich fahre jeden tag mit dem zug von aschaffenburg nach darmstadt in die uni. also auch gestern. die hinfahrt war kein problem, der zug fuhr plänmäßig ab. gut, es war ein uraltes teil, aber er fuhr.
dann die rückfahrt: planmäßige abfahrt: 13:32uhr. der zug fährt pünktlich am darmstädter hbf ein, an dem allerdings doppelt so viele menschen wie normal warten, weil der zug eine stunde früher ausgefallen ist. als ausgleich schickt die bahn einen zug, der nur halb so lang ist . zum kotzen diese planung!
es hat fast 20 minuten gedauert, bis alle im zug waren. und da haben wir dann gestanden wie die zigaretten in ihrer packung. gruppenkuscheln war angesagt. an den anderen bahnhöfen waren die aufenthaltszeiten auch 2 bis 3 mal so lang wie normal, so dass ich in aschaffenburg natürlich auch noch 2 busse verpasst hab...
mir geht dieser ganze streik also tierisch gegen den strich und kann mich stoppelhopser nur anschließen: die GDL darf damit nicht durchkommen! und falls ich einen von diesen kaspern sehe, wenn er sein "dieser betrieb wird bestreikt"-schild vor die lok stellt, darf er sich entweder was anhören oder muss nehmerqualitäten beweisen.
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Alt 17.11.2007, 17:39   #4 (permalink)
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Tach auch,

was ist an einem Streik eigentlich erpresserisch?
Wenn die eigenen Tariefvereinbarungen unterlaufen werden, in dem man neues Personal zu einem weit niedrigeren Tarif einstellt, muß sich doch nicht wundern, wenn er den Tarifvertrag um die Ohren geahuen bekommt!
Frau Sukales - die Personalfrau - scheint mir mit ihrer Aufgabe auch etwas überfordert. Daß die Argumentation Mehr Geld bekommt ihr nicht - aber eine größere Schaufel zum arbeiten könnt ihr haben! daneben ist, dürfte sich von selber verstehen. Daß die Bezahlung von Überstunden eben kein neues Angebot ist bedarf auch keiner Erklärung. Irgentwie hat man im Bahnmanagement keinen Plan dafüer, wie man mit dem zinslos in Anspruch genommenen Kredit bei den Arbeitnehmern umgehen will - nichts anderes ist nämlich die Nichtauszahlung von Mehrarbeit.

Ich hoffe, daß die GDL den Streik durchzieht und wünsche ihr viel Erfolg damit:
Endlich mal jemand, der auf der Arbeitnehmerseite den Mund auf macht. Der Trend, gute Arbeit immer schlechter zu bezahlen kann so nicht weitergehen!


Gruß

Yeti


P.S.:
Auch ich bin Bahnfahrer und streikbetroffener. Allerdings weiß ich auch, daß das ein Streikchen ist - aber sicher kein richtiger Streik.
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Alt 17.11.2007, 22:32   #5 (permalink)
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Die Einstellung. Mehr Geld, oder wir arbeiten nicht mehr. Und dafür wird eine ganze Volkswirtschaft als Geisel genommen. Und Forderungen von 30% sind doch utopisch.
Ich glaube bei diesem Streik, geht es der GDL darum sich als Bahngewerkschaft neben den größeren Transnet und GDBA zu behaupten und nicht in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden.
Es sollen ja nicht nur Überstunden bezahlt werden, die sonst abgefeiert worden wären, die Bahn hat auch ein Angebot vorlegt bei dem die Lokoführer auf ca. 10% mehr Gehalt bei 2 Stunden Mehrarbeit gekommen wären. Das hat dieses Jahr noch keiner erreicht. Andere Gewerkschaften sind froh wenn sie 2-3% bekommen.
Des weiteren kann ich nicht für jede kleine Berufsgruppe einen eigenen Tarifvertrag haben. Dann habe ich nur noch Unruhe und Streit zwischen den Angestellten. Sowie ständig einen neuen Streit. Eine Woche die Stellwerke, dann die Fahrkartenverkäufer, dann die Angestellten auf dem Bahnsteig, dann die Verwaltung, die Arbeiten auf den Rangierbahnhöfen...... und so weiter.
Ich gebe Dir vollkommen Recht, dass gute Arbeit gut bezahlt werden muss. Aber, ich muss als Angestellter da auch ein wenig Vernunft walten lassen. Manche Forderung kann einfach nicht erfüllt werden, und die Lokführer sind nun gar nicht die ärmsten der Armen.
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MfG Stoppelhopser


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Alt 18.11.2007, 06:29   #6 (permalink)
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Tach auch,

Zitat:
Zitat von Stoppelhopser
Die Einstellung. Mehr Geld, oder wir arbeiten nicht mehr. Und dafür wird eine ganze Volkswirtschaft als Geisel genommen...
Wer ist denn hier Geisel? Ist die Volkswirtschaft Geisel der Lokführer oder sind die Arbeitnehmer Geisel der wirtschaftlichen Interessen von (insbesondere Börsennotierten) Unternehmen? Die Interessen der Mitarbeiter durzusetzen ist nun mal das Wesen der einer Gewerkschaft. Und die Tarifautonomie willst Du doch wohl nicht ernsthaft in Frage stellen?


Zitat:
Zitat von Stoppelhopser
... Und Forderungen von 30% sind doch utopisch.
Ich glaube bei diesem Streik, geht es der GDL darum sich als Bahngewerkschaft neben den größeren Transnet und GDBA zu behaupten und nicht in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden...
Die Lohnforderung ist - wenn Du das Geschehen aufmerksam verfolgt hast - eher Symbolischer Natur. Grundsätzlich geht es erst mal um einen Eigenständigen Tarifvertrag. Hier kann selbst die Bahn nicht darlegen, warum sie diesen ablehnt. Die Forderung trotzig aussitzen zeugt auch nicht gerade von einem entspannten Verhältnis zum Personal. Ferner geht es um ein adäquates Grundgehalt und weiter mit angemessenen Einkommenssteigerungen.
Bedeutungslos war die GDL noch nie - sie ist in der Öffentlichkeit vielleicht nur nicht wahrgenommen worden.


Zitat:
Zitat von Stoppelhopser
...Es sollen ja nicht nur Überstunden bezahlt werden, die sonst abgefeiert worden wären...
Es ist Dir sicher nicht entgangen, daß die Bahn Lokführer sucht. Sie sucht aber nicht zwei oder fünf sondern gleich 1.000 (in Worten: Eintausend)! Wie sollen denn bei einem derartigen Personaldefizit Überstunden abgefeiert werden, deren Bezahlung ansich doch wohl eine Selbstverständlichkeit ist.


Zitat:
Zitat von Stoppelhopser
...die Bahn hat auch ein Angebot vorlegt bei dem die Lokoführer auf ca. 10% mehr Gehalt bei 2 Stunden Mehrarbeit gekommen wären. Das hat dieses Jahr noch keiner erreicht. Andere Gewerkschaften sind froh wenn sie 2-3% bekommen...
Dann rechne mal aus diesem Angebot die zwei Stunden Mehrarbeit und die Bezahlung von Überstunden wieder raus. Neuer Wein in alten Schläuchen ist das! Dann bleibt nämlich auch nicht mehr viel über. Von Seiten der Bahn wird hier mit in der Form so nicht richtigen Zahlen argumentiert. Eine Unmögliche Art und Weise mit denen umzugehen, die die Leistung zu erbringen haben. Das betrifft nicht nur die Lokführer.


Zitat:
Zitat von Stoppelhopser
...Des weiteren kann ich nicht für jede kleine Berufsgruppe einen eigenen Tarifvertrag haben. Dann habe ich nur noch Unruhe und Streit zwischen den Angestellten. Sowie ständig einen neuen Streit. Eine Woche die Stellwerke, dann die Fahrkartenverkäufer, dann die Angestellten auf dem Bahnsteig, dann die Verwaltung, die Arbeiten auf den Rangierbahnhöfen...... und so weiter.
Warum nicht? Es gibt eine Tarifautonomie! Sinn und Zweck dieser ist, daß im Rahmen einer solchen Tarifautonomie eine Einkommensfindung stattfindet und die Arbeitsbedingungen geregelt werden. Das ist auch ein Stück Demokratie. Streit ansich ist erst mal etwas gesundes.


Zitat:
Zitat von Stoppelhopser
...Ich gebe Dir vollkommen Recht, dass gute Arbeit gut bezahlt werden muss. Aber, ich muss als Angestellter da auch ein wenig Vernunft walten lassen. Manche Forderung kann einfach nicht erfüllt werden, und die Lokführer sind nun gar nicht die ärmsten der Armen.
Alle Kröten Stillschweigend zu Schlucken kann es auch nicht sein. Es hat in den letzten Jahren eine vielzahl von Verschlechterungen gegeben - unter anderem längere Arbeitszeiten, mehrbelastungen durch Aufgabenerweiterungen und so weiter. Wenn ich mehr arbeiten soll, dann will ich das auch entsprechend vergütet haben. Und spätestens jetzt macht auch ein eigenständiger Tarifvertrag Sinn: Dann müssen solche Dinge nämlich verhandelt werden. Verhandelbar ist es - man muß aber miteinader sprechen und seinen Partner nicht öffentlich als Buhmann hinstellen. Mehdorn führt sich auf wie Napoleon - das kann es doch wohl nicht wahr sein!

Es geht auch um eine Signalwirkung für andere Branchen. Immer mehr Arbeit für immer weniger Geld. Wir haben doch mittlerweile die Situation, daß Arbeitnehmer ergänzende Leistungen vom Arbeitsamt bekommen, weil sie mit ihrer Vollzeittäötigkeit nicht mal den Sozialhilfesatz erreichen. In diesem Punkt habe ich auch Verständnis für Arbeitslose, die Arbeit ablehnen - Ausbeutung ist das! Es kann doch wohl niemand ernsthaftig zulassen, daß der Staat mit öffentlichen Geldern das Personal in Firmen subventioniert. Nichts anderes ist das nämlich. Vor allem dann, wenn am Kapitalmarkt vom selben Unternehemen dann Dividenden ausgeschüttet werden. Auf diese Art und Weise wird auch der sonst so hoch geolbet freie Wettbewerb verzerrt. Wenn ich privat über meine Verhältnisse lebe, muß ich früher oder später meinen Laden auch dicht machen. Um es nochmal zu sagen: Es sind auch Steuergelder, mit denen immer mehr Vollzeitbeschäftigung subventioniert wird. Aber über die Steuerbelastung wird vor allem von Seiten der Unternehmen gemeckert.
Ach ja, die Lokführer sind nicht die Ämsten? Um wieviel Prozent sind eigentlich die Bezüge in den Vorständen gestiegen? Auch das ist traumhaft!


Gruß

Yeti
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Alt 18.11.2007, 19:44   #7 (permalink)
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Zitat:
Zitat von Yeti
Wer ist denn hier Geisel? Ist die Volkswirtschaft Geisel der Lokführer oder sind die Arbeitnehmer Geisel der wirtschaftlichen Interessen von (insbesondere Börsennotierten) Unternehmen? Die Interessen der Mitarbeiter durzusetzen ist nun mal das Wesen der einer Gewerkschaft. Und die Tarifautonomie willst Du doch wohl nicht ernsthaft in Frage stellen?
So wie ich das sehe, ist momentan die Volkswirtschaft Geisel der Gewerkschafft. Die ersten Großkunden springen bei der Bahn ab, Betriebe müssen Kurzarbeit einführen weil der Nachschub nicht klappt. Das kann auch schnell Arbeitsplätze kosten. Ich will die Tarifautonomie nicht in Frage stellen, aber alles hat seine Grenzen. Und ein eigener Tarifvertrag für ein Angestellten Gruppe innerhalb eines Konzerns ist auch nicht im Sinne der Tarifautonomie.

Zitat:
Zitat von Yeti
Die Lohnforderung ist - wenn Du das Geschehen aufmerksam verfolgt hast - eher Symbolischer Natur. Grundsätzlich geht es erst mal um einen Eigenständigen Tarifvertrag. Hier kann selbst die Bahn nicht darlegen, warum sie diesen ablehnt. Die Forderung trotzig aussitzen zeugt auch nicht gerade von einem entspannten Verhältnis zum Personal. Ferner geht es um ein adäquates Grundgehalt und weiter mit angemessenen Einkommenssteigerungen.
Bedeutungslos war die GDL noch nie - sie ist in der Öffentlichkeit vielleicht nur nicht wahrgenommen worden.
Was soll die Bahn denn machen? Die Bahn hat ein Angebot vorlegt und ist zu Verhandlungen bereit. Die GDL streikt weiter und stellt die gleichen Forderungen. Dann gibt es mal Gespräche zwischen Bahn und GDL und die GDL streikt weiter, weil es nur Gespräche und somit keine Verhandlungen sein. Ich finde so langsam muss sich auch die GDL mal bewegen. Sie will doch auch zu einem Ergebnis kommen, dann müssen sich auch mal was unternehmen und sich nicht nur zurück lehnen und abwarten, und streike n. Die GDL ist/war bedeutungslos. Sie hat ca. 35.000 Mitglieder, Transnet hat ca. 260.000 und die GDBA sogar 1,2 Mio. Die GDL ist also ein ganz kleines Licht und ist in Sorgen nach dem neuen Tarifvertrag zwischen Transnet, GDBA und Bahn von der Bildfläche zu verschwinden. Warum sonst versucht die GDL mit Prämien neue Mitglieder zu bekommen?

Zitat:
Zitat von Yeti
Es ist Dir sicher nicht entgangen, daß die Bahn Lokführer sucht. Sie sucht aber nicht zwei oder fünf sondern gleich 1.000 (in Worten: Eintausend)! Wie sollen denn bei einem derartigen Personaldefizit Überstunden abgefeiert werden, deren Bezahlung ansich doch wohl eine Selbstverständlichkeit ist.
Naja zur Zeit gibt es ja auch genug zu tun, wenn 3000 Mann die Arbeit niederlegen. Das stimmt, eine Ausgleich in irgendeiner Form ist selbstverständlich. Da es ja bisher keine Auszahlung gab kann es ja nur ein Abfeiern gegeben haben. Das muss die Bahn irgendwie möglich machen. Aber die meisten Angestellten sind doch froh wenn sie ihre Überstunden sich bezahlen lassen können.


Zitat:
Zitat von Yeti
Dann rechne mal aus diesem Angebot die zwei Stunden Mehrarbeit und die Bezahlung von Überstunden wieder raus. Neuer Wein in alten Schläuchen ist das! Dann bleibt nämlich auch nicht mehr viel über. Von Seiten der Bahn wird hier mit in der Form so nicht richtigen Zahlen argumentiert. Eine Unmögliche Art und Weise mit denen umzugehen, die die Leistung zu erbringen haben. Das betrifft nicht nur die Lokführer.
Durch die 2 Stunde Mehrarbeit und plus die Gehaltserhöhungen sollte der Lokführer auf fast 10% mehr kommen. Plus die Überstundenbezahlung.


Zitat:
Zitat von Yeti
Warum nicht? Es gibt eine Tarifautonomie! Sinn und Zweck dieser ist, daß im Rahmen einer solchen Tarifautonomie eine Einkommensfindung stattfindet und die Arbeitsbedingungen geregelt werden. Das ist auch ein Stück Demokratie. Streit ansich ist erst mal etwas gesundes.
Das ist natürlich eine schöne Aussage, "Streit ist was gesundes" aber in der Wirtschaft brauche ich auch Verlässlichkeit und Ruhe und Frieden im Unternehmen. Wenn ich nun für jede Gruppe einen anderen Tarifvertrag habe, hab ich ständig irgendwo einen Streik und die verschiedener Gruppen untereinander sind verkracht weil sie die anderen besser gestellt sehen als sich selbst. Da bin ich als Unternehmen mehr damit beschäftigt Ruhe und Frieden im Unternehmen herzustellen als mich um das eigentliche Geschäft zu kümmern. Wenn so etwas Schule macht und es in anderen Branchen ähnlich zu geht, ist irgendwann der Gesetzgeber gefordert einzugreifen, und dann geht es an die Tarifautonomie. So ähnlich geschehen in GB in den 80er Jahren.

Zitat:
Zitat von Yeti
Alle Kröten Stillschweigend zu Schlucken kann es auch nicht sein. Es hat in den letzten Jahren eine vielzahl von Verschlechterungen gegeben - unter anderem längere Arbeitszeiten, mehrbelastungen durch Aufgabenerweiterungen und so weiter. Wenn ich mehr arbeiten soll, dann will ich das auch entsprechend vergütet haben. Und spätestens jetzt macht auch ein eigenständiger Tarifvertrag Sinn: Dann müssen solche Dinge nämlich verhandelt werden. Verhandelbar ist es - man muß aber miteinader sprechen und seinen Partner nicht öffentlich als Buhmann hinstellen. Mehdorn führt sich auf wie Napoleon - das kann es doch wohl nicht wahr sein!
Es geht auch um eine Signalwirkung für andere Branchen.
In den letzten Jahren ging es der deutschen Wirtschaft nicht gut, und gerade die Arbeitnehmer haben viel Kröte schlucken müssen um sie wieder ans laufen zu bringen. Aber jetzt, wo es wieder bergauf geht, muss man Maß halten und nicht gleich alles wieder kaputt machen. Und ich glaube denke eine eigener Tarifvertrag für die Lokführer, eben wegen der Signalwirkung für andere Branchen, ist das letzte was wir jetzt gebrauchen können.
Zitat:
Zitat von Yeti
Immer mehr Arbeit für immer weniger Geld. Wir haben doch mittlerweile die Situation, daß Arbeitnehmer ergänzende Leistungen vom Arbeitsamt bekommen, weil sie mit ihrer Vollzeittäötigkeit nicht mal den Sozialhilfesatz erreichen. In diesem Punkt habe ich auch Verständnis für Arbeitslose, die Arbeit ablehnen - Ausbeutung ist das! Es kann doch wohl niemand ernsthaftig zulassen, daß der Staat mit öffentlichen Geldern das Personal in Firmen subventioniert. Nichts anderes ist das nämlich. Vor allem dann, wenn am Kapitalmarkt vom selben Unternehemen dann Dividenden ausgeschüttet werden. Auf diese Art und Weise wird auch der sonst so hoch geolbet freie Wettbewerb verzerrt. Wenn ich privat über meine Verhältnisse lebe, muß ich früher oder später meinen Laden auch dicht machen. Um es nochmal zu sagen: Es sind auch Steuergelder, mit denen immer mehr Vollzeitbeschäftigung subventioniert wird. Aber über die Steuerbelastung wird vor allem von Seiten der Unternehmen gemeckert.
Da muss ich Dir jetzt vollkommen Recht geben. Damit bewegt man sich auf ganz dünnen Eis. Ich wäre doch schön doof, wenn ich als Unternehmen meinen Angestellten noch den vollen Lohn bezahlen wenn einen Teil davon auch der Staaten tragen würde. Dann haben wir in ein paar Jahren nämlich die Situation dass es kaum noch Arbeitslose gibt, es aber trotzdem riesen Ausgaben gibt.
Allerdings ist dass für meine überhaupt kein Grund dass sich Arbeitslos Arbeit ablehnen. Denn jeder ist meiner Meinung nach Verpflichtet für seine Einkommen selbst aufzukommen. Da machen es sich viele zu leicht.
Zitat:
Zitat von "Yeti
Ach ja, die Lokführer sind nicht die Ämsten? Um wieviel Prozent sind eigentlich die Bezüge in den Vorständen gestiegen? Auch das ist traumhaft!
Die Vorstände verdienen ein vielfaches von dem was der Angestellte bekommt. Und es ist passt überhaupt nicht, bei den Angestellten Einschnitte zu machen und sich selbst immer mehr zu zahlen. Auch wenn die Gehälter des Vorstandes nur ein sehr kleiner Posten unter den Lohnkosten ist. Aber es macht ein ganz schlechtes Bild. Und das verstehe ich nicht. Genauso verstehe ich es nicht, wie Firmen Rekordgewinne verkünden können und gleichzeitig tausend Arbeitsplätze streichen. Siehe Deutsche Bank und Allianz.

MfG Stoppelhopser
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Alt 18.11.2007, 21:05   #8 (permalink)
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ohne den ellenlangen text hier jetzt zu lesen: meine meinung ist: die lokführer sollen ruhig weiter machen und haben 100% recht und sollens durchsetzen
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SteveLorenzios ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.11.2007, 21:18   #9 (permalink)
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Tach auch,

Zitat:
Zitat von Stoppelhopser
So wie ich das sehe, ist momentan die Volkswirtschaft Geisel der Gewerkschaft. Die ersten Großkunden springen bei der Bahn ab, Betriebe müssen Kurzarbeit einführen weil der Nachschub nicht klappt.
Es ist doch nicht Schuld der Gewerkschaft, daß die Firmen ihre Lagerhaltung in den öffentlichen Raum - sprich auf die Straße - verlagert hat! Auf eventualitäten ist man nicht mehr vorbereitet. Eigentlich ist es doch ein Standortvorteil, daß die Streiklultur in Deutschland eher gemäßigt ist.


Zitat:
Zitat von Stoppelhopser
Das kann auch schnell Arbeitsplätze kosten.
Das alte Totschlagargument. Ich kann ´s nicht mehr hören. Und als Argument, ein Grundrecht einzuschränken, taugt es schon mal garnicht.


Zitat:
Zitat von Stoppelhopser
Ich will die Tarifautonomie nicht in Frage stellen, aber alles hat seine Grenzen.
Wo denn? Wenn ich meine Arbeit nicht bezahlt bekomme, kann sich mein Arbeitgeber jemand anderes suchen, der ihm den Job macht. In diesem Punkt ist er theoretisch sogar am längeren Hebel.


Zitat:
Zitat von Stoppelhopser
Und ein eigener Tarifvertrag für ein Angestellten Gruppe innerhalb eines Konzerns ist auch nicht im Sinne der Tarifautonomie.
Nenne mir doch mal einen einzigen vernünftigen Grund gegen einen eigenständigen Tarifvertrag! Wäre man auf die Forderung der GDL eingegangen, wäre es für die Bahn billiger gewesen als die jetzigen Kosten durch den Streik in kauf zu nehmen - ein Streit - der seit 2002 schwelt, und den man bis heute nicht aus der Welt geschafft hat. Das spricht nicht für das Banhmanagement.


Zitat:
Zitat von Stoppelhopser
Was soll die Bahn denn machen? Die Bahn hat ein Angebot vorlegt und ist zu Verhandlungen bereit.
Was ist denn das für ein Angebot? Ich sehe keines! Man versucht nur um jeden Preis einen eigenständigen Tarifvertrag zu verhindern. Dieser eigenständige Tarifvertrag ansich kostet die Bahn überhaupt nichts! Nochmal: Was spricht dagegen? Es ist schließlich die Hauptforderung der Gewerkschaft. Der Knoten sollte sich doch lösen lassen?


Zitat:
Zitat von Stoppelhopser
Die GDL streikt weiter und stellt die gleichen Forderungen.
Auf die Forderungen ist von der Bahn bis heute in keiner Weise eingegangen worden. Der Streik ist also die Logische Folge daraus.


Zitat:
Zitat von Stoppelhopser
Die GDL ist/war bedeutungslos.
Weshalb sie kein Recht auf Interessensvertretung hat? Deiner Argumentation kann ich in diesem Punkt absolut nicht folgen.


Zitat:
Zitat von Stoppelhopser
Durch die 2 Stunden Mehrarbeit und plus die Gehaltserhöhungen sollte der Lokführer auf fast 10% mehr kommen. Plus die Überstundenbezahlung.
Das als ein Tarifangebot hinzustellen ist eine Frechheit! Das ist Mehrarbeit und das Zugestehen einer Selbstverständlichkeit. Hast Du Dir eigentlich mal die Dienstpläne des Fahrpersonals angesehen? Ich glaube nicht...


Zitat:
Zitat von Stoppelhopser
Das ist natürlich eine schöne Aussage, "Streit ist was gesundes" aber in der Wirtschaft brauche ich auch Verlässlichkeit und Ruhe und Frieden im Unternehmen.
Ein konstruktiv geführter Sreit ist immer zielführend! Es ist eine Ideologie des Mittelalters zu glauben, nach Gutsherrenart über Mitarbeiter bestimmen zu können. Unruhe schaffe ich durch mangelnde Kommunikation. Das Alphatier Mehdorn scheint sich in der Kommunikation mit den eigenen Mitarbeitern nicht uneingeschränkt zu verstehen - sonst hätte er den seit langem bestehende Konflikte gelöst, bevor sie zum Problemfall wurden.


Zitat:
Zitat von Stoppelhopser
Wenn ich nun für jede Gruppe einen anderen Tarifvertrag habe, hab ich ständig irgendwo einen Streik und die verschiedener Gruppen untereinander sind verkracht weil sie die anderen besser gestellt sehen als sich selbst. Da bin ich als Unternehmen mehr damit beschäftigt Ruhe und Frieden im Unternehmen herzustellen als mich um das eigentliche Geschäft zu kümmern.
Ein Gruppentarifvertag wäre dann zu rechtfertigen, wenn ich mit einem Tarifvertag die Interessen wirklich aller Gruppen erfasse. Das ist aber bei der Bahn so nicht gegeben. Streik gibt es nur, wenn ich Gespräche abblocke. Kommunikation und gesunder Streit bringt ´s.


Zitat:
Zitat von Stoppelhopser
Wenn so etwas Schule macht und es in anderen Branchen ähnlich zu geht, ist irgendwann der Gesetzgeber gefordert einzugreifen, und dann geht es an die Tarifautonomie. .
Das tut er bereis. Die Diskusion um einen Mindestlohn wäre Überflüssig, wenn Firmen das Rückrat hätten, ihr Personal auch Leistungsgerecht zu bezahlen. Stattdessen nimmt man die Leistungen des Staates in Anspruch und somit Kredit bei den Steuerzahlenden. Vor allem sind es die Firmen, die am lautesten über die Abgaben jaulen. Es ist traurig, das wir mittlerweile an diesem Punkt angekommen sind.


Zitat:
Zitat von Stoppelhopser
In den letzten Jahren ging es der deutschen Wirtschaft nicht gut, und gerade die Arbeitnehmer haben viel Kröte schlucken müssen um sie wieder ans laufen zu bringen. Aber jetzt, wo es wieder bergauf geht, muss man Maß halten und nicht gleich alles wieder kaputt machen. Und ich glaube denke eine eigener Tarifvertrag für die Lokführer, eben wegen der Signalwirkung für andere Branchen, ist das letzte was wir jetzt gebrauchen können.
Ja nee, ist klar. Also wahlweise dürfen Arbeitnehmer den Aufschwung nicht gefährden oder durch einschnitte einen Abschwung verhindern helfen. Die Realeinkommen sind in den letzten 20 Jahren im günstigsten Fall stabil geblieben, sonst aber gesunken. Das alles verbunden mit Mehrarbeit und Merhverantwortung. Das alles für Null? Das ist doch wohl nicht Dein Ernst?


Zitat:
Zitat von Stoppelhopser
Allerdings ist dass für meine überhaupt kein Grund dass sich Arbeitslos Arbeit ablehnen. Denn jeder ist meiner Meinung nach Verpflichtet für seine Einkommen selbst aufzukommen. Da machen es sich viele zu leicht.
Ich halte es für gewagt zu behaupten, daß eine (fast schon) Mehrheit - Du schreibst von vielen - es sich zu leicht macht, Arbeit zu suchen. Das Argument, selber für sein Einkommen zu sorgen ich prinzipiell Richtig. Sorgen aber Firmen für ihr Einkommen, die ihr Personal zum Arbeitsamt schiken, um dort ergänzende Leistungen zu erhalten? Eine Schmarotzerei ist das, die hoffentlich bald unterbunden wird! Noch eine Frage: Kannst Du mit einem Stundenlohn von sechs oder sieben Euro eine Familie ernähren? Das ist aber der Trend!


Zitat:
Zitat von Stoppelhopser
Genauso verstehe ich es nicht, wie Firmen Rekordgewinne verkünden können und gleichzeitig tausend Arbeitsplätze streichen. Siehe Deutsche Bank und Allianz.
Leider reiht sich die Bahn hier fast schon Nahtlos ein. Man hat aus dem, was man übernommen hat, sicherlich vieles erreicht - das will ich garnicht herabwürdigen. Dennoch bleibt die Frage, was man eigentlich mit dem ganzen Geldern gemacht hat. Neben einer ganzen Reihe an Fördermitteln, die man natürlich angenommen hat, hat die Bahn mittlerweile wieder einen nicht ganz unerheblichen Schuldenstand. Dabei hat man mit Null angefangen. Wie kommt denn das?


Nichts für ungut, ich freue mich über eine angeregte Diskusion. Du vertrittst ja offensichtlich in einigen Punkten eine andere Meinung


Gruß

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Ich muß dem Kurt Beck Recht geben. Was nicht heißt das ich Rot wähle.
Nur kann es nicht sein das es in ein und der selben Firma mehrere Gewerkschaften und verschiedene Tarifverträge gibt.
Hab zwar nix mit der Bahn am Hut aber ich kann den Mist nicht mehr hören.
Mittlerweile werden auch andere Firmen in Mitleidenschaft gezogen und das kann nicht sein. Mal abgesehen von den ganzen Menschen die am Bahnsteig rumstehen.
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